Hausärzteverband Oberbergischer Kreis
Hausärzteverband Oberbergischer Kreis

Anonyme Umfrage zu "Hausärztliche Covid-19-Reaktionsfähigkeit im Oberbergischen Kreis"

14.08.2020 Die Aussage des Landrates der Presse gegenüber zur Testbereitschaft kann so nicht stehen bleiben. Berichtet wird heute in der Kölnischen Rundschau und im Kölner Stadtanzeiger:

 

"Die Test-Bereitschaft in der Ärzteschaftkönnte allerdings größer sein. In einergestern von der KV Nordrhein veröf-fentlichten Liste von Hausarztpraxen,die Corona-Tests durchführen, stehennur vier Mediziner aus Oberberg. Dieübrigen fürchteten offenbar, potenziellCorona-Infizierte in ihre Praxen zu las-sen, glaubt Hagt. Er hat den niedergelas-senen Ärzten deshalb angeboten, miteigenem Personal die Testeinrichtungendes Kreises zu nutzen, und die Bürger-meister gebeten, auf die Ärzte in ihrenKommunen zuzugehen. Inzwischenwachse die Bereitschaft, eigene Patien-ten abzustreichen. Verpflichtet seien dieÄrzte nicht dazu."

 

Wir haben dazu sofort Stellung gegenüber der Lokalredaktion bezogen:

 

"Sehr geehrte Damen und Herren,
 
die Aussagen zu den niederglassenen Hausarztpraxen können wir so nicht stehen lassen.
Ich verweise auf die von mir durchgeführte Umfrage bei oberbergischen Praxen, deren Ergebnis und
Interpretation ich auf der Homepage des Hausärzteverbandes Oberberg veröffentlicht habe und welches
ebenfalls der KV Nordrhein mitgeteilt wurde.
90% der Hausarztpraxen behandeln ihre Patienten mit Covid-19-Symptomatik.
Es geht nur um die asymptomatischen und zugewiesenen Patienten, zu denen 50% der antwortenden Praxen eine organisatorische Überforderung befürchten wegen fehlender Kapazitäten, da
die Regelversorgung kranker Patienten im Vordergrund steht. Aufgrund der Abnahme von Hausarztpraxen kommt es ebenfalls zu rückläufigen Kapazitäten für zusätzlich Leistungen, die ebenfalls
räumliche, personelle und zeitliche Ressourcen binden und ursprünglich und bis zu den Rechtsverordnungen des BMG gar nicht in den hausärztlichen Bereich fielen.
 
Landrat und ÖGD haben nicht nachgefragt. Eine genauere Analyse der Situation wäre wünschenswert.
 
Mit freundlichen Grüßen
 

Dr. Ralph Krolewski"

10.08.2020  Das Ergebnis der Umfrage findet sich hier:

 

Unsere Interpretation der Ergebnisse:

 

1. Wir haben bei ca. 50% der oberbergischen Hausarztpraxen eine anonyme Befragung in der vergangenen Woche durchgeführt. Über 14% der Praxen haben geantwortet und damit ist diese Umfrage repräsentativ und lässt Schlussfolgerungen zu. Wichtig sind aus unserer Sicht folgende Ergebnisse:
90% der Praxen kümmern sich um Covid-19 Patienten und haben auch inzwischen entsprechende Schutzausrüstung (und wahrscheinlich auch entsprechender Schutzkonzepte). Hinsichtlich der rein diagnostischen Abstriche durch die Rechtsverordnungen des Bundesministeriums für Gesundheit befürchten viele Praxen eine organisatorische Überforderung (54,5%), die sie behindert an der Versorgung aller anderen Patientengruppen bei fehlenden Kapazitäten, und 45,5% haben angegeben,keine zugewiesenen Patienten zur Abklärung und Behandlung zu übernehmen.
 
