Hausärzteverband Oberbergischer Kreis
Hausärzteverband Oberbergischer Kreis

Statements des Vorstandes des Oberbergischen Hausärzteverbandes zu neuem Coronavirus

28.07.2021

 

Statement zu den Presseberichten, dass wenige Personen zu den Impfungen erscheinen und IMpfstoffe weggeworfen werden müssen:

 

<"Das notwendige Wegwerfen von Impfstoffen und die fehlende Möglichkeit der Verwendung andernorts sowie die im Impfzentrum um 85 Prozent zurückgegangenen Impfzahlen bei noch lange nicht erreichter ausreichender Durchimpfungsrate lassen die Alarmglocken schrillen. Diese Entwicklung stellt sich auch in den Hausarztpraxen dar.
Insgesamt hat der Bund nach vorliegenden Informationen 320 Mio..Impfdosen bei verschiedenen Herstellern bestellt, die bei abgeschlossener Impfung alle eine hohe Wirksamkeit gegen schwere Verläufe der Delta'-Variante und damit schwerer und bleibender Organ-Komplikationen haben.

Wir haben es also mit einem Überangebot an Impfungen bei dramatisch gesunkener Impfbereitschaft zu tun mit schneller Ausbreitung der Delta-Variante insbesondere bei 16-25-jährigen mit schnell steigenden Inzidenzzahlen, was der Mobilität und den Kontakthäufigkeiten folgt.

Die Delta-Variante führt zu einer hohen Viruslast im Rachenruam  und erhöht die Übertragungsrate in Hausgemeinschaften bei 1 infizierten Person von 42 auf 78 v.H., führt zu einem um 187 Prozent erhöhtem tödlichen Verlauf gegenüber der ursprünglichen SARS-CoV2-Variante bei Ungeimpften und zu einem um ca. 320 Prozent erhöhten schwerwiegenden Verlauf mit Organkomplikationen an Gehirn, Nervensystem, Herzmuskulatur, Nieren und Lunge.

Wenn sich 30 Prozent der oberbergischen Bevölkerung, und zwar die über 12-jährigen, nicht impfen lassen und sich unter Lockerungsbedingungen bewegen, bedeutet das:
Infektionsrisiko und Ansteckungsrisiko für andere in der asymptomatischen Periode ab dem 4. Tag in den kommenden Monaten: 78 v.H.( 81.600), davon 10 v.H. mit schwerem Verlauf (8.160), von denen 2.450 bei Überleben eine oder mehrere Organschäden davontragen können, gegen die es keine Therapie gibt.

Dagegen schützen die Impfungen zu über 90 v.H. bei zu vernachlässigenden Nebenwirkungen !
Bei Geimpften, die selbst hoch geschützt sind, wird das Übertragungsrisiko bei Infektion in häuslichen Gemeinschaften um 20 v.H. gesenkt, d.h. alle sollten geimpft sein.
Dadurch werden ebenfalls die jüngeren Kinder und Schüler geschützt, die nicht Verbreiter der Infektion sind, aber durch erwachsene Kontaktpersonen infiziert werden können.

Bei Ausbreitung der Delta-Variante kommen ebenfalls wieder die mit dem BioNTec-Impfstoff durchgeimpften Personen der Prio-Gruppe 1 in Gefahr, deren Immunantwort schwach ist bei über 80-jährigen.

30 v.H. der Bevölkerung entscheiden jetzt durch ihr Verhalten , ob der Kampf gegen die Pandemie verloren wird mit katastrophalen Folgen für die eigene Gesundheit und für die von anderen."

02.07.2021

Bis 06.07.21 um 12:30h müssen die Impfstoffbestellungen von den Praxen für die 28. KW erfolgen. Nach den geänderten STIKO-Empfehlungen, die bislang zum heterologen Impfschema nur vorläufig sind und deren Studiengrundlage von der STIKO nicht veröffentlicht wurde bei bislang fehlender Evaluation (!), wird eine Zweitimpfung nach Erstimpfung mit AstraZeneca mit dem BioNTech-Impfstoff mit auch möglichem verkürzten Impfabstand empfohlen. Von der KV Nordrhein wurden um 13:57h die Praxen per e-mail informiert, wenn sie das noch am Freitag lesen:

 

"Hinweis: Wir empfehlen den Praxen vor diesem Hintergrund, alle Patienten zu kontaktieren, die eine Zweitimpfung mit Astrazeneca erhalten sollen und abzufragen, ob sie mit Verweis auf die angepasste STIKO-Emp-fehlung nun die zweite Dosis mit einem mRNA-Impfstoff erhalten möchten – und dann anhand dieser Rück-meldung den Impfstoff zu bestellen. Bedenken Sie bei Ihrer Terminplanung bitte auch, dass sich der Zeitpunkt der Zweitimpfung ändert, wenn nach heterologem Impfschema geimpft wird.Uns ist vollkommen bewusst, dass dies für Sie und Ihre Praxisteams viel zusätzlichen Arbeitsaufwand bedeutet. Wir sind dabei, weitere Fragen abzuklären und Ihnen mögliche Problemlösungen an die Hand zu geben. Wir bitten um Verständnis dafür, dass wir die Auswirkungen dieser STIKO-Empfehlung erst einmal selbst einordnen müssen – uns liegt dazu auch noch kein entsprechender Erlass des NRW-Gesundheitsministeriums vor, den wir benötigen, um Dinge konkret umsetzen zu können."

 

Statement des Vorsitzenden des Oberbergischen Hausärzteverbandes dazu:

 

"Das ist ein völlig unüberlegter Schnellschuss, der vorne und hinten nicht klappen kann! Die Praxen können nicht pro Praxis bis zu 100 Impftermine in der 28. KW zusätzlich für vorgezogene Zweitimpfungen nach Erstimpfung in der 24. KW mit telefonischer Kontaktierung der Impflinge, Aufklärungsarbeit, Einverständniseinholung einrichten und bis zu 10 Stunden notwendige Behandlungszeiten für Patienten verschieben. Das geht überhaupt nicht ! Wessen Interessen sollen hierbei bedient werden ? Wir informieren gerade schriftlich anfragende Impflinge zur am 01.07.2021 auf dem Preprint-Server MedRxiv veröffentlichten Studie Ulmer Virologen mit 26 Probanden (!), denen nach kombiniertem Impfschema Blutproben abgenommen wurden, um die Wirksamkeit der heterologen Impfung darzulegen. Die Veröffentlichungsplattform warnt eindeutig davor, aus nicht geprüften und nicht in Fachkreisen evaluierten Studien Empfehlungen abzuleiten !

In den Praxen soll jetzt dieser Wirrwarr ausgebadet werden !"

01.07.2021

Aktuell empfiehlt die STIKo bei den Covid-19-Impfungen ein heterologes Impfschema für alle Altersgruppen: BNT nach vier Wochen nach Erstimpfung mit AZ.

Zu erwarten ist, dass den Praxen jetzt bei den Zweitimpfungen mit Wunsch nach BNT die Praxis  eingerannt wird.

Ein Statement des Vorsitzenden des Oberbergsichen Hausärzteverbandes:

"Die STIKO-Empfehlungen beziehen sich offensichtlich 
auf eine noch nicht bewertete sehr kleine Studie mit 
26 Teilnehmer*innen und nur aufgrund der Ergebnisse 
von Blutuntersuchungen zu Antikörpern 
und T-Zellen 
(Immunogenizität).
Wieviele ernste Verläufe durch hetrologes Impfen 
verhindert werden , kann niemand sagen.
Die Wirkungen nach der Zweitimpfung sind aber sowohl 
für BNT als auch AZ nachgewiesen, nur nach der 
reinen Erstimpfung sind gegenüber der Delta-VAriante 
geringere Wirkungen (ca. 33%), 
die nach der Zweitimpfung auf 88% ansteigen.

Entscheidend sind Impfstoffmengen und 
Impfgeschwindigkeit.
Die heterologe Impfung erhöht nur die 
Impfgeschwindigkeit bei Zweitimpfungen, 
entzieht aber dadurch Impfstoffe für Erstimpfungen.
Wir erhalten für kommende Woche nur 12 Impfdosen BNT,
 die alle bereits für Erstimpfungen vergeben sind.
Zu der schmalen Datenbasis und zur Impfstoffverteilung
 äußern sich weder die STIKO noch das BMG.
Das ist von der Wirkung her chaotisch !
Die Impfbereitschaft lässt gerade kolossal nach."
In den sehr einseitigen Darstellungen der offensichtlich tendenziell betriebenen "The Epoch Times" erschien ein Bericht über eine "Meta-Studie" zur Schädlichkeit von Masken, der auch in Oberberg in sozialen Netzen verbreitet wird.
 
