Hausärzteverband Oberbergischer Kreis
Hausärzteverband Oberbergischer Kreis

Statements des Vorstandes des Oberbergischen Hausärzteverbandes zu neuem Coronavirus

13.05.2020

 

Pandemien, die weltweit  die Gesundheit der Menschen bedrohen und das wirtschaftliche und soziale Leben zum Erliegen bringen, entstehen nicht ohne Grund.

 

70 Prozent der Pandemien  entstehen aus engen Kontakten zwischen Menschen und Wildtieren und der Zerstörung von natürlichen Lebensräumen und der Veränderungen der Biodiversität. Ein Mitglied des Weltbiodiversitätsrates , Prof. Josef Stettele, trug heute bei der ersten Vorlesung der "Planetary Health Academy" zu diesen grundlegenden Fragen und wissenschaftlichen Erkenntnissen vor. Pandemien werden aufgrund der zugrundeliegenden Faktoren an Häufigkeit zunehmen und eventuell tödlicher verlaufen, so die Fachprognosen, wenn nicht neben einem besseren Frühwarnsystem die grundlegenden Faktoren, die zu massiven Veränderungen in den Ökosystemen, der Veränderung der dominanten Arten durch den menschlichen Einfluss und der Zerstörung von Naturräumen führen durch "Natur-basierte-Lösungen", d.i. umfangreiches Ökosystem-Management und Erhalt der Artenvielfalt. Werden wir in der Corona-Krise lernfähig sein und begreifen, dass jetzt in diese Richtung umfassend investiert werden muss und die Nachlässigkeit gegenüber diesen Faktoren ohne Veränderungen in der Weltwirtschaft und den Agrarsystemen tödliche Konsequenzen für unsere Zivilisationen hat.

 

Im Bundestag fand zum Thema "Zoonosen-Ursache,Verbreitung,Vorbeugung" ein Fachgespräch statt, welches ab 14.05.2020 in der Mediathek des Bundestages dokumentiert ist.

11.05.2020

 

Der Vorstand des Oberbergischen Hausärzteverbandes lädt Hausarztpraxen ein, sich praxisübergreifend in einem Hausärztlichen Corona-Response-Team Oberberg zu Austausch und koordiniertem Vorgehen bei Bestimmung der eigenen Kapazitäten für die diagnostische und therapeutische Begleitung von an Covid-19 erkrankten Patienten und Verdachtsfällen zusammenzuschließen mit folgenden Merkmalen:

 

- Fragen zu Infektionsschutz-Konzepten und Gefährdungsanalysen

- Zusammenarbeit und Koordinierung

- Kommunikation über Standards (KURZ-KOMM COVID-19) und    Schnittstellen, Kooperation mit  Partnern an abgesprochenen Schnittstellen(Pflegedienste,Pflegeheime, Krankenhäuser, Rettungsdienst, ÖGD)

- Kapazitätsfestlegungen

 

Der Vorstand des Hausärzteverbandes Oberberg bietet dazu an:

 

-Organisation der Austauschplattform bei Google-Groups , auf der zu Orga- und inhaltlichen Fragen "Threads" interaktiv angelegt werden (keine Patientendaten !)

- Organisation von Videokonferenzen im Response-Team mit bis zu 25 Teilnehmer*innen.

 

Bis zum 20.05.2020 wird bei Interesse der Teilnahme um Rückmeldung gebeten.

08.05.2020

Nach den jetzt einsetzenden Lockerungen wird es zu einer Zunahme von Covid-19-Fällen kommen. Das ist das übereinstimmende Ergebnis von prognostischen Modellen. Die Landkreise stehen jetzt in der Verantwortung, das Infektionsgeschehen in Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Ärzt*innen zu verfolgen , zu erfassen und ebenfalls in Zusammenarbeit mit unterstützenden Behörden zu reagieren. Nach Auffassung des Vorstandes des oberbergischen Hausärzteverbandes ein der wirtschaftlichen und sozialen Schwierigkeiten anlaufendes "Massenexperiment".

