Hausärzteverband Oberbergischer Kreis
Hausärzteverband Oberbergischer Kreis

Statements des Vorstandes des oberbergischen Hausärzteverbandes

21.04.2020

Die ausgebrochenen Waldbrände mit schneller Ausbreitung, 30m hohen Feuersäulen und Vegegationsbrand im Boden stellen eine neue Dimension für Oberberg dar. Nur mit massivem Einsatz der oberbergischen Feuerwehren und Unterstützungskräften gelang es , eine größere Katastrophe mit Übergreifen auf Wohnsiedlungen zu verhindern. Den vielen Kräften und Helfer*innen gebühren eine hohe Anerkennung und Dank!

 

Voller Sorge müssen wir in die kommenden Wochen und Monate blicken, wenn es bereits jetzt im April so trocken und warm ist. Verwandelt sich Oberberg aufgrund des Klimawandels in eine "Buschfeuer-Region"?

 

Aktuell hat die globale Erderhitzung gegenüber dem vorindustriellen Zeitalter (bis 1850) um 1,1 Grad zugenommen aufgrund der seit dieser Zeit stattgefundenen steigenden Treibhausgasemissionen durch die Menschheit. Diese Emissionen betragen heutzutage das 25fach des Jahres 1969 . Wärme und CO2 werden in den Ozeanen gespeichert, die sich langsam und  stetig ausbreiten. Die Korrallenriffe bleichen weg und damit die Nahrundggrundlagen für 15 Prozent der Menschheit, die sich aus den Meeren ernähren, die ebenfalls leergefischt werden.

 

Die Dürreperioden und -zonen breiten sich aus und vernichten zunehmend Ackerbauflächen. Extremwetterereignisse wie Überschwemmungen,Starkregen und Hitzewellen nehmen zu.

2035 werden wir 1,5 Grad Erderhitzung übersteigen.

Wenn diese Entwicklung nicht durch eine schnelle Klimaneutralität gestoppt werden kann, drohen die Lebensgrundlagen über instabile Kipppunkte in den Erdsystemen wegzubrechen.

 

Ungebremst wird sich unser Planet innerhalb von 80 Jahren in einen erhitzten Planeten verwandeln wie seit 3,5 Mio.Jahren nicht mehr. Dann wird der Überlebenskampf bei Bedrohung von Milliarden Menschen  den Alltag bestimmen.

 

Deshalb rufen wir zur Teilnahme am globalen virtuellen Klimastreik am 24.04.2020 auf : Es ist Zeit, umfangreich zu handeln, Klimaneutralität anzustreben und endlich politisch die Weichen vollumfänglich dafür zu stellen.

 

"Klimapaketchen" reichen nicht aus!

Den fossilen Brennstoffen müssen jegliche Subvantionen entzogen werden (2017 noch 6,5 Billionen US-Dollar mit allen indirekten Subventionen nach einer Aufstellung einer Arbeitsgruppe der Weltbank .Die Politik muss endlich die weltweit übereinstimmende Wissenschaft ernst nehmen und eine nachhaltige Entwicklung in allen Bereichen einleiten sowie die Entwicklungs- und Schwellenländer unterstützen.

 

Wer jetzt nur auf Feuerwehren setzt, hat nichts kapiert !"

 

15.04.2020

In den vergangenen Wochen und künftig weiterhin steht das Thema Covid-19-Pandemie vorne auf der Agenda. Der Vorstand des oberbergischen Hausärzteverbandes hat dazu unter dem Menü-Punkt "Covid-19 Neues Coronavirus" veröffentlicht und Statements abgegeben. Der Austausch zwischen den Hausarztpraxen soll über Videokonferenzen vertieft werden. ebenfalls wurde eine KURZKOMM COVID-19 nach SBAR-Form zur sektorübergreifenden Kommunikation erarbeitet und beraten. Termine zu Video-Meetings hier.

01.01.2020

 

Statement zu den Feststellungen der Feinstaubbelastungen in der Silvesternacht 2019/2020 im Stadtteil Gummersbach-Bernberg:

 

"Allen Leser*innen dieser Zeilen nach überstandenen Feinstaubangriffen ein gesundes Neues Jahr und den notwendigen Mut für die notwendigen Änderungen für die Zukunft unserer Kinder , wünscht der Vorstand des oberbergischen Hausärzteverbandes.