2. Es ist davon auszugehen , dass durch Reise-Rückkehrer, die nicht bei Einreise an den Flughafen oder an der Grenze abgeklärt wurden, täglich Anfragen an die oberbergischen Hausarztpraxen kommen. Ebenfalls sollen auf freiwilliger Basis Erzieher*innen und Lehrer*innen alle 2 Wochen nach Vorlage eines Berichtigungsscheines in Praxen Abstrichuntersuchungen durchführen lassen können. Unter Zugrundelegung der bekannten Zahlen zu dieser Berufsgruppen würden durchschnittlich pro oberbergischer Hausarztpraxis Woche ca. 20 solcher Tests für diesen Personenkreis anfallen. Dadurch werden Personal-/Zeit- und Raumkapazitäten unter Infektionsschutzgesichtspunkten erforderlich, die aufgrund der sinkenden Zahlen von Hausarztpraxen im Oberbergischer Kreis bei Anforderungen in der Regel-Versorgung nicht unbedingt gegeben sind. Uns sind derzeit keine anderen Berufsgruppen bekannt -außerhalb des öffentlichen Gesundheitsdienstes- die solche Abstriche im Oberbergischer Kreis durchführen, obwohl alle dazu berechtigt sind.
 
3. Die Hausarztpraxen, die unter Pandemie-Bedingungen sowohl die Regelversorgung stemmen als auch mit den neuen Infektionssituationen konfrontiert sind und  den Krankenhäusern den Rücken frei gehalten haben im Unterschied zu Ländern, die keine ausgebildete allgemeinmedizinische Versorgung haben, sind durch die neuen politisch entschiedenen Regelungen, z.B. zu den Reise-Rückkehrern, ohne entsprechende Vorbereitung  mit Aufgabestellungen betraut, die dem Bereich der öffentlichen Gesundheits-Versorgung entsprechen .
Alle Kapazitäten und Planungsgrundsätze sind bislang dagegen hinsichtlich der kurativen Krankenversorgung definiert . In Deutschland hat es bislang  keine Pandemie-Planung gegeben  und auch nicht in NRW, die die Akteure sowohl in der Planung als auch in der Organisation einbezogen hat, obwohl das seit 2012 gefordert wurde. Wir  gehen davon aus, dass aufgrund der Umfrage maximal 50% der Hausarztpraxen im Oberbergischen Kreis  Kapazitäten haben, 20 bis maximal 50 Abstriche pro Woche neben der sonstigen Arbeit durchzuführen. Dazu muss erwähnt werden, dass zur Durchführung dieser Aufgaben auch besondere Raum-und Organisationskonzepte gegeben sein müssen.
Insgesamt haben die Mitarbeiter im Gesundheitswesen aufgrund vorliegender Studien ein 3-4-fach erhöhtes Risiko , sich im Kontakt mit Patienten, die häufig asymptomatisch sind, anzustecken, was nicht nur gesundheitliche Risiken beinhaltet, sondern auch den Ausfall als VersorgerPraxis für den Quarantänezeitraum als Konsequenz hat.
Eine Basis-Notfall-Regelversorgung im Oberbergischer Kreis bedarf mindestens 30% der Hausarztpraxen, die sich ausschließlich der grundlegenden Versorgung der Bevölkerung widmen bei Wegfall von Vorsorgeuntersuchungen und anderen Beratungsanlässen und Bürokratie .
 
4. Bislang liegen  keine Rückmeldungen vor, die seit der letzten Woche auf eine akute Überforderung hinweisen. Da wir aber in einer sich dynamisch entwickelnden Situationmit mit zur Zeit noch  absehbar unklarem Verlauf sind, kann sich das schnell ändern. Es wird dann davon abhängen, inwieweit andere ärztliche Berufsgruppen sich für  Abstriche zur Verfügung stellen und damit  Hausarztpraxen entlasten. Dadurch könnten im ambulanten  Bereich die Kapazitäten nach vorsichtiger Schätzung verdoppelt werden. Der öffentliche Gesundheitsdienst ist hinsichtlich seiner Personalkapazitäten durch die Aufgaben nach dem Infektionsschutzgesetz gebunden.
Angesichts der Einschätzung von Internationalen Expertenteams , veröffentlicht in der Zeitschrift „nature“in der vergangenen Woche, wird uns Covid-19 in  Abhängigkeit von Impfungen, sobald sie zur Verfügung stehen,  und den noch unklaren Immunantworten sowohl der Geimpften als auch der Erkrankten nicht nur bis 2021 beschäftigen, sondern darüber hinaus.
Befürchtet wird eine endemische Situation über Jahre, in der es immer wieder zu Ausbrüchen kommen kann. Für eine solche Situation gilt es, sich organisatorisch und hinsichtlich der personellen und materiellen Kapazitäten vorzubereiten und nicht mit heißer Nadel zu stricken.Dieses  erfordert die „neue Realität“ und kann nicht dazu führen, dass durch ministerielle  Entscheidungen und ohne Beteiligung der Akteure Konzepte zu Lasten der Hausarztpraxen durch Rechtsverordnung durchgedrückt werden.Die Kassenärztliche Bundesvereinigung hat aus diesem Grunde klargestellt, dass die Beteiligung von Ärztinnen und Ärzten an Abstrichen aus nicht-medizinischen Gründen freiwillig ist zur Unterstützung von Aufgabenstellungen, die eigentlich dem öffentlichen Gesundheitsdienst obliegen.
 