Wir warnen vor den Aussagen dieser einseitigen Darstellung und den schädlichen Konsequenzen. Der Vorsitzende des oberbergischen Hausärzteverbandes Dr. Krolewski bezieht Stellung zu diesem pseudowissenschaftlichen Vorgehen und der damit verbundenen Manipulation:
 
"Vorsicht vor dieser Darstellung einer bereits in der Methodik einseitig angelegten Veröffentlichung von mehrheitlich Einzelpraxen im "International Journal of Environmental Research and Public Health" in "Epoch-Times" mit häufig wissenschaftsfeindlichen und auf tendenziellen Einzelmeinungen aufbauenden Artikeln.
Es handelt sich in der Veröffentlichung zur behaupteten Schädlichkeit von Masken auf keinen Fall um eine Meta-Analyse oder Systematische Review. In der Suchstrategie der Autoren, was "Epoch-Times" verschweigt, wurde nur nach Negativ-Effekten gesucht ohne Prüfung zumindest der Null-Hypothese, was extrem unwissenschaftlich ist.
Nach Einreichen der Arbeit in einem nur online veröffentlichendem Journal erfolgte eine Prüfung (Reviewing) innerhalb weniger Tage, was auffällig ist. M.E. wäre diese Arbeit von den meisten wissenschaftlichen Veröffentlichungsorganen zurückgewiesen worden. Zur Methodik schreiben die Autoren ( von mir ins Deutsche übersetzt) :"Unser Ansatz, den Fokus auf negative Effekte zu beschränken, erscheint auf den ersten Blick überraschend. Ein solcher Ansatz hilft uns jedoch, mehr Informationen zu erhalten. Diese Methodik steht im Einklang mit der Strategie von Villalonga-Olives und Kawachi, die ebenfalls eine Überprüfung ausschließlich der negativen Auswirkungen durchgeführt haben." Bei der aufgeführten Literatur ist festzustellen, dass die Veröffentlichungen zu Laboruntersuchungen teilweise mehr als ein Jahrzehnt alt sind und z..B. die epidemiologischen Untersuchungen zu Masken aus Asien, vorgestellt zu Anfang der Pandemie von Prof. Leung, Hongkong, in London bei London School of Hygiene and Tropical Medicine in Kooperation mit weltweiten Forschungsinstituten offensichtlich nicht berücksichtigt wurden.
 
Diese Methodik der "Epoch-Times" mit Falschdarstellung bzw. Verschweigen der Methodik und des "Cherry Picking"
( Nur das Suchen, was einem passt) zeigt die Bauernfängerei auf, die hier betrieben wird und in der Konsequenz Menschen in Gefahr bringt !"

17.04.2021

Angesichts der Diskussionen um die zugelassenen Covid-19- Impfstoffe, ihren Wirkungen und Nebenwirkungsrisiken erklärt der Vorstand des Oberbergischen Hausärzteverbandes:

 

- Alle zugelassenen Impfstoffe sind wirksam zur notwendigen Senkung des Risikos schwerer und tödlicher Verläufe von Covid-19-Infektionen und bieten damit die Chance, bei einer hohen Impfrate von mehr als 67% der Menschen die Pandemie zu besiegen. Dieses Ziel sollte durch Massenimpfungen, für die die Hausarztpraxen hohe Kapazitäten und Kenntnisse haben , so schnell wie möglich erreicht werden. Es ist absehbar, dass bis Mai die zur Verfügung stehenden Impfstoffmengen vervielfacht werden. Die Vorteile der Impfungen hinsichtlich einer solchen positiven Wirkung liegen um das mind. 280.000fache (!) höher als das Auftreten einer bedrohlichen Nebenwirkung auch bei unter 60-jährigen. Alle anderen Impfreaktionen sind vorübergehender Art innerhalb von 1-2 Tagen. Das Risiko von Ungeimpften , an einer Covid-19-Infektion zu versterben, liegt um das ca. 10.000 fache höher als das Risiko einer schweren Impfreaktion und um das ca. 30.000fache höher, einen schweren Verlauf zu erleiden sowie dem 10.000fachen, dann eine fortwährende schwere Organschädigung mit drohender Frühinvalidität davonzutragen.

 

- Die sehr selten auftretenden Sinusvenenthrombosen bei Impfungen mit dem AstraZeneca-Impfstoff ( ca 3 auf 1 Mio.Geimpfte) haben mit Vorerkrankungen wie Krampfaderleiden,  Thrombosen in der Vorgeschichte und Veränderungen von Gerinnungsfaktoren (Protein-C-Mangel,Faktor 5-Leiden) nichts zu tun, worauf sich Sorgen richten, sondern ergeben sich aus einem anderen Mechanismus heraus mit unvorhersehbarer Bildung von immunvermittelten Antikörpern gegen Thrombozyten. Zu dieser Einschätzung kommen die von der Uni Greifswald durchgeführten Untersuchungen bei Erkrankten mit Sinusvenenthrombose und haben Therapieempfehlungen erarbeitet, die von der Deutschen Gesellschaft für  Transfusionsmedizin und Immunhämatologie e.V.als "Durchbruch in der Pandemiebekämpfung" dargestellt wurden:

https://www.dgti.de/fileadmin/pdf/presse/stellungnahmen/2021/DGTI_Maerz2021_Blutgerinnung_Impfung_F.pdf

 

- Wegen der extrem geringen schweren Verläufe nach Impfungen mit dem AstraZeneca-Impfstoff empfiehlt die Ständige Impfkommission der Bundesregierung, Unter-60-Jährige generell nicht mit dem AstraZeneca-Impfstoff zu impfen, sondern nur unter einzelner Abwägung und nach umfangreicher Aufklärung, sondern mit einem mRNA-Impfstoff (derzeit der Impfstoff von BioTEc/Pfizer) während für Über-60-Jährige alle Impfstoffe eingesetzt werden können.

Unter diesem Gesichtspunkt ist es völlig unverständlich, dass auf Weisung des Landes in den Impfzentren ab jetzt für die Impfungen der Alterskohorten von über 60 Jahren nur der mRNA-Impfstoff von BionTec/Pfizer zur Verfügung gestellt wird und den Hausarztpraxen vorwiegend AstraZeneca-Impfstoffe , die bei den aktuellen Diskussionen zu einem hohen Beratungsaufwand führen und eine Benachteiligung von Unter-60-Jährigen chronisch kranken Patienten nach den Priorisierungsgruppen nach §3 und §4 der Corona-Impfverordnung führen.

Diese Patienten wollen sich vorwiegend durch ihre Hausärzt*innen impfen lassen aufgrund der Kenntnis der Erkrankungssituation. Hierdurch ensteht ein gesundheitlicher Nachteil von mind. 4-6 Wochen im Pandemieverlauf und eine Umschichtung in der Impfstoffverteilung zugunsten von Alterskohorten, die ohne erhöhte Risiken in den Impfzentren mit dem AstraZeneca-Impfstoff geimpft werden können. Diese auch nicht vorher mitgeteilte Impfstoffzuweisung auf Veranlassung des Landes stellt u.E. eine Verletzung der Empfehlungen der Ständigen Impfkommission unter Betrachtung der dort zugrundegelegten Risikobetrachtungen zu sehr seltenen schweren Nebenwirkungen dar mit Benachteiligung jüngerer chronisch kranker Menschen. Das ist nicht hinnehmbar !

 

- Wir erwarten, dass die Verantwortlichen in der Bundes- und Landesregierung eindeutige Stellungnahmen dazu abgeben und sich klar dafür aussprechen, dass alle Über-60-Jährigen sich mit Vektorimpfstoffen wie AstraZeneca impfen lassen, damit die jüngeren chronisch kranken Patienten der aktuell zur Verfügung stehende mRNA-Impfstoff von BionTec/Pfizer nicht entzogen wird unter würdigung der Empfehlungen der Ständigen Impfkommission.

 

-Wir erwarten, dass die Hausarztpraxen als ein Rückgrat in der Pandemiebekämpfung und beim Impfen nicht laufend vor vollendete Tatsachen gestellt werden, sondern hinsichtlich von Impfstrategien unter Würdigung der Patientengruppen eingebunden werden und keine einseitigen und nicht durch STIKO-Empfehlungen gedeckte Impfstrategien im Impfzentrum gefahren werden , die Tausende von Oberberger*innen in den Prio-Gruppen nach §3 und §4 gefährden !

 

 

 

 

 

17.03.2021

Heute hat das Komitee für Arzneimittelsicherheit der europäischen Zulassungsbehörde entschieden, dass der Astra Zeneca-Impfstoff weiterhin als vorteilhaft zur Pandemie-Bekämpfung angesehen wird und als sicher. Die berichteten thromboembolischen Ereignisse nach Impfungen sind so selten, dass sie unter Erwartungswerten liegen . Die sachverhalte wurden mit Gerinnungsfachleuten besprochen und alle vorliegenden  Berichte bei inzwischen 20 Mio. geimpften Personen gesichtet.

