Hausärzteverband Oberbergischer Kreis
Hausärzteverband Oberbergischer Kreis

Bericht von der Frühjahrstagung des Deutschen Hausärzteverbandes am 09./10. MAi 2014 in Dortmund

 

 

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

es zeigte sich bei der Frühjahrstagung in Dortmund, an der ich als nordrheinischer Delegierter teilnahm, mit welchen vielfältigen Initiativen der Hausärzteverband in allen Bereichen für eine Stärkung und zukunftsfähige Entwicklung der hausärztlichen Versorgung sowie für eine dringend notwendige finanzielle Absicherung in der Weiterbildung von interessierten Ärztinnen und Ärzten zu Allgemeinmedizinern eintritt.

Die  Problemlagen und die Herausforderungen  und  besonders wichtig :die Antworten und die gemeinsamen Umsetzungen für die hausärztliche Versorgung wurden deutlich .
 Notwendige Schritte zur Verbesserung wurden und werden im Ringen um die hausarztzentrierte Versorgung als Selektivverträge zwischen Hausärzteverband und Krankenkassen eingeleitet. Diese Alternative zur chronisch unterfinanzierten Regelversorgung in der Hand der Kassenärztlichen Vereinigung mit NRW als Schlusslicht in Deutschland erscheint als zunehmend zugkräftige Zukunftsperspektive und entwickelt sich auch im Bergischen.


Seit mehr als vier Jahre sind wir jetzt offensiv in dieser Richtung gegen viele Widerstände unterwegs und  müssen dem Bundesvorstand, den Verhandlungsteams  und der Hausärztlichen Vertragsgemeinschaft ein dickes Lob aussprechen für das bereits Erreichte .

Ich habe volles Vertrauen, dass diese Reise in die richtige Richtung geht. Natürlich bedarf es auch einer aktiven Basis, um das alles umzusetzen und sich vor Ort zu organisieren und auszutauschen.

  Damit NRW und insbesondere die Landkreise nicht weiter abgehängt werden, wollen wir als großer hausärztlicher Berufsverband in Europa in der Entwicklung dieses Alternativmodells mit Aufmerksamkeit aus der ganzen Welt  Schritt für Schritt  mit den Krankenkassen im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten die Situation für die bestehenden Hausarztpraxen und den dringend benötigten Nachwuchs verbessern.
 
  Kürzlich wurde laut Presseberichten bei einer Veranstaltung des Hartmannbundes in Wiehl gegenüber dem Landrat und den oberbergischen Landtagsabgeordneten behauptet, dass Finanzierungsfragen nicht ausschlaggebend seien, sondern eher abhängige Arbeitsverhältnisse mit Teilzeitanstellungen für den mehrheitlich weiblichen Ärztenachwuchs anzustreben seien.


Darüber können wir nur den Kopf schütteln !

Solche Verhältnisse schaffen die Grundlagen eines freien Arztberufes ab und  es wird dann  anderen überlassen, die Bedingungen zu diktieren wie in staatlichen oder von Konzernen abhängigen Gesundheitssystemen. Das wollen wir nicht !

Eine notwendige bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf kann mit einer finanziell gestärkten Hausarztpraxis als Ort der Versorgung organisiert werden und bietet ebenfalls qualifizierten Mitarbeitern gute und geschätzte Arbeitsverhältnisse.
Zum Beispiel bieten Job-Sharing-Modelle in fachidentischen Gemeinschaftspraxen  Möglichkeiten zu einer zeitlichen Flexibilität, die Angestelltenverhältnissen abgeht. Auch hierbei muss die Wirtschaftlichkeit stimmen  !


  Für die dafür notwendigen Rahmenbedingungen treten wir in der Hausarztzentrierten Versorgung ein, denn in der KV wurden sie uns genommen . Die Niederschlagung der hausärztlichen Gebührenordnung in der KBV in 2007 mit einem geforderten Fallwert von damals 75 Euro und der jetzige absehbare Hausarzt-EBM-Schlamassel mit der Neuerfindung des Hamsterrades  stellen die Vereinbarkeit von Hausarztberuf und KV-System in Frage , vom Leiden von regressgebeutelten Hausarztfamilien  ganz zu schweigen!

Als ehemals aus Dortmund über das Rheinland nach Oberberg zugezogener Hausarzt grüße ich Sie herzlich mit einem "Glück auf" und verweise auf  die folgende Zusammenstellung wichtiger
Themen der Frühjahrstagung.

 Ralph Krolewski


Grußwort der Landtagspräsidentin NRW Carina Gödecke

 

 

"Eine Gesellschaft des längeren Lebens, in der mehr ältere und chronisch kranke Menschen über einen längeren Zeitraum versorgt werden müssen, braucht starke Hausärzte. Hausärzte, die ihre Patienten im gewohnten Umfeld, zu Hause, aber insbesondere auch in stationären Pflegeeinrichtungen versorgen.
Wie keine andere Arztgruppe sind Sie, die Hausärzte, geeignet, in einer interdisziplinären Versorgung der „Lotse“ zu sein, der die Richtung bestimmt – gerade in einer Zeit, in der sich nicht Wenige in Eigendiagnosen übers Internet üben.
Das Vertrauen der Patienten, dass der Hausarzt die Steuerung der fachärztlichen Versorgung übernimmt, ist die Voraussetzung für eine gute Behandlung. Darum halte ich die Stärkung der hausärztlichen Versorgung für die wichtigste gesundheitspolitische Herausforderung der kommenden Jahre. Und jede und jeder von Ihnen weiß, dass diese Herausforderung regional sehr differenziert zu sehen ist."

