Hausärzteverband Oberbergischer Kreis
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Klima-Krise

KLIMAKRISE

 

1. Der Zusammenhang zwischen der sich anbahnenden Klimakrise und nicht nur der individuellen Gesundheit, sondern der Public Health ist eklatant und durch die Arbeiten internationaler Forschungsgruppen und Feldbeobachtungen zusammenfassend durch die WHO bei der COP24 in Katowice dargestellt. Die Gesundheitssysteme werden kritisch belastet werden.


2. Eine eingeschränkte Sichtweise zu Zuständigkeiten nach SGB V hilft nicht weiter und wird der Gefahrensituation nicht gerecht !


3. Die Gefahren der gesamten Umweltsituation, beschrieben durch den Global Environment Outlook der Weltumweltversammlung von UNEP in März 2019 sind zu berücksichtigen und die Darstellung des Umweltbundesamtes zur deutschen Situation dazu.


4. Hitzewellen mit Exzessmortalität und zunehmende Allergien mit dem Klimawandel als Teiber stellen schon jetzt zunehmende Belastungen dar. Der Anteil der Kinder mit Asthma wird auf bis zu 50% ansteigend eingeschätzt.


5. Die Zeit zum Handeln für die deutsche Ärzteschaft nach den WMA- Empfehlungen ist da!

Hinsichtlich der Gefahrensituation muss für das Erreichen der Klimaneutralität bis 2030 wie in anderen Ländern und der Initiative der 40 größten Städte ((40C) mit 800 Mio. Einwohnern das Ziel einer maximalen Erderwärmung von 1,5 Grad mit weltweiten Maßnahmen einer "großen Transformation" aktiv und umfassend angestrebt werden.
Jenseits dieser 1,5-Grad-Grenze drohen nicht-lineare Instabilitäten der Erdsysteme, ein Zusammenbruch der Ökosysteme bis 2080 u.a. durch das Artensterben und ein vielfacher weltweiter Tod !

Deutschland ist keine Insel.

Die Handlungsebenen für die Ärzteschaft sind in den WMA-Emofehlungen und dem von der WHO empfohlenen "Call to act" niedergelegt.

Das CO2-Budget zum Halten des 1,5 Grad-Zieles ist in 2030 abgelaufen und der Umkehrpunkt (Peak) muss spätestens 2020 erreicht werden.

 

6. Rein individuelle Verhaltensänderungen reichen nicht aus ! Der individuelle ökologische Fußabdruck kann dadurch um maximal 3 t CO2 pro Jahr gesenkt werden ( vegane Ernährung, geringe Wohnfläche, Erniedrigung der Raumtemperatur, Fortbewegung nur zu Fuß oder mit dem Rad), also maximal 25-30 Prozent in Industrieländern. Der Treiber für den Klimawandel sind die Produktions- und Energieprozesse der auf Kohle, Öl und Gas aufbauenden industriellen Ökonomie, dazu Agrobusiness mit 90 Prozent des gesamten Wasserverbrauchs, vorwiegend für Fleischproduktion und Nahrungsmittel für Fleischproduktion, und massive Abfallproduktion, die alle Umweltsysteme (Luft,Wasser,Boden) kritisch belastet. Das Einrichten einer "grünen" Ökonomie auf dem Boden erneuerbarer Energien, nachhaltiger Transport- und Ernährungssysteme und Kreislaufwirtschaft sowie Stärkung der Schwellen- und Entwicklungsländer und Reduktion der Treibhausgase um > 90 Prozent bis 2035 ("Klimaneutralität") ist die Voraussetzung, einen gesunden Planeten für gesunde Menschen zu erhalten und das Überschreiten kritischer Kipp-Punkte zu vermeiden.

Die von der Weltbank beschriebenen direkten und indirekten Subventionen für die Kohle-,Öl- und Gasindustrie nach dem PAris-Abkommen steht dem entgegen ( in 2017 5,7 Billionen US-Dollar !).

 

Die deutsche Übersetzung der Zusammensetzung des IMF-Papiers von 05/2019 lautet:

 

"In diesem Papier werden Schätzungen der Subventionen für fossile Brennstoffe für 191 Länder aktualisiert, die als Kraftstoffverbrauch multipliziert mit der Differenz zwischen bestehenden und effizienten Preisen (d. h. Preisen, die durch Lieferkosten, Umweltkosten und Einnahmenerwägungen garantiert werden) definiert sind. Weltweit blieben die Subventionen mit 4,7 Billionen US-Dollar (6,3 Prozent des globalen BIP) im Jahr 2015 hoch und werden für 2017 mit 5,2 Billionen US-Dollar (6,5 Prozent des BIP) prognostiziert. , Russland (551 Mrd. USD), die Europäische Union (289 Mrd. USD) und Indien (209 Mrd. USD). Etwa drei Viertel der weltweiten Subventionen sind auf inländische Faktoren zurückzuführen - die Reform der Energiepreise liegt daher weitgehend im nationalen Interesse der Länder -, während Kohle und Erdöl zusammen 85 Prozent der weltweiten Subventionen ausmachen. Eine effiziente Preisgestaltung für fossile Brennstoffe im Jahr 2015 hätte die globalen Kohlenstoffemissionen um 28 Prozent und die Todesfälle durch Luftverschmutzung durch fossile Brennstoffe um 46 Prozent gesenkt und die Staatseinnahmen um 3,8 Prozent des BIP erhöht."

Quellen :

1)https://www.bayerisches-aerzteblatt.de/inhalte/details/news/detail/News/who-konferenz-zu-klimawandel-und-gesundheit-katowicekattowitz-polen-2018.html

2) https://www.who.int/globalchange/publications/COP24-report-health-climate-change/en/

3)https://www.unenvironment.org/resources/global-environment-outlook-6

4) https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/veroeffentlichung-des-6-globalen-umweltberichts-geo

5)https://www.klivoportal.de/DE/Home/home_node.html

6) https://www.globalfamilydoctor.com/groups/WorkingParties/Environment.aspx

 

7) https://www.imf.org/en/Publications/WP/Issues/2019/05/02/Global-Fossil-Fuel-Subsidies-Remain-Large-An-Update-Based-on-Country-Level-Estimates-46509

 

8) https://youtu.be/eHb4CZlAfGQ

 

 

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