Hausärzteverband Oberbergischer Kreis
Hausärzteverband Oberbergischer Kreis

Eigene Aktivitäten zu Klimawandel und Gesundheit

22.01.2021
"Klima-Sprechstunde": Ein vom Vorsitzenden des Oberbergischen Hausärzteverband entwickeltes interaktives Konzept als Antwort im Gesundheitswesen auf die Klima-Krise und Gegenstand von Vorträgen und Workshops, heute mit Medizinstudent*innen der Uni Gießen als Web-Meeting:
Jeweils zu Beginn mit einer kurzen Charakterisierung des Begriffs „Klima-Sprechstunde“ als Arbeitshaltung mit Erweiterung der Sackett´schen Prinzipien (Evidence Based Medicine) um „planetary values" werden
3 Fall-Vignetten vorgestellt, die alltägliche Situationen in einer Hausarzt Sprechstunde mit komplexen Lebenswirklichkeiten und Fragestellungen beinhalten.
Diese Fall Vignetten werden im Anschluss an einen ca. 40-minütigen Fachvortrag zum Zustand der Erd-Systeme, der Notwendigkeit zum transformativen Handeln , den Ergebnissen von consumption-based-Analysen auf der globalen Ebene und auch in Anwendung auf das Gesundheitswesen und auf der individuellen Ebene ("Jede Entscheidung zählt") und Darstellung der interaktiven Elemente der "Klima-Sprechstunde" (interessierte Anamnese, Patient-Values, Gesundheitsziele, Wellbeing, Ambivalenzen,Lebensstil in Zusammenhang mit den auftauchenden Fragestellungen, Change-Narrativ, Motivation, Reflexion,Introspektion) mit den Teilnehmer*innen hinsichtlich Fragestellungen und Lösungen diskutiert und sie werden ermutigt, interessiert den Patienten und den Zusammenhängen gegenüber zu handeln und sich zu äußern , nicht direktiv , sondern ermutigend und immer am Patientenwohl orientiert.
Ein kurzer Hinweis auf Hippokrates, unseren "Planetary Pledge" , das Grundprinzip des "Do Not Harm" und ein Ausschnitt aus der aktuellen Rede von Antonio Guterres zum Zustand des Planeten sind dabei wichtige Elemente.
Zum Zustand des Planeten und der Erdsysteme nutze ich Grafiken aus dem Welt-Umweltbericht 2019 (GEO-6) und aus dem aktuellen Emissions-GAP-Report von UNEP. Dann geht es zu den Interventions-Inhalten und unterstützenden Informationsmaterialien. Diese können institutionsbezogen angepasst und individualisiert werden.
Die aufgeführten Berichte beinhalten die global von Wissenschaftler*innen für UNEP zusammengetragenen und im Review-Verfahren geprüften Erkenntnisse zu den Gefahren und Handlungsnotwendigkeiten. Darunter deutsche Wissenschaftler*innen und Funding durch EU, PIK, BMU und FU Berlin.
Eine wichtige Frage, die jetzt bei Gießener Medizinstudent*innen auftauchte: Wie schaffen wir es, bei dem Corona-Stress die Aufmerksamkeit auf die Klima-Katastrophe zu lenken.
In der Diskussion spielten dann die Erkenntnisse (IPBES) zu den gemeinsamen Treibern für Zoonosen und die Klima-Krise eine Rolle, die Initiativen zu "HealthyRecovery" der Gesundheitsberufe
und den umfangreichen Aussagen im Emissions-Gap-Report 2020 dazu.Die zentralen Elemente werden auch in der Umweltgruppe der Global Family Doctors dargestellt und münden eventuell in gemeinsame Initiativen aufgrund der Positionspapiere zu Planetary Health. Die Verknüpfung klinischer Situationen, interaktiver Elemente und modernsten Wissens zum Zustand des Planeten und individueller Handlungsmöglichkeiten mit gesundheitlichen Benefits mit Fokus auf die Patientensituation sind die Kernelemente des in Oberberg geborenen Konzepts "Klima-Sprechstunde" , welches in seiner ethischen Grundhaltung und der präventiven Ausrichtung ebenfalls den vor 2.500 Jahren beschriebenen hippokratischen Grundprinzipien folgt.