In der Lenkungsgruppe des Bündnisses "Haus- und Kinderärzte Oberberg" arbeiten wir deshalb an der Entwicklung eines kooperativen "Covid-19-Response-Teams" mit festgelegten Rollen und Kommunikationsregeln unter Infektionsschutzbedingungen.

Eine Einschätzung, wie das bei notwendig mindestens 20 Prozent beteiligter Praxen aufgrgriffen wird, haben wir nicht. Insbesondere wird ebenfalls eine Kooperation der Krankenhäuser an den Schnittstellen erwartet.

15.04.2020

Wir plädieren für eine sektorübergreifende Kommunikation zu Patienten mit bestätigter oder vermuteter Covid-19-Infektion und haben dafür- aufbauend auf Vorarbeiten mit Pflegediensten 2009- eine KURZKOMM Covid-19 entwickelt, die gestern bei einem Videomeeting mit oberbergischen Hausärzt*innen Zustimmung fand und jetzt zur Verfügung gestellt wird. Ebenfalls werden Video-Meetings zur Information zu den VErwendungsmöglichkeiten dazu angeboten.

Der regelmäßige Austausch zwischen Mitgliedern des oberbergischen Hausärzteverbandes wird ebenfalls über Video-Meetings organisiert.

02.04.2019

 

Die Bundesregierung hat die Empfehlung zur "Lufttrocknung" der Masken beim ressourcenschonenden Einsatz von FFP2-/FFP3-Masken fallengelassen, da die Corona-Viren dann frühestens nach 3 Tagen von den kontaminierten Oberflächen verschwunden wären. Veröffentlicht wurden jetzt neue Empfehlungen zur kontrollierten thermischen Behandlung in "Ausnahmefällen".

Zur Evidenz dazu hatten wir bereits berichtet.

 

https://deref-gmx.net/mail/client/7Y-oIfczCXE/dereferrer/?redirectUrl=https%3A%2F%2Fwww.apsf.org%2Fnews-updates%2Fpotential-processes-to-eliminate-coronavirus-from-n95-masks%2F

27.03.2020

 

Mail an die Mitglieder der Vertreterversammlung im Vorfeld der heute als Video-Konferenz stattfindenden VV nach zunehmenden Anfragen zu den fehlenden Schutzausrüstungen:

 

"Die Problematik der fehlenden PSA ist enorm. Es sollen eine begrenzte Zahl an die Praxen ausgeliefert werden bei Unsicherheit zu möglichen Nachlieferungen. Aktuell wird die Produktion der DIN-genormten und in Europa zugelassenen Masken zumeist außerhalb Deutschlands aufgenommen und wird mit unbekanntem Modus hinsichtlich der staatlich oder unterstaatlich wahrscheinlich im Bieterwettbewerb stattfindenden Verteilung zu unbekannten Ergebnissen führen.
Die europäische Ebene hat mit Zustimmung ebenfalls der DGUV die PSA-Schutznormen nach DIN vorübergehend ausgesetzt, was einen Import von KN95-Masken zuließe, aber dieser Markt scheint auch heiß umkämpft zu sein.
 
