Hausärzteverband Oberbergischer Kreis
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Neues Coronavirus (Covid-19) und mögliche Gefahren, organisatorische Anforderungen zur Prävention und Kontrolle

Am 24.01.20 erschien in NEJM ein "Brief Report" unter dem Titel

"A Novel Coronavirus from Patients with Pneumonia,China 2019". Der Originalartikel liegt uns vor. Die Autoren des CDC ind China und von chinesischen Universitäts- und Forschungseinrichtungen beschreiben, wie bei drei stationär behandelten Patienten mit unbekannter Pneumonie aus Wuhan , von denen 1 im Verlauf unter Beatmung verstarb. Die Patienten "were epidemiologically linked to a seafood and wet animal wholesale market in Wuhan, Hubei Province, China."


Ein Team von Spezialisten im Rahmen einer " Rapid response" arbeiteten Bronchiallavagen mit molekularen Techniken und Biosequenzmethoden auf und fanden ein bislang unbekanntes zur Coronavirus-Gruppe gehörendes Virus, welches als 2019- nCorV bezeichnet wurde. Seit 11.02.2020 ist die offizielle Bezeichnung: Covid-19.


Seitdem laufen in großem Stil Maßnahmen zur Infektions- Prävention und -Kontrolle (IPC) mit Abriegelung von Großstädten und Regionen mit insgesamt 53 Mio. Einwohnern, Verstärkung von Ordnungsmaßnahmen und Mitarbeitern des Gesundheitswesens bei massiver Inanspruchnahme der Krankenhäuser, Ansteigen der Erkrankungszahlen und der tödlichen Verläufe. es handelt sich um einen großen Ausbruch eines neuen und hinsichtlich der Auswirkungen unbekannten Erregers.
Die Autoren schreiben in der Zusammenfassung des o.a. Artikels:
"Of critical importance are epidemiologic investigations to characterize transmission modes, reproduction interval, and clinical spectrum resulting from infection to inform and refine strategies that can prevent, control, and stop the spread of 2019-nCoV."

Das heißt im Klartext, dass sowohl der Übertragungsmodus , das Verhalten des Virus in befallenen Organismen und das klinische Erscheinungsbild und die Häufigkeit schwerer und tödlicher Verläufe völlig unklar sind.

 

Ein medizinisch-wissenschaftlicher  Artikel von 2018  beschreibt die epidemiologischen Landkarte in China zu ausbrechenden und wiederausbrechenden Infektionen in der Entwicklung seit Anfang des Jahrtausends und die treibenden Faktoren, darunter ökologische Faktoren, Klimawandel und Urbanisierung. Neue Virustypen entstehen und können unter den Bedingungen zu Ausbrüchen und Mensch-Übertragungen führen.

 

Es wird  klar, dass wir uns hier auch in Deutschland sehr viel besser aufstellen müssen angesichts der schnellen Ausbreitungen durch den internationalen globalisierten Reiseverkehr und des Auftauchens völlig neuer Erregertypen, die zu Pandemien führen können.

 

Die notwendigen Maßnahmen für z.B. Notfallambulanzen und den ambulanten Bereich, wie es WHO, CDC und ECDC vorschlagen zu Früherkennung, Isolierung und enger Zusammenarbeit mit dem ÖGD empfehlen, sind in den Empfehlungen des RKI nicht enthalten, da diese nur von der KRINKO für den stationären Bereich entwickelt wurden.
Die Maßnahmen zur Infektions-Prävention und -Kontrolle  (IPC) stellen insbesondere an den Stellen mit Erstkontakten eine entscheidende Größe dar.


In vielen Ländern haben die Konzepte zu Rapid Responses zu umfangreichen Organisationskonzepten geführt , die in der Alarmierungsphase Webinare, Videokonferenzen und schnelle Kommunikationswege umfassen und Fortbildungs- und Trainingseinheiten in der Vorbereitungsphase umfassen.

 

Der Vorstand des oberbergischen Hausärzteverbandes hält es für ratsam, sich organisatorisch auf einen Ausbruch hochpathogener Infektionen  vorzubereiten mit IPC-Maßnahmen , deren Kernelemente auch auf Hausarztpraxen als mögliche Erstkontaktstellen mit Erkrankten zutreffen.

Die möglichen Abläufe sollen im hausärztlichen Qualitätszirkel und in der Lenkungsgruppe der Haus- und Kinderärzte Oberberg besprochen und mit dem öffentlichen Gesundheitsdienst ausgetauscht werden. Ebenfalls halten wir es für enorm wichtig, dass Vorbereitungen für den ärztlichen Notdienst und die Notfallpraxen getroffen werden. Zielführend sind für uns neben den lückenhaften nationalen Empfehlungen für den ambulanten Bereich die IPC-Empfehlungen der WHO zu 2019-nCorV und des ECDC . Diese sollen in der Anwendung auf Hausarztpraxen mit den Kolleg*innen erörtert werden .

 

Gummersbach, den 27.01.2020 und 11.02.2020

 

 

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