Die hohen Feinstaubwerte in der Luft in Gummersbach-Bernberg traten unmittelbar nach Einsetzen des Silvesterfeuerwerks ein und erreichten Werte von über 600 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft der ultrafeinen Partikel 2,5 . 150 Min. später lagen die Werte immer noch bei 382 Mikrogramm und sanken dann langsam über insgesamt 12 Stunden auf Werte von 17 ab.
Als unschädlich gelten in Europa Werte von unter 25 Mikrogramm, in den USA von 12,5 Mikrogramm und bei der Weltgesundheitsorganisation von 10 Mikrogramm.
Die aktuellen Studien weisen weltweit einen Zusammenhang zwischen schweren Erkrankungen mit Krankenhausaufnahmen (Atemwegserkrankungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Herzinfarkte) und Todesfällen auf auch bei kurzzeitiger Erhöhung der Feinstaubwerte nach und zwar pro 10 Mikrogramm Anstieg ca. 0,5 Prozent.
Da auch in den Innenräumen die Feinstaubwerte ansteigen (zwar nicht so hoch , aber bis ca. 60 Mikrogramm) , sind nicht nur die Menschen und Tiere betroffen, die sich draußen aufhielten, sondern auch diejenigen in Innenräumen in einem gewissen Ausmaß.
Da der ganze Stadtteil betroffen ist mit 5.500 Einwohner*innen, kann man vom Silvesterfeuerwerk als einem großflächigen Schadensereignis sprechen. Auf der Straße waren viele Hustenanfälle zu hören.

Insgesamt wurden in Deutschland diesmal 47.000 t Feuerwerk verballert mit einer von Jahr zu Jahr zunehmenden Steigerung ( innerhalb von 20 Jahren +50 Prozent), dazu kommen Verletzungen vorwiegend an Augen und Händen durch unsachgemäße Benutzung, Gehörschäden und Unfälle unter Alkoholeinwirkung. Auf den Straßen liegen nach Abziehen der Rauchgas-Schwaden jede Menge Feuerwerksmüll und Flaschenreste herum.

Ist das ein normales duldbares Festritual?

Wir meinen: Nein !

Die Silvesterböllerei sollte verboten und die Produkte nicht verkauft werden !

Das wäre verantwortliches Handeln, wie es bereits einige Städte tun und böllerfreie Zonen einrichten. In Luxemburg und Frankreich wurden generelle Verbote in Kommunen und Regionen (Departements) ausgesprochen. Dafür wurde an einigen Orten ein zentrales Höhenfeuerwerk für die Bürger*innen angeboten.

Die rote Nase von "Humor hilft heilen" , die ich bei den Berichten trug, soll versinnbildlichen, wie verrückt diese Situation ist. Mensch kann mit Humor und ohne Knaller auch feiern und Freude haben. Die Glückshormone können auch ohne Suff ansteigen .

 

Betrachten wir die neue 2020-Welt liebevoll und engagiert in den wichtigen Anliegen und Herausforderungen."

Klimawandel und Gesundheit: Aktivitätsbericht und Ausblicke 2020 mit den Wünschen zu einer gesegneten Adventszeit und Weihnachtsfest und einem guten Übergang nach 2020

14.12.2019

AKTIVITÄTSBERICHT zu "KLIMAWANDEL UND GESUNDHEIT": Rückblicke und Ausblicke mit den Wünschen zu einer gesegneten Adventszeit und Weihnachtsfest und einem guten Übergang nach 2020

 

Seit 1 Jahr hat es vielfältige Ereignisse und Aktivitäten zum Thema "Klimawandel und Gesundheit" gegeben. Diese sollen im Rahmen eines Rückblicks zu Aktivitäten und daraus resultierenden Zielsetzungen und Handlungsfeldern dargestellt werden, verbunden mit einem Gruß zum Jahresausgang und Jahreswechsel.

1)die WONCA-Environment-Gruppe der "Global Family Doctors" setzt sich für die Deklaration einer Climate-Emergency angesichts der weltweiten und regionalen Gefahrenentwicklungen angesichts der übereinstimmenden Gefahrenprognosen ein, was das Exekutiv-Kommittee von WONCA aufgegriffen hat:

https://www.globalfamilydoctor.com/News/FromtheCEOsDesk-Executivemeetingoutcomes.aspx

Mit den Autoren des Statements zur Deklaration bin ich als Teilnehmer an dieser Working-Group über die internationale Zusammenarbeit und Video-Konferenzen vernetzt. Aktuell wird ebenfalls ein Bericht von uns Teilnehmer*innen am COP25 Health-Summit für WONCA erstellt. Auf Deutsch habe ich meinen Bericht bereits erstellt und hinterlegt bei :https://www.hausaerzte-oberberg.de/klimawandel-und-gesundheit/weltklimagipfel-cop25-in-madrid/

 

2) ab Januar 2019 nimmt die AG "Klimawandel und Gesundheit" der Ärztekammer Nordrhein ihre Arbeit auf, in die ich berufen wurde.

Meine Schwerpunkte werden liegen im Engagement für einen umfangreichen über die Individualmedizin hinausreichenden "Public Health"-Ansatz, der wirkungsvoller ist bei nicht-übertragbaren Erkrankungen unter Ausklammerung der Akutmedizin  als jede andere Maßnahme in einer auf Krankheitsdiagnosen aufbauenden Gesundheitswirtschaft, die aufgrund ihres Ressourcenverbrauchs (der weltweit 454 Kohlekraftwerken entspricht) ohne präventive Ansätze zur Klimakatastrophe beiträgt. Vorbereitende Arbeiten erfolgten seit 2018:

 