Den Masken wird eine hohe protektive Wirkung zugesprochen (FFP2/FFP3), aber wer behauptet, sie würden eine effektive Barriere gegenüber Viren mit einem Durchmesser von 125 nm darstellen bei einer nach DIN 149 geprüften Durchlässigkeit gegenüber Feinstäuben, vertut sich um den Faktor 5-6.
Die Masken haben allenfalls eine risikomindernde Funktion auch bei optimalem Sitz. Das Risiko der aerogenen Infektion hängt ebenfalls von der Expositionszeit in Räumen mit erhöhter Konzentration infektiöser Aerosole ab. Darauf weisen aktuelle Veröffentlichungen und Risk-Assesdments des ECDC hin.
In der Konsequenz sollten Infektionszentren nur in gut belüfteten Räumen und optimal in Zeltkonstruktionen betrieben werden, wie es in Japan und auch Italien passiert.
Eine weitere bedeutsame Frage ist die Haltbarkeit der Masken.
Der DIN 149-Norm kann man entnehmen, dass die getesteten Masken nach Hitzeexposition von 70 Grad über 24 Stunden die physikalischen Eigenschaften nicht verlieren. Die WHO hat 2003 zu den Eigenschaften der SARS-Viren veröffentlicht, dass die bei Hitzeexposition von >54 Grad über 15 Minuten inaktiviert werden. Das RKI empfiehlt zum ressourcenschonenden Einsatz der Masken eine "Lufttrocknung" , was als äußerst zweifelhafte Empfehlung anzusehen ist, während bei einer kontrollierten Errhitzung im Temperaturbereich zwischen 60 und 70 Grad die o.a. Vorteile gegeben sein können, d.i. Inaktivierung der Viren auf kontaminierten Maskenteilen. Ob die Masken dann mehr als 10 Zyklen z.B. aushalten, ist unklar, weil über solche Zyklen keine Testungen nach DIN 149 erfolgt sind.

Die Masken können zum Gesicht hin mit transparenter Klebefolien aus der Wundbehandlung dicht abgeklebt werden.

Wer nur begrenzt PSA abliefert,, sollte die Kollegen auch mit risikomindernden Infos beliefern, abgeleitet aus den Risk-Assessments des ECDC und den DIN-Normen und ggfs. in Zusammenarbeit mit Fachleuten dazu."

 

Ergänzung: s. Regelungen für Österreich mit Ausnahmegenehmigung durch das zuständige Ministerium:

 

file:///C:/Users/Praxis/AppData/Local/Temp/2020_0_196_661_Persoenliche_Schutzausruestung_Wiederaufberei.pdf

 

26.03.2020

 

Zu den geplanten Maßnahmen der KVNO, am Krankenhaus Gummersbach eine Infektionssprechstunde der Niedergelassenen mit eigenem Personal mit Schutzausrüstung in 4-stundenschichten einzurichten folgendes Statement des Vorstandes des oberbergischen Hausärzteverbandes gegenüber der KVNO:

 

"Sinnvoll nur  in gut durchlüfteten Zelten in 3-Stunden-Schichten. Masken sind nach DIN 149 nur auf Feinstäube (700 nm) und nicht Viren (125 nm) getestet. Zu notwendigen Infektionsschutzmaßnahmen gehören durchlüftete Räume, um die infektiösen Aerosole zu beseitigen, sonst helfen die Masken auch nicht. Bei 4-Stundenschichten im infektionsgefährdeten Bereich gefährden Sie die Akteure ! Die Arbeitsschutzbestimmungen sehen eine maximale Tragezeit von Masken von 120 Minuten vor.
Bitte geben Sie das weiter.
Ich arbeite mit Fachleuten aus dem Bereich der Gesundheitsingenieure zusammen, früher Katastrophenschutz.
Den Vorschlag zu belüfteten Zelten und 3-Stunden-Schichten mit Bildung von Reserven habe ich am 16.03.20 dem Landrat mit Nachricht an die KV vorgeschlagen.
Bitte legen Sie dar, mit welchem Infektionsschutzkonzept aufgrund welcher Risikoanalysen gearbeitet werden soll , z.B. ECDC."


 

 

 

24.03.2020

Ein neuer Tag, an dem die oberbergischen PRaxen wegen der Lieferung einer unbekannten Menge von Schutzausrüstungen durch die KVNO vertröstet werden.

Der Vorstand des oberbergischen Hausärzteverbandes bezieht Stellung:

 

"Nach Infektionsschutzplan NRW (2020) ist der Kreis für einen Infektionsschutzplan für das Kreisgebiet zuständig.
Dieser wurde Infektionsschutzplan des Landes wurde im Februar 2020 veröffentlicht. Liegt ein Infektionsschutzplan für den Kreis vor ? Das wissen wir nicht.
 
