Hausärztinnen- und Hausärzteverband Oberberg
Hausärztinnen- und Hausärzteverband Oberberg
PRESSEMITTEILUNG 
28.05.2026
 

Der Oberbergische Hausärztinnen- und Hausärzteverband ruft zu Protestaktionen und Schreiben an die Bundestagsabgeordneten zu dem geplanten Spargesetz für das Gesundheitswesen und die Auswirkungen auf die hausärztliche Versorgung auf

Der Oberbergische Hausärztinnen- und Hausärzteverband warnt eindringlich vor den massiven Folgen des geplanten „Beitragssatzstabilisierungsgesetzes“ für die hausärztliche Versorgung im Oberbergischen Kreis und bundesweit.

 

Nach aktuellen Berechnungen drohen Hausarztpraxen Honorarverluste von 3 bis 5 Prozent. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat allein für Nordrhein bei Hausärztinnen und Hausärzten bereits 13 Prozent weniger finanzierte Behandlungsfälle errechnet. Gleichzeitig soll die Honorarentwicklung dauerhaft unter der allgemeinen Lohnentwicklung bleiben.

 

Besonders kritisch: Obwohl die Finanzkommission der Bundesregierung die hausärztliche Versorgung ausdrücklich von Einsparungen ausnehmen wollte und auch der Koalitionsvertrag eine Stärkung der Hausarztmedizin vorsieht, trifft das Gesetz gerade den ambulanten und hausärztlichen Bereich überproportional hart.

 

Die wohnortnahe hausärztliche Versorgung ist die günstigste und wichtigste Säule unseres Gesundheitssystems. Wer hier kürzt, gefährdet die Versorgung der Patientinnen und Patienten direkt vor Ort“,

erklärt der Vorsitzende des Oberbergischen Verbandes Dr. Ralph Krolewski.

 

" Die geplante überproportionale Belastung des ambulanten Bereiches mit 45 Prozent im Sparpaket und der beispiellosen Belastung des hausärztlichen Bereichs mit 6 Sparmaßnahmen hat die Qualität einer Abrissbirne, die den Praxen den Boden wegreißt."

 

Studien zeigen, dass eine kontinuierliche hausärztliche Betreuung mehr als 10 Prozent der Krankenhausbehandlungen verhindern kann. Statt einer Stärkung der Praxen drohten nun wirtschaftliche Unsicherheit, Praxisaufgaben und massive Probleme bei der Nachfolgegewinnung – gerade auch im ländlichen Raum wie Oberberg.

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung  warnt zudem bundesweit vor bis zu 46 Millionen weniger Arztterminen pro Jahr.

Erste Facharztgruppen kündigen bereits Sprechstunden nur noch innerhalb begrenzter Budgets an.

 

Der Oberbergische Hausärztinnen- und Hausärzteverband ruft deshalb Ärztinnen und Ärzte, Patientinnen und Patienten sowie die Bevölkerung dazu auf, sich aktiv am Protest zu beteiligen und Bundestagsabgeordnete direkt anzuschreiben.

 

Unter dem Motto „Hausarztpraxen retten!“ stehen Materialien, Flyer, Poster sowie Briefvorschläge und Argumentationen an Bundestagsabgeordnete bereit.

 

Die Mitglieder im Oberbergischen Hausärztinnen- und Hausärzteverband werden in einer Umfrage zu den Auswirkungen auf ihre Praxen bis hin zur Aufgabe, Personalentlassungen und Kürzungen der Sprechstundenzeiten befragt, da niemand seine Praxistätigkeit aus eigener Tasche bezahlen kann.

Ebenfalls wird ein online -Austauschforum organisiert.

 

"Wir hoffen noch auf Einsicht bei den parlamentarischen Beratungen zum Gesetzesentwurf. Dem oberbergischen Bundestagsabgeordneten Carsten Brodesser und den Kreisverbänden der Regierungskoalition kann nicht gleichgültig sein, was als Folgen in der Gesundheitsversorgung der Oberberger:innen durch das vorgeschlagene Sparpaket auf die Region zukommt."

 

so der Vorstand des Oberbergischen Verbandes der Hausärztinnen und Hausärzte.

 

Dr. Ralph Krolewski

Vorsitzender

 

 

 

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