Der gesamte Text des Grußwortes

Ulrich Weigeldt zur Lage der Hausärzte und den Aktivitäten des Hausärzteverbandes

 

 

 

Weigeldt würdigte zunächst die Stärkung der hausärztlichen Versorgung durch die Regierungskoalition, die die Koalitionsvereinbarungen Schritt für Schritt umsetzt zunächst und vordringlich in der notwendigen Änderung des §73b mit Wegfall des Absatzes 5b.

Wir brauchen keine IgeL-Praxis mit angeschlossener kleiner Kassenpraxis, sondern bürokratiearm entwickelte moderne Versorgungskonzepte, die mit den Krankenkassen partnerschaftlich verhandelt sind."

Insgesamt werden inzwischen 8% des hausärztlichen Honorars über die HzV verteilt, in Baden-Württemberg ist die HzV  bei den über 65-jährigen mit 30% bereits flächendeckend.

Weigeldt griff die Blockadehaltung einiger Krankenkassen in NRW an, die "sich über 5 Quartale nicht in der Lage sehen, die Honorarrechnungen in der HzV abschließend zu begleichen.


 
"Aber gerade in NRW gibt es auch gute Nachrichten.
Mit  den Betriebskrankenkassen und den LKK sind wir auf dem Weg zu konstruktiven Lösungen. Die TK, IKK classic sowie BKKen und LKK leben
damit die Vorteile der HZV für ihre Versicherten in NRW."

 

Zum gesamten Bericht

Aktuelle Zahlen zur Hausarztzentrierten Versorgung in Deutschland

 

16.170 teilnehmende Hausärzte

 


3.486.773 Versicherte

Der gemeinsame Antrag der Hausarztverbände Bayern, Nordrhein und Westfalen-Lippe mit zentralen Forderungen an die Bundesregierung wurde mit großer Mehrheit angenommen:

 

 

"Hausarztmedizin ist Familienmedizin und ist und bleibt in einer immer älter werdenden Bevölkerung
wichtiger denn je. Die neue Bundesregierung ist daher angehalten, die Stellung der Hausarztmedizin
in Deutschland weiter zu stärken und stabile und nachhaltige Rahmenbedingungen für die Hausärztinnen
und Hausärzte und den hausärztlichen Nachwuchs zu schaffen.
Unsere zentralen Forderungen an die neue Bundesregierung sind daher:
• Die Stärkung der eigenständigen hausärztlichen Tarif- und Vertragsautonomie im Rahmen von
Selektivverträgen;
• die Schaffung einer gesetzlichen Regelung zur Zulässigkeit von rein hausärztlichen MVZ im
SGB V (wie im Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD bereits vorgesehen);
• die Förderung der Etablierung von Ordentlichen Lehrstühlen für Allgemeinmedizin an allen
Medizinischen Fakultäten, um das Fach Allgemeinmedizin in der Studentenausbildung gleichwertig
und gleichberechtigt neben den bisherigen klinischen Fächern zu platzieren;
• die Förderung der Einführung eines Pflichtquartals Allgemeinmedizin im Rahmen der Ausbildung
neben den Fächern Chirurgie, Innere Medizin und einem Wahlfach;
• eine generelle finanzielle Förderung der allgemeinmedizinischen PJ-Studenten und Studentinnen;
• die Abschaffung des Numerus Clausus als alleiniges Zugangskriterium für das Medizinstudium
sowie
• die Sicherstellung der finanziellen Absicherung der Weiterbildung in der Allgemeinmedizin von
einer Zuschussregelung über die Kassenärztlichen Vereinigungen unabhängig zu machen und
über eine gesetzliche Regelung über die gesamte Weiterbildungszeit als Pflichtaufgabe des
Staates festzuschreiben.

BEGRÜNDUNG:
Mit der Abschaffung der Refinanzierungsklausel im Absatz 5 a des § 73 b SGB V im Rahmen des
Vierzehnten Gesetzes zur Änderung des Fünften Buches Sozialgesetzbuch (14. SGB VÄnderungsgesetz
– 14. SGB V-ÄndG), das am 1. April 2014 in Kraft getreten ist, konnte eine der wichtigsten Forderungen zur Stärkung der Hausarztmedizin durchgesetzt werden.


Wichtige Bausteine für eine Steigerung der Attraktivität des Hausarztberufes und damit eine langfristige
Sicherung der wohnortnahen ambulanten hausärztlichen Versorgung fehlen aber weiterhin und
müssen dringend im Rahmen von Gesetzgebungs- oder Verwaltungsverfahren in Gang gesetzt werden."

 

Alle Beschlüsse der Delegiertenversammlung...

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