Im Infektionsschutzplan NRW heißt es:
 
"3.2.Kompetenzzentrum
Zur Beratung und Unterstützung der Gesundheitsbehörden und der Ärzteschaft in Fragen der Organisation und Umsetzung von Maßnahmen zum Seuchen-bzw. Infektionsschutz der Bevölkerung ist am LZG.NRWein KompetenzzentrumInfektionsschutz NRWeingerichtetworden.
Das KI.NRWunterhält eine 24-Stunden-Rufbereitschaft für infektiologische Notfälle und bietet Beratungsleistungen zum Management von infektiologischen Sondersituationen in NRW an (z.B. zu Fragen einzuleitender Infektionsschutzmaßnahmen, Meldepflichten, Desinfektion, Schutz des Personals, Sonderisoliertransporte oder der Diagnosesicherung). Es leistet in der Regel konsiliarische telefonische Beratung."
 
"4.Vorsorgeplanung
4.1.Örtlicher Infektionsschutzplan
Die Kreise und kreisfreien Städte stellen einen Plan zur Durchführung aller notwendigen Maßnahmen bei Auftreten von Verdachts-oder Erkrankungsfällen auf. Er ist regelmäßig zu überprüfen und ggf. zu aktualisieren."
 
"8.Bereitstellung von Schutzkleidung, Art der Desinfektion und sonstige Maßnahmendes Infektionsschutzes
 
Beim Umgang mit Krankheitsverdächtigen, Kranken und Kontaktpersonen sind auf den Individualfall abzustimmende Schutzmaßnahmen und präventive Hygienemaßnahmen erforderlich.Für Beschaffung und Bevorratung der entsprechenden Schutzkleidungfür untere Gesundheitsbehörden, Krankenhauspersonal, Rettungsdienste, Feuerwehren,Laboreetc.(Anlage 9) sind die jeweiligen Arbeitgeberverantwortlich.Art und Umfang der Schutzkleidung, deren Entsorgung sowie Desinfektions-und Reinigungsmaßnahmen richten sich nach den Vorgaben des Arbeitsschutzes. "
 
1)Lt. unserer Umfrage vor 1 Woche ( Rücklaufquote 12 v.H., damit repräsentativ): 80 v.H. der teilnehmenden Praxen jetzt ohne PSA.
Vorhaltung einer nicht definierten Menge von PSA für eine Pandemie wurde zwar 2017 vom Bund angeregt, aber ohne weitere Angaben zu Zuständigkeiten und Finanzierungen.
Auslieferung von PSA in unbekannter Menge zu unbekanntem Zeitpunkt durch KVNO angekündigt (ab heute sollen die Praxen in einer von der KV ausgewählten Reihenfolge benachrichtigt werden und durch autorisiertes Personal
an unbekannten Stellen eine rationierte MEnge von PSA erhalten). In Aachen waren das bislang 2 Masken pro Praxis.
 
2) Der Kreis könnte eine Umfrage bei den Praxen starten, evtl. mit Hilfestellung der KV zur Art des Betriebes ( Einschränkung der Personalbesetzung, zeitlicher Umfang) und Bedarfsschätzung nach TRBA-250 und Empfehlung 609 nach Bio-Stoff-Verordnung (120 Min. Tragezeit bei expositionsgefährdeten Tätigkeiten). Das wäre allerdings bei den sofortigen Handlungserfordernissen zu zeitaufwändig.
Deshalb sind realistische Schätzungen erforderlich, abgeleitet aus den aktuell verringerten Inanspruchnahmen der Praxen , Fokussierung auf Notfallbehandlungen und Charakterisieung der Situationen mit erforderlicher schutzkleidung unter Infektionsschutzorganisation.
Bei Notfallbehandlungen im ambulanten und stationären Bereich sollte generell PSA getragen werden  . RKI empfiehlt zum ressourcenschonenden Einsatz eine "Lufttrocknung" der Masken an definierten Ablagestellen , die flächendesinfiziert werden.
Gehen wir davon aus , dass sowohl Infektpatienten als auch Akutbehandlungen das Tragen einer PSA neben Distanzregeln erfordern, und maximal 2 Personen in einer unter IPC-MAßnahmen geführten Arztpraxis eine PSA täglich mit maximaler Tragezeit von 120 Min. brauchen, benötigt eine Hausarztpraxis 10 PSA pro Woche.  Nach Modellrechnungen des RKI wird die erste Welle bis Juni dauern: 120 PSA pro Praxis.
 
