Hausärzteverband Oberbergischer Kreis
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Nachhaltigkeitspolitik mit einer verknüpften Klimaschutzpolitik, die die Erdsysteme und damit die Lebensgrundlagen erhält, bedarf keiner Einzellösungen sondern systemischer Lösungen

Die Aussage zu erforderlichen systemischen Lösungen gegenüber Einzellösungen und Herumdoktern an Einzelprodukten hat der in Gummersbach gebürtige Klimaforscher (PIK) Jonathan Donges bei seinen kürzlichen im Oktober 2019 Vorträgen in Bergneustadt und Nümbrecht getroffen.

Systemische Lösungen betreffen insbesondere die Bereiche Energie, Verkehr,Landwirtschaft und Ernährung sowie Produktion und Konsum, da von diesen ausgehend die Erdysteme, die lebenserhaltenden Systeme und die Qualität der Luft, des Bodens, des Wassers und der Ozeane sowie der Biodiversität in den Ökosystemen betroffen und demnächst irreversibel geschädigt sein werden, wenn keine Stabilisierung gelingt.

Im Bereich Verkehr z.B. geht es um die Entwicklung integrierter Mobilitätskonzepte, die gleichzeitig den Zielen sozialer Gerechtigkeit ("Jeder kann über Mobilitätsangebote Arbeitsplätze, Bildungseinrichtungen, soziale Einrichtungen erreichen und am gesellschaftlichen Leben teilnehmen"), Effizienz (Einsatz der Mittel zum Erreichen der Ziele), Sicherheit ("Null Verkehrstote") und nachhaltiger Mobilität ("<0,3 t CO2 pro Kopf pro Jahr für Mobilität angesichts aktuell 2,7 t pro Kopf "Otto Normalverbraucher" in Deutschland nach Zahlen des Umweltbundesamtes) folgt.

Es handelt sich also in der "Verkehrswende" um eine systemische Änderung , die umfangreiche Planungen und Investitionen in die Infrastruktur für integrierte Mobilitätskonzepte beinhaltet bei gleichzeitig Rückfahren der Investitionen für motorisierten Individualverkehr . Eine Gegenfinanzierung kann u.a. durch den Wegfall der Subventionen für dreckige Energieträger erfolgen (63,9 Mrd. USD jährlich bei den G20-Ländern, 4,9 Mrd. Euro jährlich in Deutschland) .

http://www.caneurope.org/publications/reports-and-briefings/1808-fossil-fuel-subsidies-in-draft-eu-national-energy-and-climate-plans-shortcomings-and-final-call-for-action

Bei Internalisierung der Folgekosten des Verkehrs (149 Mrd. Euro pro Jahr in Deutschland) können wirksame Umlenkungen über Ökobilanzierungen und CO2-Bepreisungen erfolgen. Die empirischen Daten z.B. aus Kopenhagen , die Investitionen in nachhaltige Mobilitätskonzepte mit sozialen und gesundheitlichen und ökologischen Kosten und Vorteilen verknüpfen, konnten nachweisen, dass jeder mit dem PKW gefahrene km nur Kosten und Schäden hervorruft und jeder aktiv zurückgelegte km in attraktiven urbanen "grünen" Lebensräumen Gewinne bringt, die gleichzeitig das Gesundheitswesen und die kommunalen Finanzen entlasten.

Eine weltweite Darstellung dazu als "Roadmap" zu nachhaltiger Mobilität wurde kürzlich veröffentlicht: "Global Roadmap of Action" ("Mobility for All", "World Bank Group", "German Cooperation") mit einer komplexen und systemischen Agenda zur Verkehrswende mit den o.a. Zielsetzungen.

http://pubdocs.worldbank.org/en/350451571411004650/Global-Roadmap-of-Action-Toward-Sustainable-Mobility.pdf

 

 

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