5. Beim derzeitigen Arbeitsanfall hat sich die Mehrzahl der oberbergischen Hausarztpraxen (siehe Umfrageergebnis) zu den Finanzierungsfragen nicht abschließend geäußert. Hinsichtlich des Zeit-, Organisations-, Personal-und Materialeinsatzes  sind mit Sicherheit 15 € für einen durch Rechtsverordnung  von Minister Spahn festgesetzten Betrag für diagnostische Abstriche bei Reise-Rückkehrern zu wenig.
Es gibt unseres Wissens Praxen, die es ablehnen, für 15 € Abstrichuntersuchungen durchzuführen.
 
 

 

 

30.07.2020

Uns interessiert, wie die oberbergischen Hausarztpraxen aufgestellt und ausgerüstet sind, wenn es zu zunehmenden Covid-19-Abklärungen und Behandlungen kommt.

An der anonymen Umfrage können alle Hausärztinnen und Hausärzte teilnehmen. Je mehr, desto repräsentativer. Die Umfrage nimmt nur einige Minuten für 10 Fragen in Anspruch.

 

Der Link zur Umfrage ist hier.https://de.surveymonkey.com/r/8QCCMP7

 

 

04.06.2020:

Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass Kinder an SARS-CoV2 erkranken und die Infektion übertragen ?

Darüber gibt es kontroverse Diskussionen, die hinsichtlich der Öffnung von Kindertagesstätten bedeutsam sind.

Die Arbeitsgruppe um den Virologen Prof. Drosten, Charité Berlin, kommt in einer eigenen, derzeit als Pre-Print veröffentlichten Studie an über 3.000 Kindern, zu der einschätzung, dass Kinder, die weniger häufig symptomatisch erkranken, genauso infektiös wie Erwachsene sind aufgrund der festgestellten Virus-Last in Rachenabstrichen.

In MEDLINE, der größten medizinischen Datenbank mit über 5.000 medizinischen Fachzeitschriften, die Veröffentlichungen nur nach Beurteilung durch Fachgruppen zulassen (Peer-Review), kann mit den Suchbegriffen "Coronavirus-Covid-19 AND children AND transmission" gesucht werden mit den fortlaufend aktuellen studien zu dieser Fragestellung.

 

Aktuelle Todesursache Nr.1 weltweit: Covid-19-Infektionen (auf das Bild klicken)

Neues Coronavirus (Covid-19) und mögliche Gefahren, organisatorische Anforderungen zur Prävention und Kontrolle

Vermeintliche Experten stellen Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Epidemie in Frage. Der Faktencheck  entlarvt einige Behauptungen und Mißverständnisse.

Der Vorstand des oberbergischen Hausärzteverbandes beteiligt sich ebenfalls an der UN-Initiative "Verified", die im Rahmen einer weltweiten Massenmobilisierung auf dem Boden verlässlicher Informationen dem lebensgefährlichen Treiben von Verschwörungstheoretikern und Verbreitern von Falschinformationen entgegentreten will. Die weltweite Zusammenarbeit zur Bekämpfung der Pandemie darf durch diese Kräfte nicht behindert oder gefährdet werden.

Der Vorstand des oberbergischen Hausärzteverbandes fordert nach Einstufung des Covid-19-Virus in Risikoklasse 3 nach den Arbeitsschutzbestimmungen Gefährdungsanalysen und Verfahrensregelungen für die Notfallpraxen zum Schutz von Mitarbeitern und Patienten.

Vorstand des oberbergischen Hausärzteverbandes fordert gem. Beschluss der Mitgliederversammlung vom 18.02.2020 von  der KVNO und der GMG angesichts einer drohenden Covid-19-Epidemie Gefährdungsbeurteilungen und Verfahrensanleitungen nach Arbeitsschutzbestimmungen (TRBA / BiostoffVO) für die Notfallpraxen. Diese gelten auch für Arztpraxen.