Dr. Krolewski: "Wir können uns auf die Fachleute verlassen. Der Europäischen Arzneimittel-Zulassungsbehörde sind die Entscheidungen übertragen worden und es geht nicht an, dass einzelne Staaten die Impfungen aussetzen ohne detaillierte Informationen zu haben. auch in Oberberg muss jetzt schleunigst mit dem AZ-Impfstoff weiter geimpft werden, denn die Pandemie pausiert nicht, im Gegenteil."

 

17.02.2021

Statement zu Impfungen:

SEI EIN GUTES BEISPIEL: LASS DICH IMPFEN !

ERTRAGE VORÜBERGEHENDE IMPF-NEBENWIRKUNGEN,UM LEBEN ZU RETTEN !

 

50.000 Hausarzt-Teams stehen in Deutschland für Impfungen bereit mit einem Mehrfachen an Impfkapazität als 453 Impfzentren. Hausärzt*innen vertrauen die Patient*innen ebenfalls in der Aufklärung. Die entscheidende Phase in der Pandemiebekämpfung mit den Impfungen in den Praxen muss jetzt organisatorisch vorbereitet werden , u.a. wie den Anspruchsberechtigten auf Impfung nach Impfverordnung die Berechtigung zur Impfung übermittelt wird. Dieses Problem ist umso größer, je knapper der Impfstoff ist.
Das betrifft nicht nur unser Land, sondern alle Menschen weltweit. Impfstoffmenge und Zugang zur Impfung sind entscheidend und : Die Pandemie kann nur weltweit bekämpft werden.
Die Impfungen sind aktuell die einzige Chance dazu.
Aktuell wird zu Unrecht der Astra/Zeneca-Impfstoff als " geringwertiger" und nebenswirkungsreicher eingeschätzt mit Wegbleiben von Pflegeberuflern bei vereinbarten Impfterminen nach Presseberichten.
Im Vergleich zum BionTec/Pfizer-Impfstoff wurden in den Zulassungsstudien unterschiedliche Endpunkte zur Beurteilung der Wirksamkeit beim Impfstoff von AstraZeneca verwendet, so dass eine scheinbare geringere Wirksamkeit sich darstellt, während schwere und tödliche Verläufe verhindert werden. Jüngere Personen reagieren heftiger als ältere auf alle Impfstoffe.Das wird als Reaktogenität bezeichnet.
Da mit dem BionTec/Pfizer-Impfstoff vorwiegend über 80-jährige bislang geimpft wurden, gab es geringere Berichte zu Nebenwirkungen. Diese sollen bei der Zweitimpfung ausgeprägter sein.
Die Verhinderung schwerer und schwerster Verläufe liegt beim AstraZeneca-Impfstoff bei ca. 82 Prozent.
Die Antwort:
" Ich lasse mich mit einem angebotenen Impfstoff gegen Covid-19 impfen und nehme kurzfristige Nebenwirkungen mit Fieber, Abgeschlagenheit und Gliederschmerzen in Kauf, damit wir eine schnelle Herdenimmunität erreichen und Tausende von Pandemie-Toten möglichst verhindert werden. Sei ein Impf-Held!"

14.12.2020

 

Die aktuellen Entwicklungen der Pandemie machen deutlich, wie extrem gefährlich das SARS-CoV2-Virus mit einer Excess-Sterblichkeit von aktuell von über 20% ist.

 

Dr. Krolewski: " Die Pandemie stellt eine Public Health Emergency dar, ein massive Bedrohung der öffentlichen Gesundheit, und erfordert eine maximale Mobilisierung aller Kräfte nicht nur auf den Intensivstationen. Jedem muss klar sein, dass das eigene Verhalten und die Zahl der Kontakte die tödlichen Risiken für die Gesellschaft und das Zusammenleben bedingen."

 

Dr. Aßmann:"Die oberbergischen Hausarztpraxen haben eine hohe Bereitschaft, sich zu engagieren. Mit einem geeigneten und im Kühlschrank lagerfähigen  Impfstoff werden wir in den Praxen aufgrund einer Hochrechnung einer kürzlichen Befragung in 76 oberbergischen Hausarztpraxen pro Woche ca. 15.000 Impfungen durchführen können. Ebenfalls sind die Kolleginnen und Kollegen bereit, sich über ihre Praxistätigkeit hinaus vielleicht halbtagesweise im Impfzentrum einzubringen. Aktuell erfolgen diesbezüglich noch Abklärungen."

 

Dr. Krolewski: "Wir haben die Sachverständigenanhörung der US-Zulassungsbehörde FDA am 10.12.2020 zum BioNTec/Pfizer-Impfstoff verfolgt. Inzwischen ist auch die Phase-III-Studie veröffentlicht. Die Fachleute halten zu 77 Prozent den Impfstoff für sicher hinsichtlich der Nebenwirkungen und sehen größere Vorteile als Risiken in den Impfungen, die innerhalb von 4 Wochen bei einem Gruppenvergleich von Geimpften und mit Placebo Geimpften mit jeweils ca. 22.000 Teilnehmer*innen die Zahl symptomatischer Covid-19-Infektionen bei den Geimpften um 95% senkten."

22.11.2020

Während überall in Deutschland, Europa und weltweit die Covid-19-Fallzahlen und die schweren Verläufe hochschnellen und um die richtigen Maßnahmen zur Eindämmung gerungen wird, sollen ab 2021 Massen-Impfungen zunächst die Risikogruppen, die Gesundheitsberufe und dann weitere Gruppen schützen und den Durchbruch gegen die Pandemie bringen.

 

Dr. Krolewski :

"Wenn wir einen effektiven und sicheren Impfstoff haben, werden die impferfahrenen Hausärzt*innen und ihre Teams eine entscheidende Rolle spielen, damit die Gesellschaft aus dem Aptraum der Pandemie herausgeführt werden kann. Die zeitlichen Belastungen neben der bereits fordernden Praxis-Tätigkeit werden enorm sein, aber wir gehen von vielen Freiwilligen aus, die sich wahrscheinlich über Monate engagieren werden, da wir sonst keine Chance haben."

 

Dr. Aßmann:

"Das Virus ändert sich nicht ! Aus diesem Grunde sind die Zulassungsverfahren als "Notfall-Zulassungen" mit einem neuen Impftoff-Typ hinsichtlich Anforderungen an Transparenz und sorgfältiger wissenschaftlicher Prüfung entscheidend, um ein Vertrauen in die Impfstoffe nach kritischer Prüfung zu erreichen."

 

Wir veröffentlichen aus diesem Grunde hier die deutsche Übersetzung der Ankündigung der US-amerikanischen Zulassungsbehörde FDA zum geplanten Verfahren:

 

„Die FDA erkennt an, dass Transparenz und Dialog für das Vertrauen der Öffentlichkeit in COVID-19-Impfstoffe von entscheidender Bedeutung sind. Ich möchte dem amerikanischen Volk versichern, dass der Prozess und die Auswertung der Daten für einen potenziellen COVID-19-Impfstoff durch die FDA so offen und transparent wie möglich sein werden “, sagte FDA-Kommissar Stephen M. Hahn, MD.„ Die FDA hat sich auf die Überprüfung der EUAs für COVID-19-Impfstoffe über mehrere Monate vorbereitet und ist  bereit, dies zu tun, sobald ein EUA-Antrag eingereicht wird. Obwohl wir nicht vorhersagen können, wie lange die Überprüfung durch die FDA dauern wird, wird die FDA die Anfrage so schnell wie möglich prüfen, während wir dies dennoch gründlich und wissenschaftlich fundiert tun, damit wir einen Impfstoff zur Verfügung stellen können, den das amerikanische Volk so schnell wie möglich verdient. Eine Diskussion über die Sicherheit und Wirksamkeit des Impfstoffs von Pfizer und BioNTech mit diesem Ausschuss, der sich aus externen Experten für Wissenschaft und öffentliche Gesundheit aus dem ganzen Land zusammensetzt, wird dazu beitragen, ein klares öffentliches Verständnis der wissenschaftlichen Daten und Informationen zu gewährleisten, die die FDA bewerten wird, um  eine Entscheidung darüber treffen, ob ein Impfstoff für den Notfall zur Vorbeugung von COVID-19 zugelassen werden soll.

 

Der Vorstand des Oberbergischen Hausärzteverbandes betont, dass er dieses Verfahren nach seinen Möglichkeiten aufmerksam verfolgen wird und ebenfalls, dass dieses kein rein us-amerikanisches Anliegen ist, sondern ein Anliegen der Weltgemeinschaft und aller Länder gegenüber der Pandemie, die vor keiner Grenze halt macht.