Bericht und Interview zu "Klimawandel und Gesundheit" in KVNO-aktuell 06/07 2020 (S. 30 ff.) (Bilder: Krolewski)

29.09.2019

 

Inzwischen arbeitet Dr. Krolewski zum Thema "Klimawandel und Gesundheit" in folgenden Gremien und Organisationen mit:

 

- seit Oktober 2018 in der Deutschen Allianz Klimawandel und Gesundheit, seit 2019 "Klimawandel und Gesundheit e.V." (KLUG e.V.)

 

- seit März 2019 in den Netzwerktreffen zum Klimavorsorgeportal des Umweltbundesamtes.

 

- seit März 2019 in der Umweltgruppe der "Global Family Doctors" , der Weltorganisation der Haus- und Familienärzt*innen (WONCA)

 

- seit September 2019 in der Gründung einer AG der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin (DEGAM) in Zusammenrbeit mit dem Vorstand der DEGAM. Den Auftakt bildete ein Workshop beim diesjährigen Jahreskongress der DEGAM in Erlangen.

 

- Seit September 2019 als ernanntes Mitglied einer Arbeitsgruppe der Bundesärztekammer zur Vorbereitung des Deutschen Ärztetages 2020 mit dem Schwerpunktthema "Klimawandel und Gesundheit".

 

- seit Januar 2020 im Ad-hoc-Ausschuss der Ärztekammer Nordrhein "Klimawandel und Gesundheit"

 

- seit 03/2019 bei "Health for Future" und "DoctorsForFuture"

 

22. 09.2018

 

Eine bahnbrechende Resolution zu "Klimawandel und Gesundheit" im World Conference Center in Bonn (alter Bundestag), eingebracht durch den Vorsitzenden des Oberbergischen Hausärzteverbandes bei der Delegiertenversammlung des Deutschen Hausärzteverbandes und mit großer Mehrheit (107 JA; 1 NEIN; 2 Enthaltungen) verabschiedet .

 

Ein Bericht von Dr. Krolewski:

"Um 12:10h stimmte das Parlament des Deutschen Hausärzteverbandes , die Delegiertenversammlung aller Landesverbände, der von Dr. Ralph Krolewski eingebrachten Resolution "Gesundheit und Klimawandel" mit großer Mehrheit bei 1 Gegenstimme und zwei Enthaltungen zu.

 

Dr.Krolewski:"Es war schon etwas Besonderes, an diesem Ort im alten Plenarsaal des Bundestages die in Oberberg erarbeitete Resolution einzubringen , im Hausärzteverband eine an den Nachhaltigkeitszielen orientierte Agendapolitik zu entwickeln , in Schulterschluss mit den 50.000 britischen Kolleginnen und Kollegen in einem breiten Bündnis mit weltweitem Sachverstand zu gehen und damit im Gesundheitswesen ein Zeichen zu setzen. Am Ende einer bereits drei Stunden laufenden Tagesordnung zu berufspolitischen Themen und vor Ende des Internationalen Hausärztetages hatte ich 3 Minuten Zeit, die Resolution hinsichtlich ihrer Bedeutung darzustellen. Es gab eine hohe Aufmerksamkeit und noch vier unterstützende Statements von anderen Delegierten, die die Wichtigkeit betonten, sich auch zu grundlegenden Angelegenheiten jenseits der Tagespolitik zu kümmern.Als dann das große Votum kam und der Internationale Hausärztetag zu Ende ging, habe ich mich erst einmal an den Rhein gesetzt und die Atmosphäre auf mich wirken lassen.


Hinter mir flatterten die Flaggen von Europa, von Deutschland und der UN an den Fahnenmasten.400 m weiter das frühere Abgeordnetenhaus und jetzt Sitz u.a. von UNFCCC, die weltweit die Umsetzung der Klimaverträge überwachen, sozusagen die Therapieüberwachung für den Planeten Erde.
Das verbleibende Zeitfenster ist eng, eine Generation noch bis 2050 !Bis dahin entscheidet sich das Schicksal unserer Lebensgrundlagen und die Natur verhandelt nicht! Auf den Tweed des UN-Generalsekretärs zum Climate Action Summit habe ich dann noch von Bonn aus geantwortet. Entscheidend ist jedoch, was wir alle auf den Weg bringen und am Wichtigsten wird sein, eine nachhaltige Lebensweise zu entwickeln und das wird auch die gesündeste sein"

 

 

 

 

 

Datum: 15.10.2018

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