Wenn wir Haus- und Kinderärzte und Gynäkolgen sowie HNO-Ärzte als Firstliner im OBK definieren, kommen wir auf 222 Ärztinnen, also ca. 26.000 PSA . Kosten pro FFP2-Maske (Preis Dezember 2019): 1,90 Euro, aktuell 6  Euro.
Da Masken vorrangig sind, könnte man mit 1 Mio. Euro mindestens 160.000 Masken besorgen (pro Monat: 53.000), also auch noch für Pflegedienste und Rettungskräfte (ca. 168 Personen) und damit ein schnelles Zeichen setzen. Die KV sollte  die von ihr mit Landesmitteln besorgten PSA , die für die oberbergischen Praxen vorgesehen sind , in einen Kreispool einstellen. Ohne Bedarfsermittlungen oder konkrete Abschätzungen und bedarfsgerechte Verteilung an die Frontliner kommen wir nicht weiter."

18.03.2020

 

Aktuell exponentielle Ausbreitung in Deutschland, d.h. Verdoppelung der Zahlen ca. alle 3 Tage. Viele Fälle bleiben bei subklinischen oder milden Verläufen und Überlagerung mit saisonaler Influenza unerkannt und können durch die Falldefinitionen des RKI nicht sicher erkannt werden. Aus diesem Grund konsequente Infektionsschutz- und Präventionsmaßnahmen erforderlich gesellschaftlich und in den Praxen . Hausärztinnen und Hausärzte kommen zunehmend in Quarantaine und können ebenfalls bei fehlender Schutzausrüstung mit exponentieller Zahlenentwicklung erkranken, was die Versorgung gefährden kann.

Der Vorstand des oberbergischen Hausärzteverbandes: " Es ist dringend erforderlich, alle Behandlungen und Behandlungsanlässe angesichts der Entwicklungen nur auf das Notwendige zu beschränken und so weit es geht Patienten als verlässliche Ansprechpartner telefonisch und per Video-Sprechstunde zu beraten und zu betreuen.

In Praxen mit technischer Zugangskontrolle konnten die direkten Patientenkontakte um mehr als 50% gesenkt werden .

In einer anonymen online Umfrage zeigte sich jetzt, dass 80 v.H. der teilnehmenden Praxen nur noch Schutzausrüstung für weniger als 1 Woche haben.

Neben den Empfehlungen des RKI zum ressourcenschonenden Einsatz von Schutzmasken (unter Lufttrocknen wiederverwenden) ist aus unserer Sicht die Veröffentlichung der WHO zu den Eigenschaften des SARS-Virus bedeutsam, welches unter Hitze von > 56 Grad C und einer Expositionszeit von mind. 15 Min. inaktiviert wird. Andere Studien weisen eine effektive Inaktivierung durch Erhitzungen kontaminierter Gegenstände auf über 65 Grad. Dieses bietet Ansätze zur Dekontaminierung von Masken zur Wiederverwendung im Rahmen der RKI-Empfehlungen.  Wir halten es ebenfalls für erforderlich, mindestens 30 v.H. der Hausarztpraxen zur Wahrung der Basisversorgung in den kommenden Wochen in Reserve zu halten, was ebenfalls die knappen Schutzausrüstungen auf die aktiven Praxen konzentriert. Infektionsschutzeinrichtungen z.B. in durchlüfteten Zelten des Katastrophenschutzes können ebenfalls die Übertragungsrisiken durch Aersosole mindern."