- Verstärkter Einsatz für notwendige Transformationen zum Erreichen des 1,5-Grad-Zieles unter Einbezug eines ressourcenschonenden und resilienten Gesundheitswesens (Leitanträge für den DÄT 2020 werden in einer AG der Bundesärztekammer vorbereitet)

- Patientenbezogene präventive Konzepte in Verbindung mit "Planetary Health" für die Zielsetzung: "Gesunde Menschen auf einem gesunden Planeten", was ebenfalls im "One Health"-Ansatz mit Entwicklung gesunder Lebensräume unter Beteiligung des ÖGD nach einem aktuellen Leitfaden "Gesunde Stadt" des Landeszentrums für den öffentlichen Gesundheitsdienst NRW zum Ausdruck kommt und Konzepte zu Mobilität, Entwicklung gesunder urbaner Räume und Anreize zu mehr Bewegung in Bezug zu gesundheit beinhaltet  , ergänzt um nachhaltige Ernährungskonzepte und Ökosystemmanagement. Dieses erfordert interaktive in die Arzt-Patientenbeziehung eingebundene motivierende und mit einem positiven Narrativ verbundene Konzepte, die ich als "Klimasprechstunde" mit variablen patientenbezogenen Interventionen und Standardinformationen in das patientenbezogene Routinehandeln meiner Praxis eingeführt habe.

 

- Aktives Eintreten für Divestment-Strategien im Bereich der Ärzteversorgungswerke und der Anlagenpolitik von Institutionen im Gesundheitswesen nach ESG-Kriterien, um der Carbon-Industrie Investitionsmittel zu entziehen als Beitrag zur schnellen Decarbonisierung und Zukunftssicherung.

 

3) Aufgrund des am 26.11.2019 vorgelegten "Monitoring 2019" zur Situation der Klimawandelfolgen in Deutschland in Zusammenarbeit von 200 Berichterstattern aus 28 Behörden sind zum Handlungsfeld "Klimawandel und Gesundheit" Maßnahmen zum Aufbau resilienter Strukturen und zur Gefahrenabwehr erforderlich. Erstrangig stellt sich die Notwendigkeit von Hitzeaktionsplänen auf kommunaler und institutioneller Ebene dar mit der sofort durchzuführenden Maßnahme, sich an das Hitzewarnsystem des DWD anzuschließen, Basismaßnahmen zu kennen, Risikogruppen zu identifizieren , Verantwortlichkeiten und Kommunikationswege zu klären und Schutzkonzepte zu entwickeln bis hin zur Gefahrenabwehr bei Hitzewellen mit andauernder extremer Wärmebelastung als Großschadensereignisse mit Anforderungen an ärztlichen Notdienst, Rettungsdienst und Katastophenschutz und Gesundheitseinrichtungen auch im Rahmen einer gemeinsamen Einsatzsteuerung über die Kreisleitstellen. Wenn dazu noch Waldbrände mit Rauchgasexpositionen kommen und Trinkwassermangel bzw. Löschwassermabgel in Oberflächengewässern , kann es zu komplexen Einsatzlagen kommen. In Frankreich wird ab 38 Grad Wärmebelastung die Stufe "maximale Alarmierung" auf der Ebene der Departements ausgelöst. Für Deutschland habe ich vorgeschlagen, diese an Warnmeldungen durch den DWD gekoppelte Reaktionsstufe  als "Stufe K(atastrophenschutz)" zu bezeichnen.Eine Zusammenarbeit mit dem Umweltbundesamt und DWD im Rahmen des Klimaadaptationsnetzwerkes des Umweltbundesamtes und der deutschen Klimaanpassungsstrategie erfolgt als beauftragtes Vorstandsmitglied des Hausärzteverbandes Nordrhein.

 

4) Gründung einer AG "Klimawandel und Gesundheit" bei der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin mit Erstellung eines Strategiepapiers, welches vom Vorstand der DEGAM am 04.12.2019 angenommen wurde.

 

5) Fortlaufende Öffentlichkeitsarbeit (Presse,Statements, Tätigkeiten als Vortragender und Teilnehmer an Panel-Diskussionen) in 2019 und Berichterstatter des Hausärzteverbandes Nrordhein zu den Health-Summits der WHO bei COP24 (Katowice) und COP25 (Madrid) und in Kollaboration mit der Global Climate and Planetary Health Alliance, der Planetary Health Alliance und WONCA, die jeweils mit der WHO kooperieren.

 

6) Monitoring und teilweises Übersetzen der Schlüsselbotschaften von relevanten klimatologischen Forschungsergebnissen und Statements relevanter Forschungsgruppen mit fortlaufender Veröffentlichung auf der facebook-Seite des oberbergischen Hausärzteverbandes und schwerpunktmäßig auf  der Homepage www.hausaerzte-oberberg.de .

 

7) Vorbereitung von Workshops und Seminaren zum Thema "Klimawandel und Gesundheit" in 2019 (VHS, IhF) sowie Vorträge z.B. bei der kommenden Jahrestagung der Bauindustrie NRW.

