Hausärzteverband Oberbergischer Kreis
Hausärzteverband Oberbergischer Kreis

Aktuelles zur Covid-19 Pandemie

17.06.2020

 

Neue Phase der Covid-19-Epidemie mit weiteren Lockerungen, Corona-Warn-App und neuen Regelungen für die Ärzteschaft. Im Rahmen der Abklärung bei Menschen, die eine Corona-Warn-App-Warnmeldung erfahren haben , stehen die Hausarztpraxen an vorderster Front.

Die Hausarztpraxen, die sich im Oberbergischen im Hausärztlichen Covid-19-Response-Team zusammengefunden haben, sind an eine interaktive Plattform angeschlossen, die der Vorstand des Oberbergischen Hausärzteverbandes eingerichtet hat , in der Informationen eingestellt werden.

20.05.2020

Die nationale und internationale Disussion wird aktuell zunehmend unter der Fragestellung geführt, ob die politische Ebene rechtzeitig die Gefahren einer Pandemie erkannt und gehandelt hat.

Eine Darstellung zu Deutschland bei den "Tagesthemen"

Die eigenen Risikoanalysen fussten seit 01/2020 auf den Risk-Assessments des European Centers for Disease Control (ECDC) und Studienaus China (MEDLINE).

Wie sich eine Pandemie innerhalb kurzer Zeit nach Modellberechnungen mit kritischer Belastung des Gesundheitssystems ausbreitet, wurde 2009 im Deutschen Ärzteblatt veröffentlicht.

05.05.2020

ACHTUNG: Falsche Schutzmasken mit gefälschten Zertifikaten und Kennungen im Umlauf. Auch vom BMG erworbene Masken wurden zurückgerufen.

Überblick über die Fälschungen (Auflistungen) finden sich hier.

24.03.2020

 

Das RKI hat das Flussdiagramm mit den Empfehlungen und die Falldefinitionen geändert. Das ist nur herauszufinden, wenn man täglich diese seiten aufsucht.

Die entscheidende VEränderungen: Risikogebiete spielen keine Rolle mehr UND Meldepflichtig sind nur noch Kontaktpersonen zu bestätigten Covid-19-Fällen mit akuter respiratorischer Symptomatik sowie gehäufte Pneumonien in Pflegeheimen. Alles andere: Ermessenssache zum Vorgehen durch den niedergelassenen Arzt.

Während der ambulante Bereich seit 10 Jahren in der Pandemieplanung vergessen wurde, spielt er jetzt die entscheidende Rolle zu Vorgehen und Diagnostik !

12.03.2020

DEGAM-Benefit von Prof. Michael Kochen (Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin), welches zur Verbreitung frei gegeben ist:

 

"Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,

 

1       soeben werden brandneue Daten des italienischen Istituto Superiore di Sanità publik, die für die Einschätzung des Infektionsgeschehens bei uns und in anderen europäischen Ländern wichtig sein dürften. Demnach tragen alle Altersgruppen der Bevölkerung zur Ausbreitung der Virusinfektion bei.

Bei der am 9. März 2020 durchgeführten Untersuchung wurden 8.342 Personen positiv getestet (leider wird keine Zahl angegeben, wie viele Personen sich insgesamt dem Test unterzogen haben).

Von den Positiven waren

§  1.4% unter 19 Jahren,

§  22% zwischen 19 – 50,

§  37.4% zwischen 51 and 70

§  und 39.2% über 70 Jahre alt.

  • Das mittlere Alter betrug 65 Jahre,
  • 62.1% waren Männer und … 583 der positiv getesteten Personen arbeiten im Gesundheitswesen (s. die Zahlen aus den Niederlanden im letzten Benefit),
  • die mittlere Zeit zwischen Beschwerdebeginn und Diagnose betrug 3 – 4 Tage.

 

Beschwerden

10% der Fälle waren asymptomatisch,

5% hatten sehr geringe Beschwerden,

30% wiesen milde Symptome auf,

31% waren krank, 6% hatten schwere Symptome und 19% waren kritisch krank,

24% wurden stationär aufgenommen (Zahlen aufgerundet, ergeben 101%).

