Hausärztinnen- und Hausärzteverband Oberberg
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Weltklimarat IPCC

25.09.2025

Inzwischen ist viel passiert:

- der von den Regierungen eingesetzte Weltklimarat hat zuletzt 2023 den Synthese-Report des 6. Report-Zyklus veröffentlicht mit Zusammenfassung für politische Entscheidungsträger, die verbindlich auf deutsch übersetzt wurden.

- der Internationale Gerichtshof in Den Hag hat am 23.07.25 einstimmig auf Veranlassung der UN-Vollversammlung nach Anhörungs- und Stellungnahmeverfahren dargelegt, dass alle staaten völkerrechtlich zum Klimaschutz aufgrund der wissenschaftlichen Evidenz des Weltklimarates völkerrechtlich verpflichtet sind mit der Zielsetzung des Paris-Abkommens , Ausnahmen nicht zu akzeptieren sind , grenzüberschreitende negative Auswirkungen von Emissionen eigenen Handelns das Völkerrecht verletzen und Entschädigungen eingefordert werden können. Die Verantwortung aller politischen Entscheidungsträger für das Wohlergehen der künftigen Generationen ("Enjoyment of Life") wird dargestellt.

- den Chefermittlern des Internationalen Strafgerichtshofes in Den Haag liegt nach Anhörungsverfahren zum

"5. Menscheitsverbrechen" , dem Ökocid, welcher das Grundrecht der Menschen an einer gesunden Umwelt wissentlich beeinträchtigt, ein Entwurf vor, Umweltverbrechen im Rehmen des Völkerstrafrechts zu verfolgen und einem Strafgerichtsverfahren in Den Haag zu verhandeln.

- beim Extremwetterkongress 2025 in Hamburg hat der Deutsche Wetterdienst (DWD) angekündigt, die Klimaprognosen des IPCC mit einem Netz von 80x80 km in ein Netz von 5x5km für Deutschland zu übertragen und im kommenden Jahr zu veröffentlichen.

- die Ergebnisse von 20 Jahren Wissenschaft zu den ökonomischen Folgen der Klima-Krise hat am 25.09.25 Prof. Claudia Kemfert vom DIW vorgestellt: jede Investition in Klimaschutz bringt volkswirtschaftlich einen Vorteil des 1,8 bis 4,8fachen : "Zwei Jahrzehnte Klimakostenforschung: Präventiver Klimaschutz als volkswirtschaftlicher Vorteil"

 

Wir haben die Zahlen auf Oberberg übertragen: 

Zentrale DIW-Ergebnisse (Deutschland)

  • Realisierte Klimaschäden: 145 Mrd. € (2000–2021), davon 80 Mrd. seit 2018.
  • Prognose künftiger Schäden: 280–900 Mrd. € bis 2050.
  • Jährliche Einsparungen durch Klimaschutz:
    • 18–25 Mrd. € bei Energieimporten,
    • 8–12 Mrd. € bei Gesundheitskosten → gesamt 26–37 Mrd. €.
  • Nutzen-Kosten-Verhältnis von Klimaschutzmaßnahmen: 1,8–4,8.
  • Große Schadensereignisse: Hitzesommer 2018/2019, Flutkatastrophe 2021.

Übertragung auf den Oberbergischen Kreis

Der Oberbergische Kreis hat ca. 270.000 Einwohner (≈0,32 % der deutschen Bevölkerung). Setzt man die DIW-Ergebnisse proportional ins Verhältnis:

  • Bisherige Klimaschäden (2000–2021):
    145 Mrd. € × 0,32 % ≈ 465 Mio. €.
  • Davon seit 2018: 80 Mrd. € × 0,32 % ≈ 255 Mio. €. (nach Europäischer Umweltagentur seit 1990 2.225 Euro pro Kopf: 605 Mio. Euro)
  • Prognose künftiger Schäden (bis 2050):
    280–900 Mrd. € × 0,32 % ≈ 0,9–2,9 Mrd. €.
  • Jährliche Einsparungen durch Klimaschutz:
    26–37 Mrd. € × 0,32 % ≈ 85–120 Mio. € pro Jahr (Energieimporte + Gesundheitskosten).
  • Nutzen-Kosten-Verhältnis: bleibt gleich (1,8–4,8).

Aussage für den Kreis

  • Auch lokal ist Klimaschutz ökonomisch vorteilhaft: die erwartbaren Schadenskosten übersteigen die Investitionskosten.
  • Besonders relevant für den Oberbergischen Kreis sind:
    • Hitzeschäden (ältere Bevölkerung, Gesundheitssystem),
    • Starkregen und Überschwemmungen (analog Ahrtal-Katastrophe 2021),
    • Industrie- und Mittelstand (Produktivitätsverluste bei Hitze, Energiepreise).
  • Schon eine konsequente Energiewende spart jährlich einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag an Import- und Gesundheitskosten.

Der Weltklimarat IPCC wurde 1988 als wissenschaftliches Gremium von UNEP (UN environmental Programme) eingerichtet und erstellt Reports zur Grundlage politischer Entscheidungen. 195 Länder sind Mitglieder des IPCC und Hunderte von Wissenschaftlern.

Am 08.10.2018 wurde der 6. Report vorgestellt, zu dem 91 Wissenschaftler 6.000 Studien und 42.000 Kommentierungen sichteten und in einem Peer-Review-Verfahren abstimmten. Der 6. Report zeigt, dass alle Anstrengungen unternommen werden müssen , um das 1,5 Grad -Ziel in diesem Jahrhundert zu erreichen, da bei 0,5 Grad Überschreitung es bereits zu äußerst gravierenden Auswirkungen kommen wird.

 

Das Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung (PIK) kommentierte den Bericht: ein Weiter-So kann es nicht geben, da es sonst zu massiven und irreversiblen entwicklungen in den Erdsystemen und damit der Lebensgrundlagen kommen wird.

Für Deutschland ist der IPCC auf einer deutschsprachigen Seite durch die deutsche Koordinierungsstelle dargestellt.

 

 

Datum: 23.11.2018

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