Hausärzteverband Oberbergischer Kreis
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Pressemitteilung vom 01.12.2019: KLIMASCHUTZ IST GESUNDHEITSSCHUTZ

Die vergangene Woche stand regional und global im Zeichen der Auseinandersetzung mit den Folgen des Klimawandels .

 

Am 28.11.2019 hat das EU-Parlament dazu den "Klimanotstand " erklärt mit der Konsequenz, dass alle Anstrengungen sich auf das Erreichen einer maximalen Erderhitzung von 1,5 Grad gegenüber dem vorindustriellen Zeitalter ausrichten müssen.

 

Der Vorsitzende des oberbergischen Hausärzteverbandes war eingebunden in den "Nationalen Dialog" des Bundesumweltministeriums vom 26.11.-27.11.2019 aufgrund der Mitarbeit im Klima-Adaptations-Netzwerk zum Klimavorsorgeportal im Rahmen der Deutschen Anpassungsstrategie. Im "Nationalen Dialog" in Berlin berieten 110 Fachleute aus unterschiedlichen Behörden , die an Klimaanpassungsstrategien beteiligt sind, zu den Handlungserfordernissen und Instrumenten aufgrund des am 26.11.2017 veröffentlichten "Monitoring 2019"-Berichts zum aktuellen Zustand der erfassten Auswirkungen des Klimawandels in Deutschland , erarbeitet durch 28 Behörden und 200 Mitarbeiter*innen.

Dr. Krolewski   und nahm als Vorstandsmitglied des Hausärzteverbandes Nordrhein e.V. und als  Arzt aus der Patientenversorgung in einer abschließenden Podiumsdiskussion zu den Arbeitsergebnissen Stellung. Die Positionen dieser Stellungnahme sind hier veröffentlicht. Er rief dazu auf, dass sich das Gesundheitswesen und das BMG ausführlich und initiativ mit den Themenfeldern auseinandersetzen müssen auch unter dem Gesichtspunkt der Gefahrenabwehr.

 

Der Vorsitzende des oberbergischen Hausärzteverbandes nahm ebenfalls, auch als Mitglied von "Health For Future" und der "Global Family Doctors" (Weltorganisation der Haus- und Familienärzt*innen,WONCA) , am 29.11.2019 an der Kundgebung zum Globalen Klimastreik von Fridays For Future in Gummersbach teil und sprach zu den aktuellen Erkenntnissen zu den massiven Gefährdungen der zunehmenden Klimaveränderungen durch den menschlichen Einfluss und die umfangreichen Handlungserfordernisse. Die zentralen Aussagen finden sich hier.

 

Das Gesundheitswesen trägt selbst wesentlich zu Treibhausgasemissionen mit seinem ökologischen Fußabdruck bei. Insgesamt entspricht dieser Fußabdruck weltweit ca. 514 Kohlekraftwerken und ist gekoppelt an Energieverbrauch und bezogene Waren und Dienstleistungen. Die EU-Staaten und dabei Deutschland rangieren hinter den USA und China dabei an vorderer Stelle. Eine die weltweiten Zusammenhänge erfassende Darstellung und der notwendigen 6 Handlungsschritte unter Mitarbeit von Wissenschaftler*innen des Potsdamer Instituts für Klimafolgenforschung wurde im August 2018 veröffentlicht.

 

Der Deutsche Ärztetag 2020 soll sich schwerpunktmäßig mit dem Thema "Klimawandel und Gesundheit" befassen und Dr. Krolewski wurde vom Vorstand der Bundesärztekammer in eine vorbereitende Arbeitsgruppe berufen, die die Leitanträge vorbereitet. Dabei werden die aufgeführten Quellen und die internationalen Kooperationen eine Rolle spielen. Als ersten Schritt können Krankenhäuser durch ein aktives Klimaschutzmanagement ihren Fußabdruck reduzieren mit weiteren Schritten, die u.a. die Verwendung von Narkosemitteln , Verkehrs- und Transportkonzepte und Wareneinkauf beinhalten. Einen Hinweis auf die Studien und eine kurze Zusammenfassung hat der oberbergische Hausärzteverband hier veröffentlicht.

 

Am 07.12.2019 wird Dr. Krolewski in Madrid im Rahmen der Weltklimakonferenz an einer Konferenz der Weltgesundheitsorganisation und Partnerorganisationen zum Thema "Klimawandel und Gesundheit" teilnehmen und dort mehrere Partner*innen aus der internationalen Zusammenarbeit in der Environment-Gruppe von WONCA treffen, die z.T. in sehr stark von der Klimakatastrophe betroffenen Regionen arbeiten.

 

Es ist in all diesen Zusammenhängen wichtig, dass eine gesamtgesellschaftliche Mobilisierung stattfindet, um die maximale Erderhitzung auf 1,5 Grad zu begrenzen. Zum Erreichen dieses wesentlichen Zieles innerhalb des knappen Zeitfensters sind nach Berechnungen der UN unter Verfolgung der nationalen Anstrengungen eine Verfünffachung aller Maßnahmen erforderlich. Aktuell befinden wir uns vorwiegend in den Industrieländern auf einem Pfad, der durch Konsum, Energieverbrauch und Verkehr sowie Landwirtschaft aufgrund der gekoppelten Emissionen und Umweltbelastungen alle natürlichen und lebenserhaltenden Erdsysteme bedroht, was zunehmend noch bereits in diesem Jahrhundert katastrophal die Menschheit , die Zivilisationen und die Lebensgrundlagen angreifen wird. Diese Erkenntnisse werden von allen beteiligten Wissenschaftsdisziplinen mit einem Konsens von mehr als 97 Prozent geteilt und sind ebenfalls mit Lösungsvorschlägen den politiscch Verantwortlichen vorgelegt worden. Die Lösungen sind noch umsetzbar und finanzierbar, bedürfen allerdings eines klaren Blicks auf die Zusammenhänge und die notwendigen Erfordernisse. Dafür setzen sich weltweit Millionen von Ärzt*innen in ihren Organisationen ein, denn Klimaschutz ist Gesundheitsschutz, und appellieren, dafür Sorge zu tragen, dass die Zukunft der Kinder nicht durch den Klimawandel "definiert" wird (Aussage des aktuellen Lancet-Countdown-Reports 2019 von 24 Wissenschaftszentren, am 14.11.2019 in Berlin vorgestellt von Bundesärztekammer, Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung, Helmholtz-Gesellschaft und Charité).

 

 

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