 

Quellen: WHO "Airborne precautions"

"Stability and resistance of SARS coronavirus" (WHO)

 

 

11.03.2020

 

Der Präsident des RKI Wiehler ruft die Gesundheitseinrichtungen auf, Krisenpläne zu aktivieren.

 

Für die Hausarztpraxen entscheidend, ob über die bislang geforderten Hygienepläne ein Infektionsschutzkonzept vorliegt für Zugang zur Praxis und Anmeldung, Isolierung von Patienten, Händehygiene in der Praxis und Abstandsregelungen.

Nach Arbeitsschutzbestimmungen (TRBA-250, BioStoffVO, Anleitung 609) müssen Gefährdungsanalysen erfolgen und Betriebsanweisungen verfasst werden. Covid-19 wurde in Risikoklasse 3 eingestuft mit Erfordernis zu Schutzklasse-3-Maßnahmen. Neben organisatorischen und räumlichen Maßnahmen spielt Schutzausrüstung dabei eine wesentliche Rolle.

 

Die KVNO verteilt aktuell Schutzausrüstungen an Praxen mit Schwerpunkt in Heinsberg.

 

KVNO-Vorsitzender Bergmann dazu:

 

"Um die Regelversorgung im Kreis Heinsberg aufrechtzuerhalten, statten wir aktuell die Praxen vor Ort bedarfsgerecht mit von uns unter großem Aufwand erworbenen Schutzmaterialien aus. Zudem haben wir in einem ersten Schritt unsere Notdienstpraxen bereits mit entsprechendem Material ausgestattet.

Die Bereitstellung von Schutzausrüstungen gehört zwar nicht zu unseren originären Aufgaben als KV, wir gehen hier aber bewusst in Vorleistung, um die Versorgung der Patienten zu sichern und das Personal in den Praxen vor Infektionen zu schützen. So haben wir bereits über 5.000 FFP-Masken, rund 30.000 Schutzkittel sowie über 80.000 Schutzhauben bereitgestellt. Allein weitere insgesamt 30.000 FFP-Masken befinden sich aktuell im Zulauf." (Quelle: Homepage der KVNO)

 

Die Maßnahmen  in Heinsberg beinhalten ebenfalls in Zusammenarbeit mit dem Kreis die Einrichtung einer mobilen Arztpraxis zur Diagnostik als Eigeneinrichtung der KVNO.

 

In Aachen wurden heute pro Praxis 2 Schutzmasken und 100 Kittel zugeteilt (interne Mitteilung im Hausärzteverband).

 

Wer keine Schutzausrüstung hat, muss sich fragen, wie das notwendige Schutzniveau einzurichten ist in der zunehmenden Epidemie-Situation.

 

Gem. der Beschlussfassung der Mitgliederversammlung des oberbergischen Hausärzteverbandes haben wir Gefährdungsanalysen für die oberbergischen Notfallpraxen gefordert.

 

Diese wurden mit Schutzausrüstungen ausgestattet. In Absprache mit den Krankenhausverwaltungen werden Patienten, die die Krankenhäuser aufsuchen, bei vorliegender respiratorischer Symptomatik in speziell vorbereiteten Räumlichkeiten eine abklärende Untersuchung durch Krankenhausmitarbeiter angeboten.

 

Die Notfallpraxis Gummersbach wird aufgrund der räumlichen Situation unter Risikobewertung ab 16.03.2020 in andere Räumlichkeiten verlegt, was wir begrüßen.

 

Unklar ist , in welchem Umfang Patienten mit Atemwegsinfektionen ohne Eingangstriagierung in den Wartebereichen der Notfallpraxen landen.

 

Da die oberbergischen Praxen mit eigenem Personal in den Notfallpraxen arbeiten, obliegt es ihnen , die Arbeitssicherheit der Mitarbeiter nach TRBA-250 zu gewährleisten, insbesondere, wenn keine Gefährdungsanalysen durch den Betreiber der Notfallpraxen vorliegen. Dieses haben wir bei der GMG nachgefragt und mit der BGW telefonisch erörtert.