 

8) Zusammenarbeit mit DoctorsForFuture und ScientistsForFuture zu den Inhalten der transformativen Herausforderung und Koppelung an Kommunikationsstrategien (Harvard, Climate Communication) in einer von Ambivalenz, Unwissenheit und divergierenden Interessen geprägten hochkonsumptiven und ressourcenverbrauchenden Gesellschaft, welche die eigenen Zivilisationsgrundlagen gefährdet. Zu den Inhalten maßgebliche Orientierung am "LancetCountdown" und den Aktivitäten hoch-ehrgeiziger Organisationen , Institutionen und Gruppierungen im Rahmen des Paris-Abkommens. Beispielhaft sind hiezu gemeint die "C40", die größten Megastädte weltweit mit fast 800 Mio. Einwohnern und hochehrgeizigen Maßnahmen zur Entwicklung nachhaltiger Städte, inkl. Ökobilanzierung, Zielsetzungen und Finanzierungen.

 

9) Bezug zur ethischen und wertegebundenen Dimension des Handelns zu "Klimawandel und Gesundheit" von Hippokrates (erster naturwissenschaftlich aufgrund von Umweltbeobachtungen und Lebensstil denkender Arzt mit Veröffentlichung der grundsätzlichen Schriften des "Corpus hippocraticum" und eines ethischen Kodex, der durch moderne Textanalytik dem Zeithorizont der ältesten Schriften zugeordnet werden konnte) bis zu den Empfehlungen des Weltärztebundes und der Canmnore-Declaration. In diesem Zusammenhang und anlässlich des Festaktes an der RUB zum 90. Geburtstag von Prof. Hellmut Flashar, Prof. em. für Altphilologie und Gräcistik, Autor von den "Meistererzählungen" zu Aristoteles und Hippokrates (2016) Kreation eines Buttons "Hippocrates For Future" und Bezug zur seit 2.500 Jahren geltenden ethischen Dimension unseres Berufsstandes seit den ersten Dokumenten in der Fortschreibung zur "größten Herausforderung des 21. Jahrhunderts".  Ebenfalls die evangelische und katholische Kirche in Deutschland haben zentrale Positionen und Konsequenzen zu einer nachhaltigen und gerechten Politik für mehr Klimaschutz veröffentlicht , orientiert am 1,5 Grad-Ziel des Paris-Abkommens wegen der " Verantwortung für die Schöpfung und aus Solidarität mit den Armen und mit zukünftigen Generationen..."(Deutsche Bischofskonferenz 04/2019).

 

Ich wünsche gemeinsam mit meinem Vorstandskollegen Dr. Thomas Aßmann allen Hausarztpraxen und allen Mitarbeiter*innen und unseren Partnern im Gesundheitswesen und darüber hinaus eine gesegnete Adventszeit , Weihnachtsfest und einen guten Übergang in das Jahr 2020.

Bleiben Sie gesund und behalten Sie das Wesentliche im Auge.

 

Mit besten Grüßen

Dr.med. Ralph Krolewski

Mensch statt Profit-                     Rettet die Medizin !

215 Ärzt*innen und 30 Organisationen im deutschen Gesundheitswesen haben den im STERN veröffentlichten Appell unterzeichnet.

 

Der Vorsitzende des oberbergischen Hausärzteverbandes unterstützt diesen Appell und hat folgende Stellungnahme an die STERN-Redaktion geschickt:

 

"Mind. 40 Prozent der Krankenhäuser arbeiten defizitär. Die sog. Basisfallwerte des DRG-Systems werden festgesetzt, wurden aber niemals betriebswirtschaftlich insbesondere hinsichtlich Personalressourcen berechnet. Die gewichteten Fallwerte sind krankheits- und nicht patientenbezogen und der sog. OPS-Katalog bewertet die Intervention und dabei weniger das konservative oder beratende Vorgehen. Die deutsche Gesundheitswirtschaft mit einer täglichen "Wertschöpfung" von über 1 Mrd. Euro setzt auf ICD-10-Krankheitsdiagnosen auf , über die ebenfalls die Zuteilungen an die Krankenkassen aus dem Risikostrukturausgleich erfolgen. Man kann das als "Geschäft mit der Krankheit" bezeichnen, welches bei angestellten Ärzt*innen bei dem ökonomischen Druck der Institutionen zu einer Unterwerfung der Ethik unter die Monetik führen kann. Es ist völlig richtig, sich dagegen zu wehren! Die WHO hat demgegenüber Gesundheit mit Wohlergehen (Wellbeing) verknüpft, was ebenfalls psychische, soziale und Umweltbedingungen einschließt. Dieses ist im "Ökosystem" des deutschen Gesundheitswesens abhanden gekommen , was ebenfalls die großen Public Health-Themen betrifft. Ganz schlimm ebenfalls die Belastungen der Pflege im europäischen Vergleich: In Deutschland durchschnittlich 50% mehr Patienten pro Vollzeitpflegekraft als im europäischen Durchschnitt!