Die weltweite Zusammenarbeit von Wissenschaftler*innen , Techniker*innen und dem öffentlichen und privaten Sektor eröffnet erst die Chancen, aus der ernsten  Situation herauszukommen.

 

Dieses wünschen wir uns auch für alle anderen Krisen !

 

Es kommt nicht in erster Linie darauf an, wie manche Politiker gerne im Rampenlicht behaupten, wie wir Weihnachten 2020 feiern, sondern wie wir innerlich die Lichter der Hoffnung erhalten, damit wir in den kommenden sehr fordernden Wochen die Krise meistern und überwinden und danach hoffentlich deutlicher wahrnehmen, was das Wesentliche in einer Gesellschaft und für die Zukunft ist, statt erneut in einen blinden Trott zu verfallen. 

 

"Wir setzen auf die Kraft des kritischen und prüfenden wissenschaftlichen Dialoges, der Forschung und der mutigen Gesundheitsberufe weltweit, die sich den Gefahren entgegenstellen ,und die Hausarztpraxen mit ihren tollen Teams in der ersten Linie."

 

 

17.10.2020

 

Statement des Vorstandes des Oberbergischen Hausärzteverbandes:
 
"Es ist gut, dass die Politik in Deutschland in engem Austausch mit der Wissenschaft ist, zunächst vorwiegend Virologen, zuletzt vor zwei Tagen im Bundeskanzleramt ein Mathematiker und Physiker Meyer-Hermann zu möglichen Ausbreitungsentwicklungen, die inzwischen mathematisch dargestellt werden können inkl. der Wirksamkeit von Maßnahmen.
 
In dem komplexen Geschehen der Pandemie arbeiten über 10.000 Wissenschaftler*innen weltweit . Inzwischen sind über 45.000 Studien und Übersichtsarbeiten veröffentlicht, nicht nur von Virologen, sondern von einer Vielzahl von Disziplinen: Genetikern, Laborwissenschaftler*innen, Immunolog*innen, Epidemiolog*innen, Psycholog*innen, Wirtschaftswissenschaftler*innen. Unter dem Druck der Ereignisse wird bereits vorabveröffentlicht, bevor Veröffentlichungen in geregelten Verfahren vor Veröffentlichungen in Fachzeitschriften kritisch geprüft wurden (Peer Review).
Wie entwickelt sich das Virus, über welche Wege greift es den Organismus an, wie reagiert das Immunsystem, wer ist gefährdet, wie kommt es zu fehlerhafter Immunantwort und was sind Ursachen dafür ( Veranlagung, Alterungsvorgäbge, Umweltfaktoren), welche Bevölkerungsgruppen sind gefährdet, welche gesellschaftlichen Faktoren beeinflussen die Ausbreitung ,in welcher Form, welche therapeutischen Ansätze gibt es usw..?
Es ist völlig klar, dass ohne die wissenschaftlichen Erkenntnisse keinerlei Pandemie bewältigt werden kann oder völlig falsche Maßnahmen getroffen werden.
In einer der ältesten naturwissenschaftlichen Zeitschriften seit 1869 , "Nature" , mit Artikeln aus vielen Wissenschaftsbereichen ,werden orientierende Übersichten aus der Flut der Veröffentlichungen gegeben:
 
 
Aktuell:
- Von der Reaktion des Interferon-Systems hängt die Aktivierung der Immunantwort ab mit neutralisierenden Antikörpern gegen SARS-CoV2, bei Dysbalance können tödliche Reaktionskaskaden ausgelöst werden.
- Unter 15-jährige haben zumeist einen leichten oder asymptomatischen Verlauf, können aber anstecken: Der Fall einer mit Schnelltest negativ getesteten 13-jährigen US-Amerikanerin, die bei einem Ferienaufenthalt in einem Ferienhaus 12 von 14 Familienmitgliedern angesteckt hat.
- Antigen-Schnelltests reagieren erst auf eine höhere Viruslast im Rachen.
- Höhere Ausbreitungsgeschwindigkeiten in städtischen Ballungsgebieten mit höherer sozialer Mobilität. Mögliche Konsequenz: um die Ausbreitung um 82% runterzufahren: 8-wöchiger Lockdown für Großstädte. Es wurden 321 Großstädte mit Bevölkerungsdaten und Mobilitätsdaten weltweit mit statistischen Ausbreitungsmodellen berücksichtigt.
- Menschen mit leichter Infektion haben nicht unbedingt eine bleibende Immunantwort, sondern evtl. einen schnellen Antikörperabfall mit nachfolgender Zweitinfektion.
- Luftschadstoffe haben statistisch einen Zusammenhang mit Infektionshäufigkeiten, da die Abwehrschranke in der Lunge geschwächt ist.
- Das Immunsystem wird auch über die Ernährung getriggert, da Einfluss auf die Darmflora mit immunologisch wirksamen Auswirkungen über die Darmwand. Pflanzen- und mikronährstoffreiche Ernährung hilfreich.
- Impstoffentwicklungen zeigen Antikörperentwicklungen bei guter Verträglichkeit.
- Seit längerem bekannte Medikamente können schwere Verläufe abmildern, da sie auf die Virus-Replikation hemmend einwirken.
Die Erkenntnisse sind im Fluss. Ohne lernende und arbeitende Wissenschafts-Community wären wir wie Blinde in einer gefährlichen Lage.
 
In der Pandemie stellt das richtige und infektionsmindernde Verhalten den entscheidenen Faktor beim Bevölkerungsschutz dar.
Hier helfen nicht Feuerwehr, Rettungsdienst und Zivilschutz, sondern zuallererst das Verhalten aller Bürgerinnen und Bürger privat, am Arbeitsplatz, als Verantwortliche für große und kleine Unternehmen und Gewerbetreibende.
 
AHA-Regeln + Lüften sind wirksam!
 
Sich selbst und andere schützen !
 
Verantwortung übernehmen!"
 

23.09.2020

Der Berliner Virologe Christian Drosten betont in einem aktuellen Interview, dass die Pandemie jetzt im Herbst erst richtig losgehen wird. Das Virus habe seine Eigenschaften nicht verändert. Drosten  tritt dafür ein, das Verhalten entsprechend zu ändern, anstatt über Lockerungen in den Fußballstadien zu diskutieren. Deutschland sei in dieser Situation   nicht ausreichend vorbereitet. Im Rückblick hätten wir eine bessere Situation als andere Länder erreicht, da wir 4 Wochen früher mit den gleichen Maßnahmen reagiert hätten wie andere .

"Wir waren nicht deshalb erfolgreich, weil unsere Gesundheitsämter besser waren als die französischen, oder weil unsere Krankenhäuser besser ausgestattet sind als die italienischen", so Drosten weiter. "Wenn man das jetzt überträgt in den Herbst, dann muss man sich natürlich klarmachen, dass wir auch weiterhin nichts besser machen als andere."
Damit kommen wir zum Thema ,wie es weitergeht, wenn nach einer großen Hochzeitsfeier in Hamm mit Missachtung der Vorschriften 99 Personen sich infizieren und einer ganzen Stadt der Lockdown droht. Außer AHA-Maßnahmen haben wir nichts in der Hand gegen das Virus. Durch diese Maßnahmen kann auch die Übertragung von anderen Atemwegsinfekten wie den jetzt zunehmend Erkältungskrankheiten deutlich gesenkt werden. Deshalb liegt es in der Hand jedes Einzelnen, dazu beizutragen und das muss auch klar angesprochen werden.
Sollten wir alle symptomatischen Patienten  mit Atemwegserkrankungen abstreichen, werden wir sehr schnell an Kapazitätsgrenzen auch der Tests stoßen und dann in einer schnell unübersichtlichen Situation landen. Übernehmen Fieberzentren dann die Behandlung, wer koordiniert die  Versorgung? Wie wird die Zusammenarbeit mit den Krankenhäusern besser gestaltet? Seit März 2020 bestand Gelegenheit, diese Fragen zu beantworten. Mit Pflegediensten haben wir zusammen einen Kommunikationsstandard entwickelt und verlangen, dass die Schnittstellenkommunikation mit Krankenhäusern in Vorbereitung schwieriger Pandemiesituationen besser wird.
 
Unter diesen Rahmenbedingungen versorgen Hausarztpraxen ebenfalls alle anderen Krankheitsbilder und ihre Patienten, genauso wie alle anderen Fachgruppen der Primärversorgung wie Kinder- und Jugendärzte. Aktuell arbeiten wir an einem zeitlichen Limit.