 

Orientierungshilfen für Hausarztpraxen und zu den Notfallpraxen haben wir auf unserer Homepage veröffentlicht:

 

26.02.2020

 

Am 24.02.2020 erklärt WHO-Generaldirektor Dr. Tedros Ghebreyesus, dass sich jedes Land, jede Kommune und jede Familie vorbereiten müsse auf die neue Epidemie und benennt Prioritäten:

 

"Aber es gibt mindestens drei Prioritäten: Erstens müssen alle Länder dem Schutz der Mitarbeiter im Gesundheitswesen  Priorität einräumen. Zweitens müssen wir Gemeinschaften aktivieren, um Menschen zu schützen, die am stärksten von schweren Krankheiten bedroht sind, insbesondere ältere Menschen und Menschen mit zugrunde liegenden gesundheitlichen Bedingungen.
Und drittens müssen wir Länder schützen, die am stärksten gefährdet sind, indem wir alles tun, um Epidemien in Ländern einzudämmen, die dazu in der Lage sind.  


In den letzten Tagen habe ich Treffen mit den Außenministern Frankreichs, Deutschlands, Indonesiens, Kubas, der Republik Korea abgehalten, und ich möchte ihnen dafür danken, dass sie sich bereit erklärt haben, die Antwort zu unterstützen."

(Übersetzung aus dem Englischen)

 

Pressebriefing der WHO vom 24.02.2020

 

Kurze Zeit später erklärt Gesundheitsminister Spahn, dass Deutschland sich auf eine wahrscheinliche Epidemie vorbereiten müsse.

Heute erscheint im DÄ ein Übersichtsartikel, nachdem infizierte und erkrankte Patienten in Heinsberg identifiziert wurden und die Nachverfolgung eine unübersichtliche Zahl von Kontakten bei Karnevalssitzungen und im Kindergarten offenbarte und die Feststellung, dass es subklinische Verläufe mit "negativer PCR" gibt, die unbemerkt das Covid-19-Virus verbreiten können.

 

Dr. Krolewski: "Die Geschwindigkeit der Ausbreitung in China, im Iran, Korea und Norditalien zeigt erstens, wie schnell das Virus übertragen wird und dass es bereits in der asymptomatischen Phase übertragen wird. Das heißt, wir haben  keinerlei Orientierung , ob jemand infektiös ist oder nicht. Wenn es bei jüngeren und sonst gesunden Erkrankten zu milden Verläufen mit vollständiger Erholung innerhalb von 14 Tagen kommt, übertragen diese das Virus auf Risikogruppen wie Senioren, chronisch Kranke und abwehrgeschwächte Menschen mit einer hohen Rate schwerer und auch tödlicher Verläufe. Die einzigen aktuell im Alltag zur Verfügung stehenden Mittel sind: Menschenansammlungen meiden, Mindestabstand 2m, kein Händeschütteln, strikte Handhygiene. Mund-Nase-Masken einlagig und ohne Gesichtsanpassung schützen nicht !

Arztpraxen als mögliche Übertragungsorte bedürfen einer organisatorische Anpasssung an die Lage, um das Übertragungsrisiko von Infizierten auf Nicht-Infizierte , Mitarbeiter  und Risikogruppen zu minimieren.

Distanzregeln, kontrollierter Zugang zur Praxis nach telefonischer Anmeldung und Triage, Minimierung von Personal-Patienten-Kontakten bei Verdacht, konsequente Handhygiene und persönliche Schutzausrüstung , falls diese bei den aktuellen Lieferengpässen zur Verfügung steht, werden jetzt den Alltag für viele Wochen bestimmen bei noch unklarem Gesamtverlauf."

 

11.02.2020

 

Bei einem Sondertreffen der Gesundheitsminister und Spezialisten bei der WHO soll in Genf das weitere Vorgehen aufgrund der sich täglich aktualisierenden Erkenntnislage zu Covid-19 (neue Bezeichnung für 2019-nCorV) beraten werden.