Von den Verstorbenen waren 56.6% über 80 Jahre alt, zwei Drittel davon wiesen mindestens drei chronische Vorerkrankungen auf.

Silvio Brusaferro, der Direktor des Instituts erwähnte kritisch viele Fälle insbesondere junger Menschen, die sich nicht an die öffentlich empfohlenen Maßgaben hielten und zu einer Weiterverbreitung des Virus beitrügen.

u Die entsprechende Webseite ist nur auf Italienisch verfügbar https://bit.ly/3aNx3Ak

 

u Wer von Ihnen an den aktuellen Schweizer Zahlen interessiert ist, kann sie hier finden https://www.bag.admin.ch/dam/bag/de/dokumente/mt/k-und-i/aktuelle-ausbrueche-pandemien/2019-nCoV/covid-19-lagebericht.pdf.download.pdf/COVID-19_Epidemiologische_Lage_Schweiz.pdf

 

Kommentar: Aus Italien würde ich mir mehr Daten wünschen, aber die Kollegen kommen nicht mehr zum Publizieren. Was uns aus meiner Sicht in der aktuellen Situation wirklich helfen könnte, ist die Beantwortung der Frage, ob es unvermeidlich ist, dass alle europäischen Länder das Schicksal Italiens erleiden müssen und welche Faktoren es sind, die in Italien zu dieser Katastrophe geführt haben (und weiter führen). Angesagt wäre also: Mehr Forschung.

 

2       Aus vielen Rückmeldungen ergeben sich einige Optionen, wie zumindest eine gewisse Entlastung in der Praxis erreicht werden könnte. Hier sind zwei:

  • Man kann eine Art von „Infektsprechstunden“ gegen Ende des Praxistags einrichten, die immer von denselben Leuten durchgeführt wird – die sollten nicht alt und nicht chronisch krank oder immunsupprimiert sein. Die anderen der Praxis setzen sich diesem „Risiko“ nicht aus.
  • Des Weiteren könnte man dazu übergehen, alle Patienten in der Praxis über Telefon- oder Videosprechstunden zu informieren, die aufgrund der dann wahrscheinlich zurückgehenden Besucherzahlen das allgemeine Risiko für das gesamte Praxisteam reduziert. Darüber haben bereits andere Kollegen z.B. Wolfgang Schneider-Rathert informiert.

 

3       Die meisten von Ihnen werden viele unterschiedliche Portale besuchen, von denen ich einige an dieser Stelle nochmals aufführe

Fast alle überregionalen deutschen Tageszeitungen und Wochenzeitschriften/-magazine bieten spezielle Seiten zum Thema an. Stellvertretend für viele Blätter seien genannt:

 

Praktisch alle Artikel zu SARS-CoV-2 auf Spezialportalen renommierter medizinischer Zeitschriften sind frei verfügbar, z.B.

 

Von den Seiten der nationalen und internationalen Gesundheitsbehörden seien genannt

 

Fallzahlentwicklung

 

 

 

Herzliche Grüße

 

Michael M. Kochen

 

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Eine Weitergabe dieses Benefits ist gestattet.

 

Prof. Dr. med. Michael M. Kochen, MPH, FRCGP

 

Emeritus, Universitätsmedizin Göttingen

http://www.allgemeinmedizin.med.uni-goettingen.de 

http://www.allgemeinmedizin.med.uni-goettingen.de/de/media/contact/Kochen_CV_5-18.pdf 

 

Institut f. Allgemeinmedizin, Universitätsklinikum Freiburg

http://www.uniklinik-freiburg.de/studium/studieren-in-freiburg/lehrbereich-allgemeinmedizin.html

 

Ordentliches Mitglied der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft

http://www.akdae.de/Kommission/Organisation/Mitglieder/OM/Kochen.html

 

Ludwigstr. 37

D-79104 Freiburg/Germany

Tel.  +49-761-1513566

Fax  +49-761-1513567"

11.03.2020

 

Info des Vorstandes des oberbergischen Hausärzteverbandes:

 

"Der Präsident des RKI Wiehler ruft die Gesundheitseinrichtungen auf, Krisenpläne zu aktivieren.