 

29.08.2020

 

Erste Ergebnisse der Blitzumfrage:

 

 

Die Zahlen der Labor-Union in Wehnrath belegen eindeutig, wie sich die angeschlossenen Praxen, unter anderem in Oberberg, bei Abstrichen engagieren, vorwiegend bei eigenen und bei symptomatischen Patienten, inklusive Lehrer*innen ,Erzieher*innen und Reise-rückkehrer*innen, die dem eigenen Patientenstamm angehören.
Eine Blitzumfrage des Oberbergischen Hausärzteverbandes bei hiesigen Hausarztpraxen am Freitag mit bereits repräsentativen Rücklauf zeigt, wie hoch die durchschnittliche Arbeitsbelastung pro Woche bereits bei der Regelversorgung in den Praxen ist. Es stellt sich dar, dass über 83% mehr als 40 Wochenstunden für die Regelversorgung aufbringen und 75% mehr als 50 Wochenstunden.
Kapazitäten für die Teilnahme an Reihentestungen sind dann nicht mehr gegeben. Darauf weisen 91,7% der Praxen, die bei der Blitzumfrage geantwortet haben, eindeutig hin. Auf die Frage, was bei Zunahme von Covid-19-Infektionen für die Hausarztpraxen gilt, geben an: Vorwiegend Durchführung der hausärztlichen Regelversorgung 25%, schwerpunktmäßig hausärztliche Regelversorgung und Betreuung eigener symptomatischer Covid-19-Patienten 50%, Reduzierung der hausärztlichen Regelversorgung und Verlagerung auf Covid-19-Infektquelle und Screening-Diagnostik 0%, hausärztliche Regelversorgung uneingeschränkt zuzüglich Versorgung von Infektfällen und Screening-Covid-19 Diagnostik mit gesteigertem zeitlichen Aufwand 25%.
 
Es zeigt sich eindeutig, dass bei der derzeitigen hausärztlichen Versorgung in Oberberg mit abnehmenden Zahlen der Hausarztpraxen die Kapazitäten für zusätzliche Leistungen nicht vorhanden oder sehr  stark eingeschränkt sind. Der Schwerpunkt der Kapazitäten ist ausgerichtet auf die Behandlungen und  Versorgung von Kranken inklusive Infektpatienten."
 

 

 

28.08.2020

An die Hausarztpraxen im Oberbergischen Kreis:

 

"Liebe Kolleginnen und Kollegen im Oberbergischen Kreis,

bei der Covid-19-Pandemie scheint es ohne die Hausarztpraxen nicht zu gehen. Während bereits die meisten abgerechneten Abstriche durch Hausarztpraxen erfolgen, sollen jetzt neben der Regelversorgung noch zusätzliche Screening-Untersuchungen durchgeführt werden. Neben Nachfragen zu Reise-Rück-Kehrer*innen, Erzieher*innen und Lehrer*innen fragt jetzt die KVNO auch nach, ob Bereitschaften bestehen, für Beauftragungen durch den Öffentlichen Gesundheitsdienst aufgrund einer Rahmenvereinbarung zur Verfügung zu stehen.

Haben Sie Kapazitäten dazu und wie ist Ihre zeitliche Belastung ?

Wir möchten dieses mit einer anonymen Umfrage in Erfahrung bringen, deren Beantwortung unter 2 Minuten in Anspruch nimmt.

Bitte nehmen Sie teil.

Die letzte Umfrage hat dazu geführt, dass wir der Behauptung des Landrates in der Presse, die Hausarztpraxen zeigten geringe Bereitschaft zu Testungen, öffentlich und begründet widersprechen konnten.

Uns wundert, dass keine Körperschaft Umfragen durchführt, aber erwartet, dass wir bereitstehen , unbegrenzt Zeit haben und die sonstige Arbeit (Regelversorgung) nebenher erledigen.

Aus diesem Grunde interessieren uns die Antworten zu dieser Umfrage.

Zur Umfrage:

https://www.surveymonkey.de/r/TX9TWTZ

Mit freundlichen Grüßen

Vorstand des Oberbergischen Hausärzteverbandes"

13.05.2020

 

Pandemien, die weltweit  die Gesundheit der Menschen bedrohen und das wirtschaftliche und soziale Leben zum Erliegen bringen, entstehen nicht ohne Grund.

 

70 Prozent der Pandemien  entstehen aus engen Kontakten zwischen Menschen und Wildtieren und der Zerstörung von natürlichen Lebensräumen und der Veränderungen der Biodiversität. Ein Mitglied des Weltbiodiversitätsrates , Prof. Josef Stettele, trug heute bei der ersten Vorlesung der "Planetary Health Academy" zu diesen grundlegenden Fragen und wissenschaftlichen Erkenntnissen vor. Pandemien werden aufgrund der zugrundeliegenden Faktoren an Häufigkeit zunehmen und eventuell tödlicher verlaufen, so die Fachprognosen, wenn nicht neben einem besseren Frühwarnsystem die grundlegenden Faktoren, die zu massiven Veränderungen in den Ökosystemen, der Veränderung der dominanten Arten durch den menschlichen Einfluss und der Zerstörung von Naturräumen führen durch "Natur-basierte-Lösungen", d.i. umfangreiches Ökosystem-Management und Erhalt der Artenvielfalt. Werden wir in der Corona-Krise lernfähig sein und begreifen, dass jetzt in diese Richtung umfassend investiert werden muss und die Nachlässigkeit gegenüber diesen Faktoren ohne Veränderungen in der Weltwirtschaft und den Agrarsystemen tödliche Konsequenzen für unsere Zivilisationen hat.

 

Im Bundestag fand zum Thema "Zoonosen-Ursache,Verbreitung,Vorbeugung" ein Fachgespräch statt, welches ab 14.05.2020 in der Mediathek des Bundestages dokumentiert ist.

11.05.2020

 

Der Vorstand des Oberbergischen Hausärzteverbandes lädt Hausarztpraxen ein, sich praxisübergreifend in einem Hausärztlichen Corona-Response-Team Oberberg zu Austausch und koordiniertem Vorgehen bei Bestimmung der eigenen Kapazitäten für die diagnostische und therapeutische Begleitung von an Covid-19 erkrankten Patienten und Verdachtsfällen zusammenzuschließen mit folgenden Merkmalen:

 

- Fragen zu Infektionsschutz-Konzepten und Gefährdungsanalysen

- Zusammenarbeit und Koordinierung

- Kommunikation über Standards (KURZ-KOMM COVID-19) und    Schnittstellen, Kooperation mit  Partnern an abgesprochenen Schnittstellen(Pflegedienste,Pflegeheime, Krankenhäuser, Rettungsdienst, ÖGD)

- Kapazitätsfestlegungen

 

Der Vorstand des Hausärzteverbandes Oberberg bietet dazu an:

 

-Organisation der Austauschplattform bei Google-Groups , auf der zu Orga- und inhaltlichen Fragen "Threads" interaktiv angelegt werden (keine Patientendaten !)

- Organisation von Videokonferenzen im Response-Team mit bis zu 25 Teilnehmer*innen.

 

Bis zum 20.05.2020 wird bei Interesse der Teilnahme um Rückmeldung gebeten.

08.05.2020

Nach den jetzt einsetzenden Lockerungen wird es zu einer Zunahme von Covid-19-Fällen kommen. Das ist das übereinstimmende Ergebnis von prognostischen Modellen. Die Landkreise stehen jetzt in der Verantwortung, das Infektionsgeschehen in Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Ärzt*innen zu verfolgen , zu erfassen und ebenfalls in Zusammenarbeit mit unterstützenden Behörden zu reagieren. Nach Auffassung des Vorstandes des oberbergischen Hausärzteverbandes ein der wirtschaftlichen und sozialen Schwierigkeiten anlaufendes "Massenexperiment".

In der Lenkungsgruppe des Bündnisses "Haus- und Kinderärzte Oberberg" arbeiten wir deshalb an der Entwicklung eines kooperativen "Covid-19-Response-Teams" mit festgelegten Rollen und Kommunikationsregeln unter Infektionsschutzbedingungen.

Eine Einschätzung, wie das bei notwendig mindestens 20 Prozent beteiligter Praxen aufgrgriffen wird, haben wir nicht. Insbesondere wird ebenfalls eine Kooperation der Krankenhäuser an den Schnittstellen erwartet.

15.04.2020

Wir plädieren für eine sektorübergreifende Kommunikation zu Patienten mit bestätigter oder vermuteter Covid-19-Infektion und haben dafür- aufbauend auf Vorarbeiten mit Pflegediensten 2009- eine KURZKOMM Covid-19 entwickelt, die gestern bei einem Videomeeting mit oberbergischen Hausärzt*innen Zustimmung fand und jetzt zur Verfügung gestellt wird. Ebenfalls werden Video-Meetings zur Information zu den VErwendungsmöglichkeiten dazu angeboten.