Beleg: http://www.rn4cast.eu/about1.html

In der dualen Finanzierung der Krankenhäuser kommt es noch zu weiteren Engpässen durch die sinkenden Baukostenpauschalen der Länder. Diese decken nach DKG und Krankenhauszweckverbänden aktuell nur ca 30 Prozent des Investitionsbedarfs ab, was den Kostendruck noch erhöht und damit der Druck, Geschäfte mit der Krankheit zu machen.


Die Einführung eines auf ICD-10- Diagnosen aufbauenden und gesteuerten Gesundheitssystems war bei der Einführung vor 10 Jahren weltweit in diesem Umfang fast einmalig und wurde begründet, einen besseren Risikoausgleich zwischen den Krankenkassen zu schaffen. Aktuell wird zwischen den Gewinnern und Verlierern in diesem Verteilungssystem eine heftige Auseinandersetzung geführt und es gab staatsanwaltliche Ermittlungen und Durchsuchungen bei Krankenkassen wegen Manipulationsverdacht.


Darunter leiden Ärzt*innen und Patient*innen, die immer mehr einem ökonomischen Druck unterworfen werden. Nach dem Schätzerkreis des BVA wurde für die Krankenkassen für 2019 angesichts der hohen Rücklagen eine "Unterdeckung" und damit gewünschte Abschmelzung der gehorteten Versichertengelder von über 13 Mrd. Euro prognostiziert. Im ersten Halbjahr 2019 ergab sich nach einem Bericht der FAZ allerdings nur ein Defizit von 562 Mio. Euro.
Das Geschäft mit der Krankheit , die Verteilungsmechanismen und die Folgen sind ein gewaltiges Thema und berühren die Wurzeln des Gesundheitssystems mit Vernachlässigung des Patientenwohls und Ausüben eines enormen ökonomischen Drucks auf ärztliches Handeln , was die ethischen Grundsätze bedroht. Die Digitalisierungsoffensiven, die Krankenkassen und Politik im Munde führen und mit Heilserwartungen versehen, werden daran nichts ändern und sind ebenfalls unterfinanziert, was den Druck noch erhöht. Big Data-Sammlungen und Auswertung durch künstliche Intelligenz kann das Geschäft mit der Krankheit noch verschärfen und die notwendigen Änderungen zu einem fürsorglichen , begleitenden und resilienten sowie nachhaltigen Gesundheitssystem bei dieser Grundkonstruktion nicht leisten. Dieses müssen wir allen Technokraten, Bürokraten und Ökonomen entgegenhalten und ihren politischen Zuspielern und damit der "Deutungselite" im deutschen Gesundheitswesen.


Mit freundlichen Grüßen

Dr. med. Ralph Krolewski

Dr.med. Ralph Krolewski
Facharzt für Allgemeinmedizin
-Psychotherapie-
Dümmlinghauser Str. 76
51647 Gummersbach
Tel. (02261) 59840
Fax. (02261) 59981

1. Vorsitzender Kreisstelle Oberbergischer Kreis im Hausärzteverband Nordrhein e.V.
Vorstand Hausärzteverband Nordrhein e.V."
Gummersbach, den 08.09.2019

 

Impfungen und Agenda-2030

20.04.2019

Statement beim "Ärztenachrichtendienst" zur Pressemeldung, dass der Präsident der Bundesärztekammer Prof. Montgomery nicht nur Pflichtimpfungen bei Masern fordert:

 

"

UN-Agenda 2030: Impfungen sind ein Teil, aber die umfassenderen Themen werden in Deutschland ausgeklammert

Die Agenda 2030 (Unterziel 3 B2: Impfungen) steht  hinsichtlich des SDG 3  mit vielen anderen Zielen in einem engen Zusammenhang, z.B. SDG 13 : Climate Action zum Klimaschutz .

 

Das ist das entscheidende Zukunftsthema des 21. Jhdts., an dem sich in den kommenden 12 Jahren der weitere Lauf unserer Zivilisation und der Lebensgrundlagen (drohender ökologischer Kollaps ca. 2080) entscheiden wird.

 

Die Zusamemnhänge mit Gesundheit  werden bislang in Deutschland regierungsseitig und ebenfalls in der deutschsprachigen Presse ausgeklammert bis auf die jetzt aufkommende Diskussion zu "Hitzeplänen" und die kommenden kommunalen Vorbereitungen.

 

Beispiel:

                im Deutschen Ärztblatt Veröffentlichungen zum Thema                       "Klimawandel" : 250 Nennungen,

 

               im British Medical Journal:    13.827 Nennungen

 

d.h. der prozentuale Anteil in Deutschland liegt bei 1,8 Prozent im Vergleich zur Zeitung der britischen Ärzteschaft!

 

Die französischen Kollegen (Conseil National de l`Ordre des Médecins ) unterstützen  von Anfang an  die Aufrufe des Weltärztebundes: "Die Ärzte stehen in der vordersten Linie in der Auseinandersetzung mit den Folgen des Klimawandels." (CNOM-Präsident 2016) und arbeiten mit den Lancet-Commissions zusammen.

 

Die deutsche Ärzteschaft führt diesbezüglich ein Schattendasein.