Für die Hausarztpraxen entscheidend, ob über die bislang geforderten Hygienepläne ein Infektionsschutzkonzept vorliegt für Zugang zur Praxis und Anmeldung, Isolierung von Patienten, Händehygiene in der Praxis und Abstandsregelungen.

Nach Arbeitsschutzbestimmungen (TRBA-250, BioStoffVO, Anleitung 609) müssen Gefährdungsanalysen erfolgen und Betriebsanweisungen verfasst werden. Covid-19 wurde in Risikoklasse 3 eingestuft mit Erfordernis zu Schutzklasse-3-Maßnahmen. Neben organisatorischen und räumlichen Maßnahmen spielt Schutzausrüstung dabei eine wesentliche Rolle.

Die KVNO verteilt aktuell Schutzausrüstungen an Praxen mit Schwerpunkt in Heinsberg.

 

KVNO-Vorsitzender Bergmann dazu:

 

"Um die Regelversorgung im Kreis Heinsberg aufrechtzuerhalten, statten wir aktuell die Praxen vor Ort bedarfsgerecht mit von uns unter großem Aufwand erworbenen Schutzmaterialien aus. Zudem haben wir in einem ersten Schritt unsere Notdienstpraxen bereits mit entsprechendem Material ausgestattet.

Die Bereitstellung von Schutzausrüstungen gehört zwar nicht zu unseren originären Aufgaben als KV, wir gehen hier aber bewusst in Vorleistung, um die Versorgung der Patienten zu sichern und das Personal in den Praxen vor Infektionen zu schützen. So haben wir bereits über 5.000 FFP-Masken, rund 30.000 Schutzkittel sowie über 80.000 Schutzhauben bereitgestellt. Allein weitere insgesamt 30.000 FFP-Masken befinden sich aktuell im Zulauf." (Quelle: Homepage der KVNO)

 

Die Maßnahmen  in Heinsberg beinhalten ebenfalls in Zusammenarbeit mit dem Kreis die Einrichtung einer mobilen Arztpraxis zur Diagnostik als Eigeneinrichtung der KVNO.

 

In Aachen wurden heute pro Praxis 2 Schutzmasken und 100 Kittel zugeteilt (interne Mitteilung im Hausärzteverband).

 

Wer keine Schutzausrüstung hat, muss sich fragen, wie das notwendige Schutzniveau einzurichten ist in der zunehmenden Epidemie-Situation.

Gem. der Beschlussfassung der Mitgliederversammlung des oberbergischen Hausärzteverbandes haben wir Gefährdungsanalysen für die oberbergischen Notfallpraxen gefordert.

 

Diese wurden mit Schutzausrüstungen ausgestattet. In Absprache mit den Krankenhausverwaltungen werden Patienten, die die Krankenhäuser aufsuchen, bei vorliegender respiratorischer Symptomatik in speziell vorbereiteten Räumlichkeiten eine abklärende Untersuchung durch Krankenhausmitarbeiter angeboten.

 

Die Notfallpraxis Gummersbach wird aufgrund der räumlichen Situation unter Risikobewertung ab 16.03.2020 in andere Räumlichkeiten verlegt, was wir begrüßen.

 

Unklar ist , in welchem Umfang Patienten mit Atemwegsinfektionen ohne Eingangstriagierung in den Wartebereichen der Notfallpraxen landen.

Da die oberbergischen Praxen mit eigenem Personal in den Notfallpraxen arbeiten, obliegt es ihnen , die Arbeitssicherheit der Mitarbeiter nach TRBA-250 zu gewährleisten, insbesondere, wenn keine Gefährdungsanalysen durch den Betreiber der Notfallpraxen vorliegen. Dieses haben wir bei der GMG nachgefragt und mit der BGW telefonisch erörtert.

 

Orientierungshilfen für Hausarztpraxen und zu den Notfallpraxen haben wir auf unserer Homepage veröffentlicht."