Der regelmäßige Austausch zwischen Mitgliedern des oberbergischen Hausärzteverbandes wird ebenfalls über Video-Meetings organisiert.

02.04.2019

 

Die Bundesregierung hat die Empfehlung zur "Lufttrocknung" der Masken beim ressourcenschonenden Einsatz von FFP2-/FFP3-Masken fallengelassen, da die Corona-Viren dann frühestens nach 3 Tagen von den kontaminierten Oberflächen verschwunden wären. Veröffentlicht wurden jetzt neue Empfehlungen zur kontrollierten thermischen Behandlung in "Ausnahmefällen".

Zur Evidenz dazu hatten wir bereits berichtet.

 

https://deref-gmx.net/mail/client/7Y-oIfczCXE/dereferrer/?redirectUrl=https%3A%2F%2Fwww.apsf.org%2Fnews-updates%2Fpotential-processes-to-eliminate-coronavirus-from-n95-masks%2F

27.03.2020

 

Mail an die Mitglieder der Vertreterversammlung im Vorfeld der heute als Video-Konferenz stattfindenden VV nach zunehmenden Anfragen zu den fehlenden Schutzausrüstungen:

 

"Die Problematik der fehlenden PSA ist enorm. Es sollen eine begrenzte Zahl an die Praxen ausgeliefert werden bei Unsicherheit zu möglichen Nachlieferungen. Aktuell wird die Produktion der DIN-genormten und in Europa zugelassenen Masken zumeist außerhalb Deutschlands aufgenommen und wird mit unbekanntem Modus hinsichtlich der staatlich oder unterstaatlich wahrscheinlich im Bieterwettbewerb stattfindenden Verteilung zu unbekannten Ergebnissen führen.
Die europäische Ebene hat mit Zustimmung ebenfalls der DGUV die PSA-Schutznormen nach DIN vorübergehend ausgesetzt, was einen Import von KN95-Masken zuließe, aber dieser Markt scheint auch heiß umkämpft zu sein.
 
Den Masken wird eine hohe protektive Wirkung zugesprochen (FFP2/FFP3), aber wer behauptet, sie würden eine effektive Barriere gegenüber Viren mit einem Durchmesser von 125 nm darstellen bei einer nach DIN 149 geprüften Durchlässigkeit gegenüber Feinstäuben, vertut sich um den Faktor 5-6.
Die Masken haben allenfalls eine risikomindernde Funktion auch bei optimalem Sitz. Das Risiko der aerogenen Infektion hängt ebenfalls von der Expositionszeit in Räumen mit erhöhter Konzentration infektiöser Aerosole ab. Darauf weisen aktuelle Veröffentlichungen und Risk-Assesdments des ECDC hin.
In der Konsequenz sollten Infektionszentren nur in gut belüfteten Räumen und optimal in Zeltkonstruktionen betrieben werden, wie es in Japan und auch Italien passiert.
Eine weitere bedeutsame Frage ist die Haltbarkeit der Masken.
Der DIN 149-Norm kann man entnehmen, dass die getesteten Masken nach Hitzeexposition von 70 Grad über 24 Stunden die physikalischen Eigenschaften nicht verlieren. Die WHO hat 2003 zu den Eigenschaften der SARS-Viren veröffentlicht, dass die bei Hitzeexposition von >54 Grad über 15 Minuten inaktiviert werden. Das RKI empfiehlt zum ressourcenschonenden Einsatz der Masken eine "Lufttrocknung" , was als äußerst zweifelhafte Empfehlung anzusehen ist, während bei einer kontrollierten Errhitzung im Temperaturbereich zwischen 60 und 70 Grad die o.a. Vorteile gegeben sein können, d.i. Inaktivierung der Viren auf kontaminierten Maskenteilen. Ob die Masken dann mehr als 10 Zyklen z.B. aushalten, ist unklar, weil über solche Zyklen keine Testungen nach DIN 149 erfolgt sind.

Die Masken können zum Gesicht hin mit transparenter Klebefolien aus der Wundbehandlung dicht abgeklebt werden.

Wer nur begrenzt PSA abliefert,, sollte die Kollegen auch mit risikomindernden Infos beliefern, abgeleitet aus den Risk-Assessments des ECDC und den DIN-Normen und ggfs. in Zusammenarbeit mit Fachleuten dazu."

 

Ergänzung: s. Regelungen für Österreich mit Ausnahmegenehmigung durch das zuständige Ministerium:

 

file:///C:/Users/Praxis/AppData/Local/Temp/2020_0_196_661_Persoenliche_Schutzausruestung_Wiederaufberei.pdf

 

26.03.2020

 

Zu den geplanten Maßnahmen der KVNO, am Krankenhaus Gummersbach eine Infektionssprechstunde der Niedergelassenen mit eigenem Personal mit Schutzausrüstung in 4-stundenschichten einzurichten folgendes Statement des Vorstandes des oberbergischen Hausärzteverbandes gegenüber der KVNO:

 

"Sinnvoll nur  in gut durchlüfteten Zelten in 3-Stunden-Schichten. Masken sind nach DIN 149 nur auf Feinstäube (700 nm) und nicht Viren (125 nm) getestet. Zu notwendigen Infektionsschutzmaßnahmen gehören durchlüftete Räume, um die infektiösen Aerosole zu beseitigen, sonst helfen die Masken auch nicht. Bei 4-Stundenschichten im infektionsgefährdeten Bereich gefährden Sie die Akteure ! Die Arbeitsschutzbestimmungen sehen eine maximale Tragezeit von Masken von 120 Minuten vor.
Bitte geben Sie das weiter.
Ich arbeite mit Fachleuten aus dem Bereich der Gesundheitsingenieure zusammen, früher Katastrophenschutz.
Den Vorschlag zu belüfteten Zelten und 3-Stunden-Schichten mit Bildung von Reserven habe ich am 16.03.20 dem Landrat mit Nachricht an die KV vorgeschlagen.
Bitte legen Sie dar, mit welchem Infektionsschutzkonzept aufgrund welcher Risikoanalysen gearbeitet werden soll , z.B. ECDC."


 

 

 

24.03.2020

Ein neuer Tag, an dem die oberbergischen PRaxen wegen der Lieferung einer unbekannten Menge von Schutzausrüstungen durch die KVNO vertröstet werden.

Der Vorstand des oberbergischen Hausärzteverbandes bezieht Stellung:

 

"Nach Infektionsschutzplan NRW (2020) ist der Kreis für einen Infektionsschutzplan für das Kreisgebiet zuständig.
Dieser wurde Infektionsschutzplan des Landes wurde im Februar 2020 veröffentlicht. Liegt ein Infektionsschutzplan für den Kreis vor ? Das wissen wir nicht.
 
Im Infektionsschutzplan NRW heißt es:
 
"3.2.Kompetenzzentrum
Zur Beratung und Unterstützung der Gesundheitsbehörden und der Ärzteschaft in Fragen der Organisation und Umsetzung von Maßnahmen zum Seuchen-bzw. Infektionsschutz der Bevölkerung ist am LZG.NRWein KompetenzzentrumInfektionsschutz NRWeingerichtetworden.
Das KI.NRWunterhält eine 24-Stunden-Rufbereitschaft für infektiologische Notfälle und bietet Beratungsleistungen zum Management von infektiologischen Sondersituationen in NRW an (z.B. zu Fragen einzuleitender Infektionsschutzmaßnahmen, Meldepflichten, Desinfektion, Schutz des Personals, Sonderisoliertransporte oder der Diagnosesicherung). Es leistet in der Regel konsiliarische telefonische Beratung."
 
"4.Vorsorgeplanung
4.1.Örtlicher Infektionsschutzplan
Die Kreise und kreisfreien Städte stellen einen Plan zur Durchführung aller notwendigen Maßnahmen bei Auftreten von Verdachts-oder Erkrankungsfällen auf. Er ist regelmäßig zu überprüfen und ggf. zu aktualisieren."
 
"8.Bereitstellung von Schutzkleidung, Art der Desinfektion und sonstige Maßnahmendes Infektionsschutzes
 
Beim Umgang mit Krankheitsverdächtigen, Kranken und Kontaktpersonen sind auf den Individualfall abzustimmende Schutzmaßnahmen und präventive Hygienemaßnahmen erforderlich.Für Beschaffung und Bevorratung der entsprechenden Schutzkleidungfür untere Gesundheitsbehörden, Krankenhauspersonal, Rettungsdienste, Feuerwehren,Laboreetc.(Anlage 9) sind die jeweiligen Arbeitgeberverantwortlich.Art und Umfang der Schutzkleidung, deren Entsorgung sowie Desinfektions-und Reinigungsmaßnahmen richten sich nach den Vorgaben des Arbeitsschutzes. "
 
1)Lt. unserer Umfrage vor 1 Woche ( Rücklaufquote 12 v.H., damit repräsentativ): 80 v.H. der teilnehmenden Praxen jetzt ohne PSA.
Vorhaltung einer nicht definierten Menge von PSA für eine Pandemie wurde zwar 2017 vom Bund angeregt, aber ohne weitere Angaben zu Zuständigkeiten und Finanzierungen.
Auslieferung von PSA in unbekannter Menge zu unbekanntem Zeitpunkt durch KVNO angekündigt (ab heute sollen die Praxen in einer von der KV ausgewählten Reihenfolge benachrichtigt werden und durch autorisiertes Personal
an unbekannten Stellen eine rationierte MEnge von PSA erhalten). In Aachen waren das bislang 2 Masken pro Praxis.
 