 

Prof. Montgomery ist inzwischen Präsident des Standing Committee of European Doctors in Brüssel und sollte die Zusammenhänge der Nachhaltigkeitsziele und die Veröffentlichungen der Lancet-Commission "Lancet-Countdown" kennen, die das Standing Committee vor fünf Monaten in Brüssel vorgestellt hat.

 

Diese Einengung stellt sowohl die Bundesärztekammer als auch unsere Körperschaften international gesehen in ein Abseits, sozusagen in ein von SGB V-Themen und dem MoH beherrschtes Biotop und flankiert von einer Fachpresse, die in keiner Weise proaktiv ist, sondern nur das widerspiegelt, was die Deutungseliten im deutschen Gesundheitswesen für bedeutsam halten.

 

Ausnahmen (soweit mir bekannt):

 

Resolution des Deutschen Hausärzteverbandes "Klimawandel und Gesundheit" vom 22.09.2019

 

Beschlussfassung der Ärztekammerversammlung BaWü in 11/2018, dass auf die zunehmende Bedeutung des Themas "Klimawandel und Gesundheit" hingeweisen werden soll.

 

Bericht im Bayerischen Ärzteblatt 04/2019 zum WHO-Special Summit zu Klimawandel und Gesundheit bei COP24 in Katowice (Bericht des Autors)

 

Beteiligung von Ärzt*innen bei Scientists4Future mit fast 28.000 Unterstützer*innen aus D,A und CH und ebenfalls als Unterstützer*innen (Wissenschaftler*innen und Promovierte) des in der aktuellen Ausgabe von SCIENCE veröffentlichten Aufrufs von Klimawissenschaftlern an alle Disziplinen weltweit, die jungen Protestler in ihren berechtigten Anliegen zu unterstützen.

Alle Regierungen haben das Pariser Abkommen unterzeichnet und es wird bei den bereits bestehenden Möglichkeiten zu wenig getan, um die entscheidenden Zielsetzungen des völkerrechtlich verbindlichem Paris-Abkommens  zu erreichen.

Dem Brief sind als Supplement die Unterschriften von Tausenden Wissenschaftler*innen weltweit auf 52 Seiten beigefügt.

https://science.sciencemag.org/content/364/6436/139.2

 

Bei dem federführenden Wissenschaftler Peter Kalmus ,UCLA, wurde die Autorisierung der Übersetzung ins Deutsche angefragt.

 

Ich persönlich kann einen BÄK-Präsidenten nicht mehr ernst nehmen, der in seiner Amtsträgerschaft keinerlei Bemühungen zu dieser großen und entscheidenden Thematik erkennen lässt. M.E. ein Prüfstein für Nachfolger*innen.

 

Es sei auch noch erwähnt, dass Direktorin Breeden der Bank of England vor einigen Tagen einen dramatischen Appell gerichtet hat, sich auf den Klimwandel einzustellen, da Werteverluste von 20 Billionen US-Dollar drohen und das gesamte Finanzsystem gefährdet sei. "Hören wir auf den Donner am Horizint", wird sie zitiert. Es kann sich jeder ausmalen, was sowohl beim ökologischen Zusammenbruch als auch Zusammenbruch der Finanzwirtschaft vom deutschen Gesundheitswesen übrigbleibt.

 

Auch die "Gesundheitswirtschaft" müsste sich diesem Überlebensthema eigentlich zuwenden und des zu einem Schwerpunktthema beim "Hauptstadtkongress" oder " Gesundheitskongress des Westens" machen.

 

Moderne Global-Health-Forschung und Planetary-Health-Forschung mit Wissenschaftler*innen aus Deutschland in internationalen Forscherteams, die in us-amerikanischen und britischen Wissenschaftsjournalen veröffentlichen (PNAS, Royal Society), greifen mit anerkannten Klimamodellen und von der NASA-erhobenen Umweltdaten (Air pollution, Greenhouse-Gases etc.) wesentliche Public Health Themen auf.

 

Ein aktuelles Beispiel:

https://www.pnas.org/content/116/15/7192

 

Es stünde der Ärztschaft in Deutschland gut an, sich für die Verknüpfung der 5 großen "P" der Agenda 2030 zu interessieren und einzusetzen in ihrer Bedeutung für die Gesundheit und auf eine wissenschaftliche Grundlage zu stellen gegenüber den Interessen der Gesundheitswirtschaft, deren Existenz allerdings auch bedroht ist:

Bei einem dringend unbenötigten entscheidenem Kurswechsel bei gleichzeitig Divestment in Öl-,Gas- und Kohleindustrie (der Präsident des Weltärztebundes Eidelman hat im Dezember 2018 auf die Bedeutung der ärztlichen Versorgungswerke diesbezüglich hingewiesen, der fossil-fuel-Industrie die Investitionen zu entziehen !) können alle nicht nur überleben, sondern auch gewinnen:

 

People

Planet

Prosperity

Peace

Partnership

 

https://www.bmz.de/de/ministerium/ziele/2030_agenda/

https://www.un.org/en/sections/issues-depth/climate-change/

https://www.un.org/sustainabledevelopment/sustainable-development-goals/

Belastbarkeit von Hausärzt*innen

18.03.2018

 

Belastbarkeit von Hausärztinnen und Hausärzten und Auswirkung auf die Arzt-Patienten-Beziehung


Konsequenzen für ein fürsorgliches System auch für die Behandler

Statement des Vorstandes des oberbergischen Hausärzteverbandes:


Laut Forschungsergebnissen dauert der durchschnittliche hausärztliche Patientenkontakt in Deutschland 8 Minuten.


