Hausärzteverband Oberbergischer Kreis
Hausärzteverband Oberbergischer Kreis

Der ökologische Fußabdruck des Gesundheitswesens ist enorm und wird insbesondere durch Energieverbrauch und eingesetzte Waren und Dienstleistungen bestimmt

Zu dem Thema ist aktuell im May 2019  eine umfangreiche und aussagekräftige Studie erschienen, an der wesentlich Forscher des PIK in Potsdam beteiligt waren .

https://iopscience.iop.org/article/10.1088/1748-9326/ab19e1/pdf

"International comparison of health care carbon footprints

Peter-Paul Pichler1,4, Ingram S Jaccard1,4, Ulli Weisz2and Helga Weisz

1,31Social Metabolism and Impacts, Potsdam Institute for Climate Impact Research, Member of the Leibniz Association, PO Box 60 12 03,D-14412, Potsdam, Germany2Institute of Social Ecology, University of Natural Resources and Life Science Vienna, Schottenfeldgasse 29, A-1070 Vienna, Austria3Department of Cultural History & Theory and Department of Social Sciences, Humboldt University Berlin, Unter den Linden 6,D-10117, Berlin, Germany4

 

 

Diese Studie beinhaltet Aussagen im internationalen Vergleich zum "Carbon Footprint" von Deutschland, der Aufteilung in den stationären und ambulanten Bereich, der Aufteilung in die relevanten Sektoren, der Abhängigkeit vom nationalen Energie-Sektor, der Ausgabenentwicklung im Gesundheitswesen, des Anteils der bezogenen Waren und Dienstleistungen und welche Möglichkeiten sich im Gesundheitswesen ergeben zu einer Beeinflussung. Ebenfalls sind die Fragestellungen und Herausforderungen im globalen Zusammenhang dargestellt.

 

Der Autor Peter-Paul Pichler ist ebenfalls als external supervisor beteiligt gewesen an der in August 2019 von "Health without Harm" großen Veröffentlichung:

https://noharm-europe.org/ClimateFootprintReport
"HEALTH CARE’S CLIMATE FOOTPRINTHOW THE HEALTH SECTOR CONTRIBUTES TO THE GLOBAL CLIMATE CRISIS AND OPPORTUNITIES FOR ACTION"

Das Gesundheitswesen trägt weltweit zu 4,4% aller klimarelevanten CO2-Emissionen bei, was einem Äquivalent von 514 Kohlekraftwerken entspricht (2 Gt jährlich), wobei 56% verursacht werden durch die USA,China und die EU-Länder. Das us-amerikanische Gesundheitswesen emittiert pro Kopf 57mal mehr CO2 im Gesundheitswesen als in Indien. Damit wird die Frage der Gesundheitsversorgung und ihrer Auswirkungen auch zu einer Frage der sozialen Gerechtigkeit und schließt Fragen des Ressourcenverbrauchs und der Effektivität ein. Eine rein auf Steigerung der Gesundheitswirtschaft abzielende Betrachtung ohne Betrachtung der Stoffströme von Waren und Dienstleistungen und gekoppelter Umwelt- und Klimaauswirkungen wird den noch in diesem JAhrhundert sich abzeichnenden Katastrophen nicht gerecht und treibt diese mit voran. Unter den Szenarien ab 2050 auf einem dann irreversiblen Weg von > 2 Grad globaler Erderhitzung werden alle bisherigen Erfolge in der Behandlung Nicht-übertragbarer Erkrankungen nicht nur umgekehrt werden, sondern die Gesundheitsversorgung auch in OECD-Ländern evtl. generell gefährdet sein hinsichtlich so hoher Kosten- und Schadenssummen, dass es die Fähigkeiten der Finanzierung übersteigt. In Europa ist es bereits zu iener Reduktion von insgesamt 18% der Emissionen im Gesundheitssektor gekommen, angeführt von Skandinavien und den Niederlanden, wo Null-Emissions-Krankenhäuser entwickelt werden und weitergehende Ansätze zur Reduktion von Emissionen in allen Waren und Dienstleistungen (Supply chain). Insgesamt stammt mehr als die Hälfte des Footprints im Gesundheitswesen aus dem Energie-Verbrauch inkl. Supply chain.

Aufrgrund der Erkenntnisse werden 6 Schritte und ihre Auswirkungen beschrieben.

Die beteiligten technical supervisors umfassen ebenfalls Mitarbeiter der WHO (Diarmid Campbell-Lendrum als Leiter des WHO-Teams "Climate change and health") und des Lancet Count-down  (Nick Watts), dessen aktueller Report zusammen mit der Bundesärztekammer am 14.11.2019 in Berlin vorgestellt wurde.

Stand: 01.12.2019

 

Hier finden Sie uns

Hausärzteverband Oberbergischer Kreis

Korrespondenzadresse:

Praxis Dr.Krolewski

Dümmlinghauser Str. 76
51647 Gummersbach

Kontakt

Tel.

 

+49 2261 59840

 

e- mail:

hausaerzte-oberberg@gmx.de

 

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Hausärzteverband Oberbergischer Kreis