 

In der New York Times erscheint ein Artikel unter der Überschrift "Wir schufen die Coronavirus-Epidemie" mit folgenden Aussagen, die der Vorstand des oberbergischen Hausärzteverbandes wichtig findet , da diese die Risiken und völlig neuen Situationen beschreibt, die zu neuartigen Epidemien führen:

 

"Gegenwärtig gibt es  7,6 Milliarden hungrige Menschen, von denen etliche verarmt sind und verzweifelt nach Eiweißquellen suchen. Einige sind wohlhabend und verschwenderisch und in der Lage, mit dem Flugzeug in alle Richtungen zu reisen. Diese Faktoren sind auf dem Planeten Erde völlig neu,  wie es aus den Fossilien wissen.  Es ist erwiesen, dass kein Tier mit großem Körper jemals annähernd so zahlreich war wie der Mensch, geschweige denn so effektiv, um sich Ressourcen anzueignen . Und eine Konsequenz von dieser Zunahme und dieser Macht und den folgenden ökologischen Störungen ist eine zunehmende Virusübertragung:  Tier zu Mensch, dann von Mensch zu Mensch, manchmal im Pandemiemaßstab weltweit.

 

Wir dringen in tropische Wälder und andere wilde Landschaften ein, in denen so viele Tier- und Pflanzenarten beheimatet sind - und in diesen Lebewesen  so viele unbekannte Viren! Wir fällen die Bäume. Wir töten die Tiere oder halten sie in Käfigen und schicken sie auf den Markt. Wir stören Ökosysteme und schütteln Viren von ihren natürlichen Wirten ab. In diesem Fall benötigen sie einen neuen Wirtsorganismus. Oft sind wir es. "

Und zuletzt:

"Wir stehen kurz- und langfristig vor zwei tödlichen Herausforderungen. Kurzfristig: Wir müssen alles in unserer Macht Stehende tun, um diesen Ausbruch von nCoV-2019 einzudämmen und auszulöschen ,bevor es zu einer verheerenden globalen Pandemie kommt.

Langfristig: Wir müssen uns daran erinnern, dass nCoV-2019 kein neuartiges Ereignis oder Unglück war, das uns befiel. Es war - es ist - Teil eines Musters von Entscheidungen, die wir Menschen treffen. "

 

29.01.2020

 

"Aktuell besteht noch kein erhöhtes Risiko in Deutschland, aber die Entwicklung mit europaweiter Überwachung muss beachtet werden , die Ergebnisse der nationalen Überwachungen  und Basishygienemaßnahmen sind in die tägliche Routine zu übernehmen :
 
-   Händewaschen,
-  "korrektes Husten" in die Armbeuge ,
-   Händeschütteln vermeiden .
 
Das schützt auch vor der jedes Jahr um diese Zeit auftretenden Grippe, die ebenfalls zu tödlichen Verläufen neben harmlosen vorübergehenden Episoden führt. Zunehmende Luftnot sind Warnhinweise für eine begleitende Lungenentzündung und sollten zur sofortigen telefonischen Kontaktaufnahme zur Hausarztpraxis oder Notdienst führen.
Da das Corona-Virus aus China stammt, besteht derzeit nur ein Infektionsrisiko durch Erkrankte, die aus einer der betroffenen chinesischen Regionen stammen, sich dort seit Dezember 2019 aufhielten  oder Kontakte zu solchen Personen hatten.
 
Erst in einigen Wochen werden wir wissen, ob es zu Übertragungen in Deutschland kommt und in welchem Ausmaß und ob die weltweiten Bemühungen zur Eindämmung gelingen.
 
Die Hausarztpraxen sollten sich organisatorisch und in Abstimmung mit den Fachbehörden auf einen "Outbrak" vorbereiten", d.h. Bereithalten persönlicher Schutzausrüstung, Praxisorganisation zur Isolierung von Verdachtsfällen ohne Wartezimmerkontakte und Aufbau schneller Kommunikationskanäle zur Klärung der Weiterversorgung ."
 

 

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