1/3 der befragten Hausärzte in OECD-Staaten gaben Erschöpfungssyndrome und Burn-out an (Ergebnis einer systematischen Review: 119 eingeschlossene Studien aus 67 Ländern mit 25,8 Mio. Patientenkontakten, veröffentlicht im BMJ in 10/2017).

Unter chron. Dauerstress verändert sich die Wahrnehmung von Patientenanliegen und es kann zu unangemessenen Verhaltensweisen von Ärzten kommen bei hohem eigenen Erkrankungsrisiko. Patienten werden unter "Fight or Flight"-Wahrnehmung gesehen.


Eine patientenzentrierte Versorgung (Paradigmenwechsel der Weltgesundheitsorganisation und des Weltärztebundes)  oder auch eine richtlinienkonforme  Versorgung sind unter diesen Bedingungen nicht durchführbar.
Der Einfluss von Stressmodus auf Wahrnhmung und Verhalten ist seit Jahrzehnten umfangreich belegt und durch die neuere Stressforschung hinsichtlich der Cortisolwirkung
auf neuronale Abläufe und andere physiologische Parameter und die daraus folgende Morbidität dargestellt.

Gerade in der hausärztlichen Medizin als Beziehungsmedizin sind Kommunikation , Wahrnehmung der Patientensituation als hermeneutischer und dialogischer Prozess und Reflexion des eigenen Verhaltens nicht nur unabdingbare Voraussetzungen, sondern auch durch Arbeitsfeldbedingungen
bedingt. Die Wirkstärke bei diesen Voraussetzungen, ergänzt durch reflektierte Kommunikationstechniken (WWSZ,NURSE und Motivational Interviewing) bei Anamnese und Gespräch und ergänzt durch körperliche Untersuchung (wird von Patientenseite als Zuwendung wahrgenommen) ist auch bei schwierigen
und chronisch kranken Patienten  und bei stigmatisierten Gruppen stark. Nach Statement des Präsidenten der WMA Desai kann eine erfolgreiche Behandlung nur als patientenzentrierte Behandlung gelingen und nicht als eine organspezifische, technische und fragmentierte Behandlung (WMA-Journal Okt. 2017).

In der Behandlung z.B.von schwer Opiatabhängigen im Rahmen von Substitutionsbehandlung , zumeist von Hausärzten durchgeführt, ist die Wirkstärke nicht nur durch das Substitutionsmittel bedingt,
sondern durch einen auf Kommunikation aufbauenden begleitenden Therapieplan bei Akzeptanz einer schweren Abhängigkeit. Die weltweit größte sechsjährige Follow-up-Studie dazu mit
2.600 eingeschlossenen PAtienten wurde in Deutschland mit Mitteln des BMFT durchgeführt (PREMOS-Studie). Sie zeigt, wie weitgehend kritische Outcomes in einer weitgehend hausärztlich durchgeführten Langzeitbehandlung, die auf der Bereitschaft beruht, sich auf ein "schwieriges" Terrain zu begeben, gesenkt werden können:

Reduktion der Mortalität: 66%
Reduktion der Verelendung und Kriminalisierung: 80%
NNT für einen stabilen, beigebrauchsfreien Verlauf: 2 (!)
Besserung der psychischen Begleiterkrankungen: 69%
Kriminalisierungsrate: 3%  (vorher enorm zumeist durch Beschaffungskriminalität)

Behandlungsbereitschaft zu einer engagierten Betreuung von depressiven Ptienten in Hausarztpraxen: ca. 30 v.H. (Oldenburger Studie).


Pos. Auswirkungen auf Verläufe von depressiven Patienten im hausärztlichen Behandlungssetting (lt. Versorgungsforschung ca. 68% aller Patienten mit affektiven Störungen werden ausschließlich durch Hausärzte behandelt) sind nachgewiesen u.a. durch die Arbeiten von Prof. Gerlach u.a.,Frankfurt.
Die Prävalenz von depressiven Patienten in Hausarztpraxen: ca. 10 v.H.

Hinzu kommt der hohe Anteil an multimorbiden und chronisch Kranken, die ebenfalls in einem patientenzentrierten Ansatz nicht fragmentiert werden dürfen.
Allein die Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin hat eine Meta-Leitlinie für "Multimorbidität" vorgelegt , die das komplexe Geschehen und Entscheidungs- und Betreuungsfeld darlegt und eine hohe Aufmerksamkeit erfordert.

Die hausärztlich breit gefächerte Behandlung als kontinuierliche und umfangreiche Behandlung benötigt also Ärztinnen und Ärzte, die nicht im Dauerstress arbeiten.
Dieser ist bedingt durch überlange Arbeitszeiten und hohe Patientenfrequenz.