 

Nach den aktuellen Risikoanalysen des ECDC steigt das Risiko zu Clusterbildungen und schneller Ausbreitung des Covid-19- Virus in den europäischen Ländern- wie derzeit in Italien- mit zunehmender Gefahr zu einer Covid-19/ SARS-2nCov-Epidemie. Das Covid-Virus ist aktuell von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin in die Riskoklasse 3 eingestuft werden, womit die entsprechenden Bestimmungen der TRBA 250 und der BioStoffVO gelten mit notwendiger fachlich qualifizierter Riskobeurteilung und Verfahrensanleitungen in Verantwortung der Betreiber von Gesundheitseinrichtungen.

 

Dieses gilt somit auch für die Notfallpraxen in Trägerschaft der KVNO/ GMG.


Wir fordern deshalb für den oberbergischen Hausärzteverband, unverzüglich für die bestehenden Notfallpraxen im Oberbergischen Kreis solche Maßnahmen zu treffen und bekanntzugeben und fügen die einstimmige Beschlussfassung der Mitgliederversammlung vom 18.02.2020 bei (s.u.).

Ohne solche Maßnahmen schätzen wir in den Wartebereichen und bei engen räumlichen Verhältnissen wie z.B. in der Notfallpraxis in Gummersbach die Übertragungsrisiken für Patienten und Mitarbeiter als hoch ein.
Ohne Gefährdungsanalysen und risikomindernde Maßnahmen nach der TRBA können im Epidemiefall keine Mitarbeiter in den Notfallpraxen eingesetzt werden oder Ärzt*innen zum Einsatz kommen, da diese keine Organisationshoheit über die räumlichen Verhältnisse haben und nur bedingt bei Massenandrang von Erkrankten die Situation gefahrenmindernd strukturieren können.

 

Einstimmige Beschlussfassung der Mitgliederversammlung des oberbergischen Hausärzteveebandes am 18.02.2020:

"Risikobeurteilung von Notfallpraxen für besondere epidemiologische Lagen bei epidemischer Ausbreitung hochpathogener Keime gefordert
 
Die Mitgliederversammlung des oberbergischen Hausärzteverbandes fordert:
Jederzeit können sich bedeutsame epidemiologische Situationen entwickeln. Auf dem Hintergrund der sich noch hinsichtlich der Auswirkungen auf Deutschland unklar entwickelnden Verbreitung und Auswirkungen  von 2019-nCorV (Covid-19) und ggfs. anderer  hochpathogener Keisme mit Ausbreitungen über Tröpfchenbildungen und Aerosole  sollen Risikobeurteilungen für die bestehenden Notfallpraxen durch den jeweiligen Träger erfolgen und risikomindernde Konzepte entwickelt werden.
Es gilt vorbereitet zu sein.
Ein Zustrom von Patienten in Notfallpraxen mit unklarem Infektionsstatus, fehlender Triage vor Eintritt in engbestuhlte Wartebereiche, Wartezeiten mit Expositionsrisiken und eingeschränkte Isoliermöglichkeiten stellen für Patienten, Betroffene und Mitarbeiter ein Risiko dar, welches in besonderen epidemiologischen Situationen (Public Health Emergency) sich völlig unkontrolliert entwickeln kann.
Nach ECDC-Kriterien stellen Notfallpraxen Schlüsselbereiche in der ersten Kontaktlinie dar und müssen aktiv in Maßnahmen zur Infektionsprävention und -kontrolle einbezogen werden."

 

https://www.baua.de/DE/Angebote/Aktuelles/Meldungen/2020/2020-02-19-Coronavirus.html

Am 24.01.20 erschien in NEJM ein "Brief Report" unter dem Titel

"A Novel Coronavirus from Patients with Pneumonia,China 2019". Der Originalartikel liegt uns vor. Die Autoren des CDC ind China und von chinesischen Universitäts- und Forschungseinrichtungen beschreiben, wie bei drei stationär behandelten Patienten mit unbekannter Pneumonie aus Wuhan , von denen 1 im Verlauf unter Beatmung verstarb. Die Patienten "were epidemiologically linked to a seafood and wet animal wholesale market in Wuhan, Hubei Province, China."