 

08.03.2020

 

Bei Treffen mit hausärztlichen Moderatoren landesweit zeichnete sich ein unterschiedliches Bild: Sehr abweichende Einschätzungen zur Zuständigkeit und Erreichbarkeit des öffentlichen Gesundheitsdienstes, fehlende Schutzausrüstungen und Unsicherheiten deshalb, Empörung, dass jetzt "von den Hausärzten ohne Vorbereitung eine Verantwortungsübernahme erwartet wird" (s. Anzeigen des BMG), und Bagatellisierungen ("Ist ein milder Verlauf", "Wir kriegen es sowieso alle") bei Unkenntnis der aktuellen epidemiologischen Daten aus China ("Kann doch nicht auf Deutschland übertragen werden.").

Aus diesem Grund wird jetzt ein Menüpunkt "Aktuelles infektiologische Erkenntnisse zu Covid-19 " eingerichtet.

Wir selbst treten, um Risikogruppen zu schützen für eine engagierte Infektionsschutzorganisation in Hausarztpraxen und Notfallpraxen ein (IPC-Maßnahmen).

 

 

 

Interview des Vorsitzenden des oberbergischen Hausärzteverbandes bei "Oberberg-aktuell":

Besonnenheit, Vertrauen in die Wissenschaft und solidarisches rücksichtsvolles Handeln bringen uns weiter.

Bildfolge (privat Dr. Krolewski): Redakteur beobachtet Dreh zur Eingangsprüfung , vorbereitete Erstsichtungszone für viele Infektkranke bei Pandemiesituation, aktuelle "Orientierungshilfe" für Praxen des RKI

28.02.2020
 
Der WDR wird am So. , 01.03.2020, um 19:30h in WESTPOL zum Thema "Covid-19" berichten.
 
Ein Aufnahmeteam war heute in meiner Praxis und ich habe die Möglichkeiten zum Vorgehen nach IPC-Standards der WHO
in einer Hausarztpraxis gezeigt, wie sie sie seit dieser Woche in die  Praxisroutine überführt wurden:
Themen dabei:
-Ablauforganisation inkl. früher Triage an Praxisfenster mit Gegensprechanlage, Patientenführung mit
Distanzkontrolle in der Praxis, Schutzausrüstung, Erweiterung der Triage in vorbereiteter Außenanlage
 
- Beruhigende Kommunikation mit Nicht-Risiko-Patienten (junge gesunde Menschen < 39 Jahre mit einem Sterblichkeitsrisiko von 0,2 Prozent nach Covid-19-Infektion), ABER erhöhtem Ansteckungsrisiko für Risikogruppen (Diabetes, Lungenkrankheiten, Herzkrankheiten, höheres Lebensalter) im Kontakt.
Anforderungen an präventive Kommunikation.
 
- aktuelle RKI-"Orientierungen" mit Abstrichdiagnostik in der Praxis (nur obere Atemwege mit Abweichung vom internationalen standard, der auch die unteren Luftwege einbezieht, was in Hausarztpraxen nicht zu bewerkstelligen ist)
 
- fehlende ausreichende Bevorratung von Schutzausrüstungen für das Gesundheitswesen für Pandemielagen (9-12 Wochen) , was eigentlich als staatliche Hoheitsaufgabe anzusehen ist zur Sicherstellung der öffentlichen Gesundheit bei Gefahrenlagen.
 
- Priorität: Risikogruppenschutz und Schutz der Mitarbeiter, im Gesundheitswesen (WHO-Forderungen)
 
- Problematik der Notfallpraxen (Wartebereich) bei fehlender Zugangstriage und unterbliebenen Gefährdungsanalyse,
 
  Gefährdung von Ärzt*innen und Mitarbeiter*innen bei mehrstündiger Arbeit im Firstline-Bereich mit FFP3-Schutzmasken, die nach Dichtigkeitsprüfung fixiert werden müssen. 
  zur Getränke- und Nahrungsmittelzufuhr bei langer Schicht ohne Gefährdungen nicht möglich.
 
 

 

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