 International und in Forschungsansätzen dazu werden überlange Arbeitszeiten als Arbeitszeiten von über  48 Wochenstunden definiert.
Die meisten Hausärzte in den Landkreisen liegen mit der Wochenarbeitszeit  weit darüber. Für Oberberg haben wir  918 Überstunden pro Jahr pro Hausarzt gegenüber angestellten
Ärzten ermittelt. Die Kolleginnen und Kollegen geben im QZ an, ihre Kapazitätsgrenzen erreicht zu haben mit 6-8 Patienten pro Stunde und 60-Wochenstunde.
Die meisten arbeiten also im "Stress-Modus" und zwar chronisch.

Das Burn-out- Risiko wird unter diesen BElastungen mit ca. 30% eingeschätzt.

Sowohl im Qualitätszirkel  als auch in  für das IhF durchgeführten 2 Seminaren zu "Kommunikation in der Hausarztpraxis" als interaktives Format Reflexion zu den  Arbeitsbedingungen und Wahrnehmung zur Arzt-Patienteninteraktion unter Stress der Kollegen wurde eine 10-Minuten Termin-Taktung als sinnvoll angesehen, ebenfalls Pausenzeiten (Mittagspause), und Triagierung zu Patientenanliegen.

Wenn man eine 10 Minuten-Taktung  konsentiert als sinnvoll annimmt , um nicht im Stress-Modus zu arbeiten, und eine 40 Wochenstunde zugrundelegt inkl. Büroarbeit und Fortbildung ,kommt man  bei einer aus der Literatur entnommenen durchschnittlichen Häufigkeit von Arzt-Patienten-Kontakten und eigenen Ermittlungen zu folgenden Ergebnissen:

40-Stunden-Hausarzttätigkeit ohne chron. Dauerbelastung:

740 Behandlungsfälle pro Quartal als Kapazitätsgrenze


20-Stunden-Hausarzttätigkeit "                                               :

370 Behandlungfälle pro Quartal als Kapazitätsgrenze


26-Stunden-Hausarzttätigkeit "  (bei Mix von Vollzeit- und Teilzeitstellen in Hausarztzentren):

444 Behandlungsfälle pro Quartal als Kapazitätsgrenze.

Durch Delegation an qualifiziertes Personal (VerAH, EVA) kann es zu Verschiebungen kommen (u.E. max. 10-12 Prozent).

Technik und Digitalisierung müssen ergänzend eingesetzt werden und dürfen zu keiner höheren zeitlichen Beanspruchung führen, was das Anspruchsniveau an Funktionalität und Workflow definiert und bei Innovationen kritisch geprüft werden muss.

Die Bürokratielast muss eindeutig gesenkt werden und ebenfalls die Androhung durch Sanktionen, die als Hintergrundbedrohung stressverstärkend wirken.

Die Körperschaften sollten diesbezüglich eine mehr schützende Funktion wahrnehmen oder die Berufsverbände sich als starke und auch kampfbereite Interessenverbände
entwickeln. Viele Kolleginnen und Kollegen haben diesbezüglich desillusionierende Erfahrungen gemacht und versuchen, "Überlebensstrategien" zu entwickeln oder opfern sich
im altruistischen Ideal auf.
Ohne klare Botschaft hinsichtlich Solidarität und Schutzbedürfnis und Eingehen auf die subjektiv belastenden Faktoren kommen wir nicht weiter, wenn wir nur "besseres" Vertragsmanagement oder "bessere" Qualifikationen i.S. eines besseren Funktionieren im Systems anbieten.


Das sind unseres Erachtens  auch genau die Botschaften für den Nachwuchs: Wir kämpfen gegen Selbstausbeutung und stellen die hausärztliche Versorgung auf gesunde Füße, in den Landkreisen (Mehrzahl der Bevölkerung) wie auch in den Städten. Ganz gleich, ob alleine niedergelassen oder in BAG: der Rahmen muss stimmen und die Arbeitsbedingungen, dann kann man in diesem vielfältigen Beruf wunderbar arbeiten und mit den Belastungen umgehen.


Wer das Interview von Prof.Wasem in der Ärztezeitung gelesen hat und die Konstruktion des G-BA (13-er Gremium mit drei Unparteiischen und sonst: KBV,DKG, GKV-SpiBu) weiß, dass die Faktoren Arbeitsbelastung und Folgen in diesem System keinerlei Beachtung finden und über Richtlinien nur Soll-Bestimmungen formuliert werden und ein "wissenschaftlich" formuliertes Entgeltsystem.


Die Folgen werden also privatisiert. Das trifft auch für den Arbeitsplatz Krankenhaus zu. Die Abstimmung mit den Füßen zeichnet sich ja schon ab.

Wenn es also gelingt, ein  fürsorgliches System zu implementieren, werden wir  Zulauf bekommen, wenn wir uns nur am bürokratischen Management beteiligen, werden wir scheitern.

 

 

 

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