2) Der Kreis könnte eine Umfrage bei den Praxen starten, evtl. mit Hilfestellung der KV zur Art des Betriebes ( Einschränkung der Personalbesetzung, zeitlicher Umfang) und Bedarfsschätzung nach TRBA-250 und Empfehlung 609 nach Bio-Stoff-Verordnung (120 Min. Tragezeit bei expositionsgefährdeten Tätigkeiten). Das wäre allerdings bei den sofortigen Handlungserfordernissen zu zeitaufwändig.
Deshalb sind realistische Schätzungen erforderlich, abgeleitet aus den aktuell verringerten Inanspruchnahmen der Praxen , Fokussierung auf Notfallbehandlungen und Charakterisieung der Situationen mit erforderlicher schutzkleidung unter Infektionsschutzorganisation.
Bei Notfallbehandlungen im ambulanten und stationären Bereich sollte generell PSA getragen werden  . RKI empfiehlt zum ressourcenschonenden Einsatz eine "Lufttrocknung" der Masken an definierten Ablagestellen , die flächendesinfiziert werden.
Gehen wir davon aus , dass sowohl Infektpatienten als auch Akutbehandlungen das Tragen einer PSA neben Distanzregeln erfordern, und maximal 2 Personen in einer unter IPC-MAßnahmen geführten Arztpraxis eine PSA täglich mit maximaler Tragezeit von 120 Min. brauchen, benötigt eine Hausarztpraxis 10 PSA pro Woche.  Nach Modellrechnungen des RKI wird die erste Welle bis Juni dauern: 120 PSA pro Praxis.
 
Wenn wir Haus- und Kinderärzte und Gynäkolgen sowie HNO-Ärzte als Firstliner im OBK definieren, kommen wir auf 222 Ärztinnen, also ca. 26.000 PSA . Kosten pro FFP2-Maske (Preis Dezember 2019): 1,90 Euro, aktuell 6  Euro.
Da Masken vorrangig sind, könnte man mit 1 Mio. Euro mindestens 160.000 Masken besorgen (pro Monat: 53.000), also auch noch für Pflegedienste und Rettungskräfte (ca. 168 Personen) und damit ein schnelles Zeichen setzen. Die KV sollte  die von ihr mit Landesmitteln besorgten PSA , die für die oberbergischen Praxen vorgesehen sind , in einen Kreispool einstellen. Ohne Bedarfsermittlungen oder konkrete Abschätzungen und bedarfsgerechte Verteilung an die Frontliner kommen wir nicht weiter."

18.03.2020

 

Aktuell exponentielle Ausbreitung in Deutschland, d.h. Verdoppelung der Zahlen ca. alle 3 Tage. Viele Fälle bleiben bei subklinischen oder milden Verläufen und Überlagerung mit saisonaler Influenza unerkannt und können durch die Falldefinitionen des RKI nicht sicher erkannt werden. Aus diesem Grund konsequente Infektionsschutz- und Präventionsmaßnahmen erforderlich gesellschaftlich und in den Praxen . Hausärztinnen und Hausärzte kommen zunehmend in Quarantaine und können ebenfalls bei fehlender Schutzausrüstung mit exponentieller Zahlenentwicklung erkranken, was die Versorgung gefährden kann.

Der Vorstand des oberbergischen Hausärzteverbandes: " Es ist dringend erforderlich, alle Behandlungen und Behandlungsanlässe angesichts der Entwicklungen nur auf das Notwendige zu beschränken und so weit es geht Patienten als verlässliche Ansprechpartner telefonisch und per Video-Sprechstunde zu beraten und zu betreuen.

In Praxen mit technischer Zugangskontrolle konnten die direkten Patientenkontakte um mehr als 50% gesenkt werden .

In einer anonymen online Umfrage zeigte sich jetzt, dass 80 v.H. der teilnehmenden Praxen nur noch Schutzausrüstung für weniger als 1 Woche haben.

Neben den Empfehlungen des RKI zum ressourcenschonenden Einsatz von Schutzmasken (unter Lufttrocknen wiederverwenden) ist aus unserer Sicht die Veröffentlichung der WHO zu den Eigenschaften des SARS-Virus bedeutsam, welches unter Hitze von > 56 Grad C und einer Expositionszeit von mind. 15 Min. inaktiviert wird. Andere Studien weisen eine effektive Inaktivierung durch Erhitzungen kontaminierter Gegenstände auf über 65 Grad. Dieses bietet Ansätze zur Dekontaminierung von Masken zur Wiederverwendung im Rahmen der RKI-Empfehlungen.  Wir halten es ebenfalls für erforderlich, mindestens 30 v.H. der Hausarztpraxen zur Wahrung der Basisversorgung in den kommenden Wochen in Reserve zu halten, was ebenfalls die knappen Schutzausrüstungen auf die aktiven Praxen konzentriert. Infektionsschutzeinrichtungen z.B. in durchlüfteten Zelten des Katastrophenschutzes können ebenfalls die Übertragungsrisiken durch Aersosole mindern."

 

Quellen: WHO "Airborne precautions"

"Stability and resistance of SARS coronavirus" (WHO)

 

 

11.03.2020

 

Der Präsident des RKI Wiehler ruft die Gesundheitseinrichtungen auf, Krisenpläne zu aktivieren.

 

Für die Hausarztpraxen entscheidend, ob über die bislang geforderten Hygienepläne ein Infektionsschutzkonzept vorliegt für Zugang zur Praxis und Anmeldung, Isolierung von Patienten, Händehygiene in der Praxis und Abstandsregelungen.

Nach Arbeitsschutzbestimmungen (TRBA-250, BioStoffVO, Anleitung 609) müssen Gefährdungsanalysen erfolgen und Betriebsanweisungen verfasst werden. Covid-19 wurde in Risikoklasse 3 eingestuft mit Erfordernis zu Schutzklasse-3-Maßnahmen. Neben organisatorischen und räumlichen Maßnahmen spielt Schutzausrüstung dabei eine wesentliche Rolle.

 

Die KVNO verteilt aktuell Schutzausrüstungen an Praxen mit Schwerpunkt in Heinsberg.

 

KVNO-Vorsitzender Bergmann dazu:

 

"Um die Regelversorgung im Kreis Heinsberg aufrechtzuerhalten, statten wir aktuell die Praxen vor Ort bedarfsgerecht mit von uns unter großem Aufwand erworbenen Schutzmaterialien aus. Zudem haben wir in einem ersten Schritt unsere Notdienstpraxen bereits mit entsprechendem Material ausgestattet.

Die Bereitstellung von Schutzausrüstungen gehört zwar nicht zu unseren originären Aufgaben als KV, wir gehen hier aber bewusst in Vorleistung, um die Versorgung der Patienten zu sichern und das Personal in den Praxen vor Infektionen zu schützen. So haben wir bereits über 5.000 FFP-Masken, rund 30.000 Schutzkittel sowie über 80.000 Schutzhauben bereitgestellt. Allein weitere insgesamt 30.000 FFP-Masken befinden sich aktuell im Zulauf." (Quelle: Homepage der KVNO)

 

Die Maßnahmen  in Heinsberg beinhalten ebenfalls in Zusammenarbeit mit dem Kreis die Einrichtung einer mobilen Arztpraxis zur Diagnostik als Eigeneinrichtung der KVNO.

 

In Aachen wurden heute pro Praxis 2 Schutzmasken und 100 Kittel zugeteilt (interne Mitteilung im Hausärzteverband).

 

Wer keine Schutzausrüstung hat, muss sich fragen, wie das notwendige Schutzniveau einzurichten ist in der zunehmenden Epidemie-Situation.

 

Gem. der Beschlussfassung der Mitgliederversammlung des oberbergischen Hausärzteverbandes haben wir Gefährdungsanalysen für die oberbergischen Notfallpraxen gefordert.

 

Diese wurden mit Schutzausrüstungen ausgestattet. In Absprache mit den Krankenhausverwaltungen werden Patienten, die die Krankenhäuser aufsuchen, bei vorliegender respiratorischer Symptomatik in speziell vorbereiteten Räumlichkeiten eine abklärende Untersuchung durch Krankenhausmitarbeiter angeboten.