Ein Team von Spezialisten im Rahmen einer " Rapid response" arbeiteten Bronchiallavagen mit molekularen Techniken und Biosequenzmethoden auf und fanden ein bislang unbekanntes zur Coronavirus-Gruppe gehörendes Virus, welches als 2019- nCorV bezeichnet wurde. Seit 11.02.2020 ist die offizielle Bezeichnung: Covid-19.


Seitdem laufen in großem Stil Maßnahmen zur Infektions- Prävention und -Kontrolle (IPC) mit Abriegelung von Großstädten und Regionen mit insgesamt 53 Mio. Einwohnern, Verstärkung von Ordnungsmaßnahmen und Mitarbeitern des Gesundheitswesens bei massiver Inanspruchnahme der Krankenhäuser, Ansteigen der Erkrankungszahlen und der tödlichen Verläufe. es handelt sich um einen großen Ausbruch eines neuen und hinsichtlich der Auswirkungen unbekannten Erregers.
Die Autoren schreiben in der Zusammenfassung des o.a. Artikels:
"Of critical importance are epidemiologic investigations to characterize transmission modes, reproduction interval, and clinical spectrum resulting from infection to inform and refine strategies that can prevent, control, and stop the spread of 2019-nCoV."

Das heißt im Klartext, dass sowohl der Übertragungsmodus , das Verhalten des Virus in befallenen Organismen und das klinische Erscheinungsbild und die Häufigkeit schwerer und tödlicher Verläufe völlig unklar sind.

 

Ein medizinisch-wissenschaftlicher  Artikel von 2018  beschreibt die epidemiologischen Landkarte in China zu ausbrechenden und wiederausbrechenden Infektionen in der Entwicklung seit Anfang des Jahrtausends und die treibenden Faktoren, darunter ökologische Faktoren, Klimawandel und Urbanisierung. Neue Virustypen entstehen und können unter den Bedingungen zu Ausbrüchen und Mensch-Übertragungen führen.

 

Es wird  klar, dass wir uns hier auch in Deutschland sehr viel besser aufstellen müssen angesichts der schnellen Ausbreitungen durch den internationalen globalisierten Reiseverkehr und des Auftauchens völlig neuer Erregertypen, die zu Pandemien führen können.

 

Die notwendigen Maßnahmen für z.B. Notfallambulanzen und den ambulanten Bereich, wie es WHO, CDC und ECDC vorschlagen zu Früherkennung, Isolierung und enger Zusammenarbeit mit dem ÖGD empfehlen, sind in den Empfehlungen des RKI nicht enthalten, da diese nur von der KRINKO für den stationären Bereich entwickelt wurden.
Die Maßnahmen zur Infektions-Prävention und -Kontrolle  (IPC) stellen insbesondere an den Stellen mit Erstkontakten eine entscheidende Größe dar.


In vielen Ländern haben die Konzepte zu Rapid Responses zu umfangreichen Organisationskonzepten geführt , die in der Alarmierungsphase Webinare, Videokonferenzen und schnelle Kommunikationswege umfassen und Fortbildungs- und Trainingseinheiten in der Vorbereitungsphase umfassen.

 

Der Vorstand des oberbergischen Hausärzteverbandes hält es für ratsam, sich organisatorisch auf einen Ausbruch hochpathogener Infektionen  vorzubereiten mit IPC-Maßnahmen , deren Kernelemente auch auf Hausarztpraxen als mögliche Erstkontaktstellen mit Erkrankten zutreffen.

Die möglichen Abläufe sollen im hausärztlichen Qualitätszirkel und in der Lenkungsgruppe der Haus- und Kinderärzte Oberberg besprochen und mit dem öffentlichen Gesundheitsdienst ausgetauscht werden. Ebenfalls halten wir es für enorm wichtig, dass Vorbereitungen für den ärztlichen Notdienst und die Notfallpraxen getroffen werden. Zielführend sind für uns neben den lückenhaften nationalen Empfehlungen für den ambulanten Bereich die IPC-Empfehlungen der WHO zu 2019-nCorV und des ECDC . Diese sollen in der Anwendung auf Hausarztpraxen mit den Kolleg*innen erörtert werden .

 

Gummersbach, den 27.01.2020 und 11.02.2020

 

 

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