 

Die Notfallpraxis Gummersbach wird aufgrund der räumlichen Situation unter Risikobewertung ab 16.03.2020 in andere Räumlichkeiten verlegt, was wir begrüßen.

 

Unklar ist , in welchem Umfang Patienten mit Atemwegsinfektionen ohne Eingangstriagierung in den Wartebereichen der Notfallpraxen landen.

 

Da die oberbergischen Praxen mit eigenem Personal in den Notfallpraxen arbeiten, obliegt es ihnen , die Arbeitssicherheit der Mitarbeiter nach TRBA-250 zu gewährleisten, insbesondere, wenn keine Gefährdungsanalysen durch den Betreiber der Notfallpraxen vorliegen. Dieses haben wir bei der GMG nachgefragt und mit der BGW telefonisch erörtert.

 

Orientierungshilfen für Hausarztpraxen und zu den Notfallpraxen haben wir auf unserer Homepage veröffentlicht:

 

26.02.2020

 

Am 24.02.2020 erklärt WHO-Generaldirektor Dr. Tedros Ghebreyesus, dass sich jedes Land, jede Kommune und jede Familie vorbereiten müsse auf die neue Epidemie und benennt Prioritäten:

 

"Aber es gibt mindestens drei Prioritäten: Erstens müssen alle Länder dem Schutz der Mitarbeiter im Gesundheitswesen  Priorität einräumen. Zweitens müssen wir Gemeinschaften aktivieren, um Menschen zu schützen, die am stärksten von schweren Krankheiten bedroht sind, insbesondere ältere Menschen und Menschen mit zugrunde liegenden gesundheitlichen Bedingungen.
Und drittens müssen wir Länder schützen, die am stärksten gefährdet sind, indem wir alles tun, um Epidemien in Ländern einzudämmen, die dazu in der Lage sind.  


In den letzten Tagen habe ich Treffen mit den Außenministern Frankreichs, Deutschlands, Indonesiens, Kubas, der Republik Korea abgehalten, und ich möchte ihnen dafür danken, dass sie sich bereit erklärt haben, die Antwort zu unterstützen."

(Übersetzung aus dem Englischen)

 

Pressebriefing der WHO vom 24.02.2020

 

Kurze Zeit später erklärt Gesundheitsminister Spahn, dass Deutschland sich auf eine wahrscheinliche Epidemie vorbereiten müsse.

Heute erscheint im DÄ ein Übersichtsartikel, nachdem infizierte und erkrankte Patienten in Heinsberg identifiziert wurden und die Nachverfolgung eine unübersichtliche Zahl von Kontakten bei Karnevalssitzungen und im Kindergarten offenbarte und die Feststellung, dass es subklinische Verläufe mit "negativer PCR" gibt, die unbemerkt das Covid-19-Virus verbreiten können.

 

Dr. Krolewski: "Die Geschwindigkeit der Ausbreitung in China, im Iran, Korea und Norditalien zeigt erstens, wie schnell das Virus übertragen wird und dass es bereits in der asymptomatischen Phase übertragen wird. Das heißt, wir haben  keinerlei Orientierung , ob jemand infektiös ist oder nicht. Wenn es bei jüngeren und sonst gesunden Erkrankten zu milden Verläufen mit vollständiger Erholung innerhalb von 14 Tagen kommt, übertragen diese das Virus auf Risikogruppen wie Senioren, chronisch Kranke und abwehrgeschwächte Menschen mit einer hohen Rate schwerer und auch tödlicher Verläufe. Die einzigen aktuell im Alltag zur Verfügung stehenden Mittel sind: Menschenansammlungen meiden, Mindestabstand 2m, kein Händeschütteln, strikte Handhygiene. Mund-Nase-Masken einlagig und ohne Gesichtsanpassung schützen nicht !

Arztpraxen als mögliche Übertragungsorte bedürfen einer organisatorische Anpasssung an die Lage, um das Übertragungsrisiko von Infizierten auf Nicht-Infizierte , Mitarbeiter  und Risikogruppen zu minimieren.

Distanzregeln, kontrollierter Zugang zur Praxis nach telefonischer Anmeldung und Triage, Minimierung von Personal-Patienten-Kontakten bei Verdacht, konsequente Handhygiene und persönliche Schutzausrüstung , falls diese bei den aktuellen Lieferengpässen zur Verfügung steht, werden jetzt den Alltag für viele Wochen bestimmen bei noch unklarem Gesamtverlauf."

 

11.02.2020

 

Bei einem Sondertreffen der Gesundheitsminister und Spezialisten bei der WHO soll in Genf das weitere Vorgehen aufgrund der sich täglich aktualisierenden Erkenntnislage zu Covid-19 (neue Bezeichnung für 2019-nCorV) beraten werden.

 

In der New York Times erscheint ein Artikel unter der Überschrift "Wir schufen die Coronavirus-Epidemie" mit folgenden Aussagen, die der Vorstand des oberbergischen Hausärzteverbandes wichtig findet , da diese die Risiken und völlig neuen Situationen beschreibt, die zu neuartigen Epidemien führen:

 

"Gegenwärtig gibt es  7,6 Milliarden hungrige Menschen, von denen etliche verarmt sind und verzweifelt nach Eiweißquellen suchen. Einige sind wohlhabend und verschwenderisch und in der Lage, mit dem Flugzeug in alle Richtungen zu reisen. Diese Faktoren sind auf dem Planeten Erde völlig neu,  wie wir es aus den Fossilien wissen.  Es ist erwiesen, dass kein Tier mit großem Körper jemals annähernd so zahlreich war wie der Mensch, geschweige denn so effektiv, um sich Ressourcen anzueignen . Und eine Konsequenz von dieser Zunahme und dieser Macht und den folgenden ökologischen Störungen ist eine zunehmende Virusübertragung:  Tier zu Mensch, dann von Mensch zu Mensch, manchmal im Pandemiemaßstab weltweit.

 

Wir dringen in tropische Wälder und andere wilde Landschaften ein, in denen so viele Tier- und Pflanzenarten beheimatet sind - und in diesen Lebewesen  so viele unbekannte Viren! Wir fällen die Bäume. Wir töten die Tiere oder halten sie in Käfigen und schicken sie auf den Markt. Wir stören Ökosysteme und schütteln Viren von ihren natürlichen Wirten ab. In diesem Fall benötigen sie einen neuen Wirtsorganismus. Oft sind wir es. "

Und zuletzt:

"Wir stehen kurz- und langfristig vor zwei tödlichen Herausforderungen. Kurzfristig: Wir müssen alles in unserer Macht Stehende tun, um diesen Ausbruch von nCoV-2019 einzudämmen und auszulöschen ,bevor es zu einer verheerenden globalen Pandemie kommt.

Langfristig: Wir müssen uns daran erinnern, dass nCoV-2019 kein neuartiges Ereignis oder Unglück war, das uns befiel. Es war - es ist - Teil eines Musters von Entscheidungen, die wir Menschen treffen. "

 

29.01.2020

 

"Aktuell besteht noch kein erhöhtes Risiko in Deutschland, aber die Entwicklung mit europaweiter Überwachung muss beachtet werden , die Ergebnisse der nationalen Überwachungen  und Basishygienemaßnahmen sind in die tägliche Routine zu übernehmen :
 
-   Händewaschen,
-  "korrektes Husten" in die Armbeuge ,
-   Händeschütteln vermeiden .
 
Das schützt auch vor der jedes Jahr um diese Zeit auftretenden Grippe, die ebenfalls zu tödlichen Verläufen neben harmlosen vorübergehenden Episoden führt. Zunehmende Luftnot sind Warnhinweise für eine begleitende Lungenentzündung und sollten zur sofortigen telefonischen Kontaktaufnahme zur Hausarztpraxis oder Notdienst führen.
Da das Corona-Virus aus China stammt, besteht derzeit nur ein Infektionsrisiko durch Erkrankte, die aus einer der betroffenen chinesischen Regionen stammen, sich dort seit Dezember 2019 aufhielten  oder Kontakte zu solchen Personen hatten.
 
Erst in einigen Wochen werden wir wissen, ob es zu Übertragungen in Deutschland kommt und in welchem Ausmaß und ob die weltweiten Bemühungen zur Eindämmung gelingen.
 
Die Hausarztpraxen sollten sich organisatorisch und in Abstimmung mit den Fachbehörden auf einen "Outbrak" vorbereiten", d.h. Bereithalten persönlicher Schutzausrüstung, Praxisorganisation zur Isolierung von Verdachtsfällen ohne Wartezimmerkontakte und Aufbau schneller Kommunikationskanäle zur Klärung der Weiterversorgung ."
 

 

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